Als „Corona-Bonus“ Politiker fordern Ausgleich für Feiertage am Wochenende

Autor: Sebastian Hofmann

Überdurchschnittlich viele Feiertage fallen 2021 auf Samstage oder Sonntage. Mehrere Politiker haben sich nun dafür ausgesprochen, sie unter der Woche nachzuholen.

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Vertreter aus SPD, Links-Partei und den Grünen fordern: Feiertage, die auf ein Wochenende fallen, sollen nachgeholt werden!
Vertreter aus SPD, Links-Partei und den Grünen fordern: Feiertage, die auf ein Wochenende fallen, sollen nachgeholt werden!
(Bild: ©Wellnhofer Designs - stock.adobe.com)

So äußerte etwa der SPD-Fraktionsvorsitzende Dirk Wiese gegenüber der Saarbrücker Zeitung: Aufgrund der hohen Belastung in der Corona-Krise „wäre es eine Anerkennung, wenn der auf einen Feiertag folgende Montag für die Beschäftigten frei wäre“. Konkret ginge es bei einer solchen Regelung zum Beispiel um den 1. Mai und den Tag der Deutschen Einheit am 3. Oktober.

Zuspruch für Wieses Offensive gab es von den Linken und den Grünen. Die arbeitspolitische Sprecherin der Grünen-Bundestagsfraktion, Beate Müller-Gemmeke, fordert nun eine „unaufgeregte Debatte“ zum Thema.

Bitkom lehnt Feiertags-Vorstoß ab

Auf Anfrage von Industry of Things zeigte sich der Digitalverband Bitkom dem Vorhaben gegenüber kritisch. „Zusätzliche freie Tage belasten die Unternehmen auch dann, wenn sie als ,nachgeholte Feiertage´ deklariert werden“, so Bitkom-Hauptgeschäftsführer Bernhard Rohleder. Keinem Beschäftigten sei geholfen, wenn Firmen dadurch noch stärker unter wirtschaftlichen Druck geraten – und am Ende Insolvenz anmelden müssten. Wenn die Politik Arbeitnehmern in der Corona-Krise helfen wolle, so Rohleder weiter, gebe es geeignetere Instrumente, etwa einen weiteren steuerfreien Corona-Bonus.

Ob der Vorstoß politisch auf Gegenliebe stößt, ist ebenfalls fraglich. Zuletzt 2018 war eine entsprechende Forderung der Linken am Widerstand der Regierung gescheitert.

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Journalist, Vogel Communications Group