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Expertenbeitrag

Prof. Dr.-Ing. Gerrit Sames

Prof. Dr.-Ing. Gerrit Sames

Professor für Allgemeine BWL mit Schwerpunkt Organisation und ERP-Systeme, Technischen Hochschule Mittelhessen

Trend-Dossier 2020 Plattformen: Das Internet of Things rückt ins Zentrum

| Autor / Redakteur: Prof. Dr.-Ing. Gerrit Sames / Elisa Mundt

Viel war für 2019 geplant, nicht alle Ziele wurden erreicht. Das ist im Grunde nicht verwunderlich und sollte Schwung für 2020 geben, denn die Aussichten sind vielversprechend. Fünf zentrale Trends werden das noch junge Jahr prägen.

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Was sind die IoT-Trends für 2020? Wir haben unsere Branchenexperten gefragt.
Was sind die IoT-Trends für 2020? Wir haben unsere Branchenexperten gefragt.
(Bild: gemeinfrei / Unsplash)

Und schon ist das Jahr 2019 vorbei! Die 365 Tage des vergangenen Jahres haben offenbar nicht ausgereicht, um die vorhergesagten Fortschritte in der Digitalisierung zu realisieren. Dennoch sind punktuell Verbesserungen erkennbar, die sich fortsetzen werden. Für 2020 sehe ich die folgenden fünf wesentlichen Trends.

Hybrid und Public Cloud Computing nimmt zu

Die zunehmenden Anforderungen an die IT lässt vielen Unternehmen eigentlich keine andere Chance: von der eigenen Serverfarm (On Premise Cloud) bewegt sich der Trend hin zur Hybrid Cloud oder sogar zur Public Cloud. Es sind weitestgehend zwei Treiber, die dahinter stecken: Schutz gegen Hacker-Angriffe und die Skalierbarkeit der Leistung. Insbesondere im Mittelstand wird sich die Erkenntnis durchsetzen, dass man nur mit Top-IT-Kräften die eigene Infrastruktur schützen kann. Doch dieses Personal ist rar.

Betreiber von Public Clouds haben durch bestens geschulte und ausreichende personelle Kapazitäten hier mehr Sicherheit zu bieten. Auch ist die Skalierbarkeit ein großer Vorteil, der sich nicht in sprungfixen Kostenerhöhungen bei Mehrbedarf an IT-Leistung ausdrückt.

Die Bedeutung von Plattformen in Verkauf und Beratung

Viele unserer Unternehmen in Deutschland fokussieren sich noch immer auf die Entwicklung und den Vertrieb des „weltbesten“ Produktes. Sicherlich werden wir diesen sozusagen im „genetischen Code“ des deutschen Mittelstands verankerten Ansatz nicht über Bord werfen. Ich erwarte für das kommende Jahr aber, dass immer mehr Unternehmen den klassischen produktzentrierten Vertriebsansatz ergänzen. Dabei spielen Plattformen eine wichtige Rolle.

Über Plattformen lassen sich größere Kundenkreise adressieren. Es muss die Frage beantwortet werden, ob eine eigene Plattform, oder die Nutzung bereits kommerziell angebotener Plattformen für das jeweilige Unternehmen der bessere Ansatz ist. Schneller eine Lösung zu haben ist dann möglicherweise oft besser als der für das Unternehmen optimierte eigene Ansatz. Plattformen bieten eine ideale Möglichkeit Services zu organisieren. Das können digitale Abbildungen der Produkte, Hinweise zu den Produkten, Anleitungen zu den Produkten, Chat-Hotlines, einfache Bestellmöglichkeiten, und vieles mehr sein.

Voraussetzung für KI werden geschaffen

Die Anwendungsmöglichkeiten von KI-Lösungen gehen weit über die meist genannten Prozesse für die Fertigung, wie zum Beispiel Condition Monitoring, hinaus. Insbesondere in Service und Vertrieb ist hier noch viel Potential. Eines ist aber allen potentiellen Anwendungen gemeinsam: Daten müssen vernetzt werden.

Bevor also über KI-Algorithmen aus Daten Erkenntnisse, Analysen und Prognosen gemacht werden können, muss eine Basis für die Kombination der typischerweise unterschiedlichen Datenquellen geschaffen werden. Hierzu erwarte ich vermehrte Aktivitäten. Dazu erwarte ich auch, dass sich Standardlösungen etablieren, die zumindest eine Basis liefern, die beispielsweise schon 80 % der Lösung abdecken, und die dann kundenspezifisch angepasst werden.

Automatisierung von Routineprozessen

Viele Unternehmen habe einzelne Prozesse, die nach klaren und standardisierten Regeln ablaufen und daher dem Mitarbeiter wenig Spielraum lassen. Solche Prozesse lassen sich automatisieren. Robotic Process Automation (RPA) mit Chatbots und anderen Technologien werden zunehmend solche Tätigkeiten übernehmen. Und: das wird nicht nur in Großunternehmen, sondern zunehmend auch von mittelständischen Unternehmen entdeckt werden.

Digitalisierung interner Prozesse

Viele interne Prozesse in den Unternehmen sind noch durch Medienbrüche gekennzeichnet. Hier wird die Digitalisierung weiter voranschreiten. Beispiele sind digitale Workflows, wie bei der Anlage von Stammdaten.

Ziel ist es, schneller zu werden und insbesondere zeitfressende Rückfragen und Fehler zu minimieren. Zunehmend werden mittel-ständische Unternehmen erste Erfolge mit einfachen Ansätzen, wie der Digitalisierung von Rechnungseingängen zum Beispiel durch Optical Character Recognition (OCR) und Rechnungsausgängen erzielen.

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Professor für Allgemeine BWL mit Schwerpunkt Organisation und ERP-Systeme, Technischen Hochschule Mittelhessen