Studienergebnisse

Predictive Maintenance: Der Service der Zukunft

Seite: 2/3

Firmen zum Thema

Viele befassen sich schon mit Predictive Maintenance

Für die Studie haben die Autoren mehr als 150 Unternehmen befragt, unter anderem aus den Branchen Antriebs- und Fluidtechnik, elektrische Automation und Robotik, Werkzeugmaschinen und Fertigungssystemen sowie Software und Digitalisierung. Positive Erkenntnis: Das Gros der Befragten (81 %) befasst sich bereits intensiv mit Predictive Maintenance, jedes zweite befragte Unternehmen bezeichnet die vorausschauende Wartung sogar mit Blick auf den Service als „Differenzierungshebel und Erfolgsfaktor, um nachhaltig Serviceumsätze aufrecht zu erhalten und auszubauen“. Allerdings: „Bei der Umsetzung gibt es extreme Unterschiede“, mahnt Lässig. "Auf der einen Seite verfügt etwa jedes zehnte Unternehmen bereits über komplette Angebote, während auf der anderen Seite etwa jede fünfte Firma überhaupt noch nicht in Sachen Predictive Maintenance aktiv ist." 40 % der Befragten befinden sich noch in der Entwicklungsphase, 30 % verfügen über ein Basisangebot.

Kundennutzen: Produktionsleistung und Qualität erhöhen

“Diese Ergebnisse spiegeln gut das derzeitige Bild im Maschinen- und Anlagenbau wider,“ sagt Peter-Michael Synek, stellvertretender. Geschäftsführer im VDMA Fachverband Fluidtechnik. „Die meisten Teilnehmer wissen aber sehr genau um die Vorteile von Predictive Maintenance und auch über die sich bietenden neuen Geschäftsbeziehungen zwischen Kunden und Lieferanten“. Die überwiegende Mehrheit (79 %) sieht den wesentlichen Nutzen für den Kunden darin, dass sich Produktionsleistung und Qualität (Produkt/Prozess) erhöhen. Etwa jeder Fünfte sieht die vorausschauende Wartung dagegen nur als eine Maßnahme, um die Service- und Instandhaltungskosten beim Kunden zu senken. Diese Erwartungen decken sich auch mit den Erfahrungen von Vorreitern der Entwicklung. „Kunden erwarten heute, dass sich aus der erfassten Zustandsveränderung eine Optimierung des Betriebs der Maschine ableiten lässt“, erklärt Roman Cecil Krähling, Leiter Condition Monitoring, Fluid Management & Elektronik der Argo-Hytos GmbH aus Kraichtal-Menzingen.

Bildergalerie

Serviceumsatz lässt sich deutlich steigern

Doch was bringt Predictive Maintenance dem Maschinenbauer? Die meisten Unternehmen (80 %) gehen davon aus, dass dank solcher Dienstleistungen der Serviceumsatz um 5 bis über 20 % zunimmt. Wie sich aber ein zusätzlicher Umsatz erzeugen lässt und was der Kunde braucht, weiß nur etwa jeder Zehnte. Der Realisierung eines Predictive Maintenance-Konzeptes stehen meist jedoch nicht technische Hindernisse im Weg, vielmehr bestehen Defizite in der Analyse, Mustererkennung und Prognose. Knapp 65 % der Unternehmen wissen daher nicht, welchen Part sie innerhalb der Wertschöpfungskette von Predictive Maintenance spielen könnten. Um diesem Dilemma zu entkommen, setzt die Mehrheit der Unternehmen (69 %) auf Zusammenarbeit mit externen Spezialisten, einige (40 %) schließen sogar eine direkte Zusammenarbeit mit Wettbewerbern nicht aus.

(ID:44673070)