Neuer Mobilfunkstandard Potenzial von 5G für Industrieunternehmen

Redakteur: Julia Bender

Seit kurzem erproben verschiedene Unternehmen in Troisdorf anhand von Use Cases, wo und wie die 5G-Technologie im industriellen Bereich angewendet werden kann.

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Ein neues Projekt beschäftigt sich mit konkreten Anwendungsfällen des neuen Mobilfunkstandards 5G im Bereich der Industrie.
Ein neues Projekt beschäftigt sich mit konkreten Anwendungsfällen des neuen Mobilfunkstandards 5G im Bereich der Industrie.
(Bild: gemeinfrei / Pexels )

Auf dem Gelände des Industrie Stadtparks Troisdorf werden seit Februar 2021 die Anwendungsmöglichkeiten von 5G-Campusnetzen im Industriekontext erforscht. Ermöglicht wird das Projekt durch das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur, das ein Konsortium aus sieben Partnern fördert. Während die Troiline GmbH, die eine Tochtergesellschaft der Stadtwerke Troisdorf ist, das 5G-Campusnetz aufbaut und betreut, prüfen die ZWI Technologies GmbH und die Kuraray Europe GmbH in zwei Use Cases, inwiefern die 5G-Technologie auch in Industrieunternehmen zum Einsatz kommen kann. „Der Fokus auf industrielle Anwendungen ist ein wichtiges Modellvorhaben für mittelständische Unternehmen“, erklärt der Projektleiter des 5G-Projektes bei der Trowista Julian Keens.

Praxisnahe Erforschung

Im ersten Use Case steht ein 5G-basiertes Informations- und Leitsystem für Gabelstapler, das in einer App-Umgebung entwickelt wurde, im Zentrum des Interesses. Über dieses sollen zukünftig die Routen der Hubstapler berechnet, Aufträge abgewickelt und der Fahrzeugzustand überwacht werden. Der zweite Use Case umfasst einen 5G-Werkzeugkoffer, der mithilfe von Mixed Reality verschiedene Anwendungen ermöglicht. Hierbei liegt der Forschungsschwerpunkt auf der Remote Maintenance, der Inbetriebnahme von Anlagen ohne physische Anwesenheit und dem Home Office für Technikerinnen und Techniker. „Unsere anwendungsnahe Forschung zeigt das Entwicklungspotenzial auf, das die 5G Technologie für die produzierenden Unternehmen bereithält“, betont Dr. Leif Oppermann vom Fraunhofer-Institut für Angewandte Informationstechnik, das ebenfalls am Projekt beteiligt ist.

Auch von wissenschaftlicher Seite aus gibt es Unterstützung: Das Institut für Technologie und Innovationsmanagement der RWTH Aachen wird in Zusammenarbeit mit den Unternehmen mögliche Geschäftsmodellinnovationen entwickeln und das Institut Leistung Arbeit Gesundheit bewertet die geänderten Arbeitsabläufe von einem sozio-technischen Standpunkt aus.

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