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Lackieranlagenhersteller Dürr Praxisbeispiel: So funktioniert Industrie 4.0 bei Lackierprozessen

| Autor: Stéphane Itasse

Produktionsprozesse werden digital gesteuert, Maschinen sind vernetzt und melden rechtzeitig Wartungsbedarf, Inbetriebnahmen und Schulungen finden im virtuellen Raum statt – Industrie 4.0 ist bei Dürr keine Vision mehr, wie der Lackieranlagenhersteller auf seiner Hausmesse zeigte.

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Während herkömmliche Lackierroboter mit sechs Bewegungsachsen arbeiten, hat das neue Modell Eco RP E043i eine siebte Achse.
Während herkömmliche Lackierroboter mit sechs Bewegungsachsen arbeiten, hat das neue Modell Eco RP E043i eine siebte Achse.
(Bild: Dürr)

Unter dem Titel „digital@Dürr“ informierte das Unternehmen bei seinem zehnten Open House, wie weit man auf dem Weg der Digitalisierung und Vernetzung von Lackierprozessen bereits ist. Vorgestellt wurde unter anderem der neue Lackierroboter mit Cloud-fähiger Steuerung. „Wir setzen digitale Prozesse schon seit Jahren zum Nutzen unserer Kunden ein“, sagte Vorstandsvorsitzender Ralf W. Dieter. „Wir entwickeln gezielt Smart Products, Smart Services und Smart Factories, die bei unseren Kunden für steigende Effizienz sorgen.“ Bei der Hausmesse wurden rund 1200 internationale Besucher aus der Automobilindustrie und anderen Branchen bei Dürr in Bietigheim-Bissingen begrüßt.

Daten aus Lackierprozessen werden verfügbar

Der neue Lackierroboter Eco RP E043i verfügt als Weltneuheit über eine zusätzliche siebte Achse, sodass in vielen Fällen auf eine Verfahrschiene in der Lackierkabine verzichtet werden kann. Passend dazu hat Dürr die Prozess- und Bewegungssteuerung Eco RCMP2 entwickelt.

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Einen Schwerpunkt bilden zudem Smart Products für die vorausschauende Wartung. Das Diagnosetool Eco PRO 4.X wertet riesige Datenmengen großer Anlagen wie Trockner oder Tauchbecken aus, heißt es in einer Mitteilung des Herstellers. Potenzielle Fehlerquellen lassen sich schnell ermitteln und beseitigen. Die Wartungssoftware Eco Screen Maintenance Assistant überwacht einzelne Lackierkabinen mit ihren Applikationsprodukten und Robotern.

Ein weiteres Produkt, das an einer der insgesamt 14 Stationen der Hausmesse zu sehen war: Der Tablet-PC Eco Pad scannt QR-Codes auf Maschinen und liefert in Sekunden technische Informationen. Er stellt eine audiovisuelle Verbindung zur Dürr-24/7-Hotline her oder unterstützt bei der Ersatzteilbestellung.

Neue Trocknergeneration verbessert Oberflächenqualität des Lacks

Die neue Trocknergeneration Eco In Cure führt zu einer besseren Oberflächenqualität des Lacks und senkt den elektrischen Energieverbrauch um bis zu 25 %. Dabei werden die Karosserien nach dem Lackauftrag von innen gleichmäßig aufgeheizt und abgekühlt. An einer weiteren Station war der Lichttunnel Eco Reflect zu sehen. Er ermöglicht eine ergonomisch verbesserte Kontrolle des Lacks auf der Automobilkarosserie.

Eine neue Software ist die Itac-Iot-Suite. Als Grundfunktion beinhaltet sie ein Manufacturing Execution System für die Produktionssteuerung von Fabriken. Darauf aufbauend bietet sie Industrie-4.0-Funktionen wie Big-Data-Analysen, Cloud-Applikationen und – als Bestandteil des Internet of Things – die direkte Kommunikation zwischen intelligenten Maschinen. Die Itac-Iot-Suite löst das bisherige Leittechniksystem Eco Emos von Dürr ab. Die neue Software entstammt der Zusammenarbeit von Dürr und der Ende 2015 erworbenen Software-Gesellschaft Itac.

Bei der Dickstoff- und Lackapplikation zeigte Dürr unter anderem den Zerstäuber Eco Bell3 Cx zur Lackierung von Kunststoffteilen. Ein weiteres Thema war die effektive Projektabwicklung von Neu- und Umbauten. Als Beispiel stellt Dürr die Modernisierung einer Lackiererei in China in sechs Wochen vor.

Auch die Sparte der Energieeffizienzprodukte ist vertreten. Hier informierte Dürr über den Einsatz der energiesparenden Wärmepumpe Thermeco2 bei der Karosserietrocknung in Lackierereien.

Dieser Beitrag ist bei unserem Partnerportal blechnet erschienen.

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Über den Autor

 Stéphane Itasse

Stéphane Itasse

, MM MaschinenMarkt