Nationaler IT-Gipfel 2016

Plattform Industrie 4.0 will Qualifizierung anschieben

| Redakteur: Sariana Kunze

Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel begrüßte in Saarbrücken rund 1.100 Vertreter aus Politik, Wirtschaft, Gewerkschaften, Wissenschaft und verschiedener gesellschaftlicher Gruppen zum 10. Nationalen IT-Gipfel der Bundesregierung.
Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel begrüßte in Saarbrücken rund 1.100 Vertreter aus Politik, Wirtschaft, Gewerkschaften, Wissenschaft und verschiedener gesellschaftlicher Gruppen zum 10. Nationalen IT-Gipfel der Bundesregierung. (Bild: Maurice Weiss/BMWi)

Die Plattform Industrie 4.0 präsentierte am 16. und 17. November Ergebnisse ihrer Arbeit auf dem Nationalen IT-Gipfel in Saarbrücken. Im Mittelpunkt stand die sich grundlegend verändernde Arbeitswelt in der Industrie und was getan werden kann, um Beschäftigte in Zeiten der Digitalisierung betrieblich zu qualifizieren.

Ob intelligent vernetzte Produktionsabläufe oder neue Bedingungen in der IT-Sicherheit: Mit Industrie 4.0 verändern sich nicht nur Maschinen und Geschäftsmodelle. Für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bedeutet die Entwicklung, kontinuierlich ihr Know-how an diese Entwicklung anzupassen – über ihr ganzes Arbeitsleben hinweg. Wie das gelingt, diskutierten unter anderem Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel, Bundesforschungsministerin Prof. Dr. Johanna Wanka, Siemens-Vorstand Prof. Dr. Siegfried Russwurm und IG Metall-Vorstand Jörg Hofmann. „Industrie 4.0 wird langfristig erfolgreich sein, wenn wir den Menschen in den Mittelpunkt stellen. Digitale Bildung wird künftig das Schlüsselthema für eine erfolgreiche Teilnahme am Erwerbsleben sein. Das betrifft acht Mio. Beschäftigte in der Industrie und gilt natürlich für die 260.000 Ausbildungsplätze, die die Industrie jedes Jahr schafft. Daher haben wir seitens des Bundeswirtschaftsministeriums zum IT-Gipfel ein umfassendes Positionspapier für die digitale Bildung in jeder Lebensphase vorgelegt: Digitale Bildung muss so früh wie möglich beginnen, darf aber dann auch nicht in der Schule oder Hochschule aufhören, sondern muss das gesamte Berufsleben begleiten. Hier spielen gerade die Berufsschulen eine zentrale Rolle. Deshalb wollen wir eine Mrd. Euro in eine umfassende Ausstattungsinitiative für Berufsschulen investieren. Industrie 4.0 braucht auch Berufsschulen 4.0“, so Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel.

Welche Veränderungen ergeben sich durch die zunehmende Digitalisierung der Arbeitswelt? Und: Wie können Beschäftigte flexibel weitergebildet werden? Mit diesen Fragen setzen sich Sozialpartner in der Plattform auseinander. Die Veröffentlichung „Die digitale Transformation im Betrieb gestalten – Beispiele und Handlungsempfehlungen für Aus- und Weiterbildung“ zeigt anhand von 15 realen Projekten, welche Kompetenzen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter künftig benötigen und wie sich diese im Betrieb vermitteln lassen. So zeigt ein Beispiel, wie ein Unternehmen die Veränderungen im eigenen Betrieb genau analysiert und Ausbildungsinhalte, Lehrmethoden und Trainer-Kompetenzen systematisch daran anpasst. Ein anderes Unternehmensbeispiel demonstriert, wie verschiedene Bildungsbereiche verzahnt werden, um den Fachkräftebedarf an gut ausgebildetem IT-Sicherheit-Personal zu decken. Das Unternehmen baute eine Bildungskette mit Studi-ums-, Ausbildungs- und Weiterbildungselementen bis hin zum hochqualifizierten Cyber-Security Professional auf.

Qualifizierung im laufenden Betrieb mit APPsist umsetzen

Beim Rundgang der Bundeskanzlerin Dr. Angela Merkel veranschaulichte Dr. Eberhard Veit für Festo gemeinsam mit Jörg Hofmann anhand von APPsist, wie mit modernen Mitteln Voraussetzungen geschaffen werden, damit Beschäftigte sich im laufen-den Betrieb neues Wissen aneignen können. Das sozialpartnerschaftlich entwickelte Wissens- und Assistenzsystem APPsist stellt sich automatisch auf den Unterstützungsbedarf von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern mit unterschiedlichem Vorwissen ein, um sie flexibel im Unternehmen einzusetzen. Gleichzeitig unterstützt das System mit Lernfunktionen und Hintergründen den Kompetenzerwerb.

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