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Partnernetzwerke - der Königsweg zu Industrie 4.0?

| Autor: Victoria Sonnenberg

Kaum eine industrielle Revolution wie die vierte brachte so zahlreich zusammen, was zusammen gehört. Suchen und finden lassen steht offenbar ganz oben auf der Agenda. Partnerschaften im Umfeld von Industrie 4.0 zählen zum guten Ton. Glaubt man doch, dass die Mammutaufgabe der intelligenten Vernetzung gemeinsam meistern ist.

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Kuka hat in den vergangenen Jahren nicht nur die eigene Forschungs- und Entwicklungsabteilung durch internationale Standorte erweitert, sondern auch extern investiert und strategische Partnerschaften geschlossen.
Kuka hat in den vergangenen Jahren nicht nur die eigene Forschungs- und Entwicklungsabteilung durch internationale Standorte erweitert, sondern auch extern investiert und strategische Partnerschaften geschlossen.
(Bild: Kuka)

Industrie 4.0 macht keiner allein“, bringt Andreas Huhmann, Strategy Consultant Connectivity & Networks bei der Harting Technologiegruppe, auf den Punkt, was nicht treffender hätte formuliert werden können. Industrie 4.0 verlangt nach einem Wissensfundus, den kein bis kaum ein Unternehmen selbst liefern kann und, „wenn man versucht, eine Lösung monopolistisch aufzubauen, dann dauert es sehr lange – eventuell unendlich lange“, so Huhmann weiter. Zudem sei der Aufbau äußerst aufwendig und mit Sicherheit nicht optimal für den Kunden. Es gibt aber noch einen weiteren Aspekt, der sich aus der starken Service-Orientierung der Industrie 4.0 ergibt.

„Beispielsweise können Informationen aus dem Produktionsbereich diversen Services zur Verfügung stehen. Der Temperaturwert eines Sensors kann zur Prozess-Steuerung, aber auch zum Predictive Maintenance oder dem Energy Management eingesetzt werden. Es ergibt sich also ein exponentiell ansteigender Aufwand für neue Services, wenn die Lösungen nicht offen und interoperabel sind“, fasst Huhmann zusammen. Daher erfordert Industrie 4.0 für komplexe Wertschöpfungsnetzwerke entsprechende Partnernetzwerke, um jene zu beherrschen.

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Strategische Partnerschaften - nicht nur günstig, sondern notwendig

Wer heute noch nicht weiß, welche Rolle er im komplexen Konstrukt Industrie 4.0 besetzen will, wie und vielleicht auch mit wem er das neue Zeitalter mitgestalten möchte, der wird es in naher Zukunft schwer haben, wettbewerbsfähig zu bleiben. Dass mit der Komplexität von Industrie 4.0 strategische Partnerschaften günstig, wenn nicht gar notwendig werden, hat Harting bereits vor fünf Jahren festgestellt, beim Aufbau des Industrie-4.0-Demonstrators Smart Factory KL. „Es hat sich schnell ein Partnerkreis gefunden, der gemeinsam diese Herausforderung stemmen konnte. Dabei wurde eigentlich innerhalb der ersten Sitzungen spürbar, dass es für Industrie 4.0 zu einer ganz neuen Form der Zusammenarbeit kommen wird. Es bestand eindeutig Wettbewerb zwischen den Firmen im Markt, aber bei der Generierung der Lösungen musste trotzdem partnerschaftlich zusammengearbeitet werden“, erinnert sich Huhmann. Und selbst die Lösungen mussten zusammenarbeiten, indem spezifische Kompetenzen zu einer Gesamtlösung gebündelt wurden. So entstand der weltweit erste Industrie-4.0-Demonstrator, der für alle Beteiligten zur Verfügung stand. „Der Partnerkreis hat dabei auf Augenhöhe, offen und ohne Vorbehalte, zusammengearbeitet. Die Ergebnisse, wie beispielsweise die Standards im Bereich der Systemarchitektur, stehen so allen Partnern zur Verfügung.“

Mit IT-Schwergewicht IBM im Boot

Harting kooperiert zudem mit der Robotation Academy im chinesischen Foshan und erhält so Zugang zu nahezu allen produzierenden Unternehmen in Südchina einschließlich der IT-Produzenten in Shenzhen. Auch Harting China wird seine Mitarbeitenden an der Robotation Academy schulen lassen. Man beteiligt sich darüber hinaus über Gebühren an der Finanzierung der Weiterbildungseinrichtung. „Langfristig versprechen wir uns dadurch, unsere Marktposition in China auszubauen“, so Huhmann weiter.

Auch mit Industrie-4.0-Schwergewicht IBM führt Harting eine Partnerschaft, die aufgrund gemeinsamer Interessen und eines gemeinsamen Verständnisses von IoT (Internet of Things) beinahe unausweichlich war. Obwohl die Partnerschaft erst seit Anfang des Jahres besteht, sind die Ergebnisse bereits erstaunlich. Mit der Mica (Modular Industry Computing Architecture) bietet Harting eine Lösung an, mit der sich Maschinendaten an Bestandsanlagen erfassen lassen. Im Anschluss werden die Daten lokal verarbeitet und dann an die IBM Bluemix Cloud geschickt, wo sie analysiert und visualisiert werden. „Dieses gemeinsame Lösungspaket wollen wir in Zukunft an andere Partner und Kunden, zum Beispiel im Rahmen des Mica network, vermarkten“, ergänzt Huhmann.

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