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Fabrik 4.0 Produzieren in der intelligenten Fabrik: Keine Mauern für die Daten

Autor / Redakteur: Florian Gruber * / Franz Graser

Individuell und effizient produzieren – das können Fertigungsunternehmen mit intelligenten Fabriken. Doch die funktionieren nur, wenn alle Prozesse und Technologieebenen durchgängig vernetzt sind.

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Die Fabrik der Zukunft ist smart.
Die Fabrik der Zukunft ist smart.
(Bild: Pixabay / CC0 )

Wie lauten die grössten Herausforderungen mittelständischer Fertigungsunternehmen in Deutschland? Individuelle Kundenwünsche und Effizienzdruck. Das ist das Ergebnis einer Umfrage des Marktforschungsinstituts PAC. Konnten Serienfertiger früher standardisierte Produkte am laufenden Band fertigen, verlangen sowohl Geschäftskunden als auch Endverbraucher heute Lösungen und Produkte, die sie selbst nach ihren Anforderungen designen können, zum Beispiel spezielle Maschinensteuerungen oder individuelle Ersatzteile. Zudem wünschen sich Endkunden, dass sie bei Bedarf bestellte Produktkomponenten auch noch ändern können, wenn sich das Produkt bereits in der Fertigung befindet.

Einzelfertiger hingegen stehen vor der umgekehrten Herausforderung: Sie arbeiten bereits mit der Losgrösse 1 – der individuellen Produktion. Doch um sich im internationalen Wettbewerb behaupten zu können, müssen sie ihre Fertigung optimieren. Im Fokus stehen dabei zum einen eine stärkere Auslastung ihrer Produktionsmaschinen, kürzere Durchlaufzeiten und höhere Termintreue. Zum anderen gilt es, Teile der Wertschöpfungskette wie Entwicklung, Beschaffung und Fertigung enger zu vernetzen, um bei Zeitdruck auch parallel arbeiten zu können.

Von der linearen Prozesskette zum Netzwerk

Wie also machen Serienfertiger ihre effiziente Produktion individueller und flexibler? Und Einzelfertiger ihre individuelle Produktion effizienter? Erste technologische Entwicklungen weisen bereits die Richtung zur «Smart Factory». Die smarte Fabrik steht für die Selbstorganisation von Fertigung und Logistiksystemen mit neuer Wertschöpfung: Lineares wird vernetzt, aus Kette wird Netzwerk. Wie genau die intelligente Fabrik aussieht, hängt von den jeweiligen Anforderungen des Unternehmens ab. Doch eines ist im Zeitalter der Digitalisierung deutlich erkennbar:

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Wer in Zukunft wettbewerbsfähig bleiben will, kommt um diese Entwicklung nicht herum. Neun von zehn Maschinenbauunternehmen – kleine, mittlere und grosse – sehen deutliche Chancen, sich mit Industrie 4.0 am Markt zu differenzieren. Das ist das Ergebnis eine Studie der Impuls-Stiftung des Verbands Deutscher Maschinen- und Anlagenbauer (VDMA). Doch, so die Studie, bei Smart Factory stehe mehr als die Hälfte der Unternehmen noch am Anfang.

Die Smart Factory kann ihr Potenzial aber nur ausschöpfen, wenn die ganze Wertschöpfungskette sowie alle Unternehmensebenen inklusive Mitarbeitern und Maschinen vernetzt werden – auch über Firmengrenzen hinaus. Vernetzung und Integration müssen also sowohl horizontal als auch vertikal erfolgen.

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