Covid-19-Pandemie Pilotstudie zum Corona-Warnarmband geht an den Start

Redakteur: Julia Bender

Um eine gesundheitliche Chancengleichheit herzustellen, wurde zusätzlich zur Corona-Warn-App ein Warnarmband entwickelt, mit dem gewährleistet werden soll, dass alle Menschen frühzeitig über mögliche Risikokontakte informiert werden.

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Das Corona-Warnarmband soll ermöglichen, dass auch diejenigen in der Gesellschaft, die kein Smartphone besitzen oder es nicht bedienen können, frühzeitig über den Kontakt mit infizierten Personen informiert werden.
Das Corona-Warnarmband soll ermöglichen, dass auch diejenigen in der Gesellschaft, die kein Smartphone besitzen oder es nicht bedienen können, frühzeitig über den Kontakt mit infizierten Personen informiert werden.
(Bild: Benjamin Walczak)

Seit dem 14. Dezember läuft eine neue Testphase für das an der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel entwickelte Corona-Warnarmband. Für das Pilotprojekt werden schrittweise insgesamt tausend Bluetooth-Armbänder an Kielerinnen und Kieler aus Pflegeeinrichtungen verteilt, die diese für einen Zeitraum von drei Monaten testen sollen. Der Arbeiter-Samariter-Bund (ASB) wird die Armbänder zusätzlich über seine mobilen Pflegedienste an ausgewählte Personen übergeben. Parallel zu der Aushändigung werden die Teilnehmenden befragt und ihre Daten ausgewertet. Durch die Studie soll zum einen herausgefunden werden, ob die Corona-Warnarmbänder grundlegend funktionieren, zum anderen will man ihre Akzeptanz, also ob die Nutzenden mit ihnen klarkommen und bereit sind, sie jeden Tag zu tragen, erfassen.

Alternative zur Corona-Warn-App

Das aus Silikon bestehende Warnarmband fungiert als kostengünstige und leicht bedienbare Alternative zur Corona-Warn-App. Dadurch soll auch denjenigen, die kein Smartphone nutzen können oder wollen, die Chance zur Teilhabe am System gegeben werden. Der Vorsitzende des Kieler Vereins Groschendreher – Kieler Bündnis gegen Altersarmut e.V. Benjamin Walczak erklärt: „Relativ früh war klar, dass viele ältere Menschen und viele Menschen mit geringem Einkommen nicht die Corona-Warn-App werden nutzen können. Deshalb ist die erfolgreiche Zusammenarbeit mit der Uni Kiel und ADDIX aus unserer Sicht eine wichtige Möglichkeit, um gesundheitliche Chancengleichheit herzustellen.“

Funktionsweise des Armbands

Das Armband kommuniziert via Bluetooth-Chip sowohl mit anderen Warnarmbändern als auch mit denjenigen Smartphones, auf denen die Corona-Warn-App installiert und aktiv ist. In den Einrichtungen werden sogenannte Basisstationen aufgebaut, die über eine Internetverbindung verfügen und die Kontaktverfolgung gewährleisten. Kommt nun eine Trägerin oder ein Träger des Warnarmbands in die Nähe dieser Station, läuft der Datenaustausch ganz automatisch ab. Wenn es zu einer Risikobegegnung gekommen ist, informiert das Armband einen durch ein aufblinkendes LED-Licht.

Abgesehen von der Bluetooth-Datenübertragung besitzt es jedoch keinerlei Funktionen, was zum einen datenschutzrechtliche Gründe hat, zum anderen aber dazu beiträgt, dass das Armband kostengünstig vertrieben werden kann und eine hohe Energieeffizienz besitzt. Die Akkulaufzeit des Geräts liegt zwischen drei Tagen und einer Woche und mit der notwendigen Unterstützung aus der Politik für eine Massenproduktion wird ein Abgabepreis von 20 bis 22 Euro erwartet, so der Geschäftsführer des Kieler Softwareunternehmens Addix Björn Schwarze.

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