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Jetzt kostenlos downloaden! "Präventionskursbuch" für Arbeiten 4.0

| Redakteur: Jürgen Schreier

Industrie 4.0 krempelt die Arbeitswelt um. Doch welche Folgen hat das für die Arbeitssicherheit? Wo gibt es neue Risiken, wo neue Chancen für mehr Sicherheit und Gesundheit am Arbeitsplatz? Ein Positionspapier der DGUV will Kursbuch für die Prävention im Zeitalter der Digitalisierung sein.

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Kollaborierende Systeme, in denen Mensch und Technik zusammenarbeiten, sind charakteristisch für Industrie 4.0.
Kollaborierende Systeme, in denen Mensch und Technik zusammenarbeiten, sind charakteristisch für Industrie 4.0.
(Bild: Ludmilla Parsyak/Fraunhofer IAO)

Industrie 4.0 ist weit mehr als die Lösung technischer Probleme. Vielmehr verändert die vierte industriell Revolution auch die industrielle Arbeitswelt - und das zum Teil recht radikal. Betroffen sind vor allem die Bereiche Produktion, Intralogistik und Transport. Auf welchen Feldern durch neue Risiken Handlungsbedarf für Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit besteht und wo Chancen für mehr Sicherheit und Gesundheit im Job, beschreiben die Träger der gesetzlichen Unfallversicherung und ihr Spitzenverband, die Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung (DGUV), in einem Positionspapier. Nach dem Willen der Verfasser soll es ein "Kursbuch" für die Prävention in den kommenden Jahren sein.

Assistenzsysteme entlasten, machen aber auch leichtsinnig

Rund 15 Millionen Arbeitsplätze in Deutschland hängen direkt oder indirekt von der produzierenden Wirtschaft ab. Sie alle verändern sich - mehr oder weniger stark - weil die digitale Transformation Menschen, Maschinen, Prozesse, Daten und letztlich auch die Produkte immer enger vernetzt. Kollaborierende Systeme, in denen Mensch und Technik zusammenarbeiten und die zum Teil sogar künstliche Intelligenz einbeziehen, sind charakteristisch für das, was man als Industrie 4.0 bezeichnet.

"Weil die Branchen unterschiedliche Technologieniveaus haben, verläuft der Prozess hin zu einer Industrie 4.0 unterschiedlich schnell", sagt Dr. Michael Huelke, Experte für neue Technologien im Institut für Arbeitsschutz der DGUV (IFA). Die Frage, ob und inwieweit Sicherheit und Gesundheit von Beschäftigten dadurch beeinträchtigt oder auch befördert werden können, stelle sich aber grundsätzlich. Huelke: "Denken wir beispielsweise an Robotik oder Assistenzsysteme wie Datenbrillen: Sie sollen entlasten und unterstützen; sie bergen aber auch neue Unfallrisiken, können die Menschen überfordern oder in falscher Sicherheit wiegen."

Technologiebezogene Fragen stehen für die gesetzliche Unfallversicherung im Zentrum ihrer Präventionsüberlegungen: Wie lässt sich Datensicherheit in hoch vernetzten Systemen gewährleisten und aktuell halten? Welche Konzepte ermöglichen eine verlässliche Risiko- und Gefährdungsbeurteilung von sich selbst organisierenden Maschinen und Anlagen? Welchen Einfluss haben Assistenzsysteme auf das Risikoverhalten der Beschäftigten? Huelke: "Ein weiterer Blick gilt der Organisation. Das heißt, dass wir Arbeitsbedingungen noch stärker ganzheitlich beurteilen müssen. Die selektive Betrachtung von Einzelaspekten - nur Sicherheit, nur Ergonomie oder nur kognitive Belastung - wird den komplexen Zusammenhängen in Industrie 4.0 nicht mehr gerecht."

Mitarbeiterführung muss neu gedacht werden

Schließlich bietet auch der Mensch selbst Ansatzpunkte für die zielgerichtete Prävention: Industrie 4.0 braucht völlig neue Kompetenzen in Sachen Mitarbeiterführung, soll das Führen auf Distanz oder in altersgemischten Teams funktionieren. Ebenfalls erforderlich sind laut DGUV neue und angepasste Qualifikationsinhalte und -methoden: Dazu gehören beispielsweise mobiles, arbeitsintegriertes oder alternsgerechtes Lernen.

Das Positionspapier der DGVU zu Industrie 4.0 beleuchtet Licht- und Schattenseiten dieser Entwicklung und leitet daraus Handlungsfelder für Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit ab. Es ist damit Arbeitsgrundlage für die gesetzliche Unfallversicherung selbst sowie für alle, die Verantwortung für sichere und gesunde Arbeit tragen.

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