Forschungsprojekt Open-Source-Plattform für Servicerobotik-Anwendungen

Redakteur: Alina Hailer

In einem Verbundprojekt wurde eine offene IT-Plattform für Servicerobotik-Anwendungen geschaffen. Sie soll es Nutzern ermöglichen, mithile eines Baukastensystems Roboterlösungen zu realisieren.

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Mit Xito-One konnten bereits Intralogistik-Anwendungen zur Unterstützung in der Kommissionierung umgesetzt werden.
Mit Xito-One konnten bereits Intralogistik-Anwendungen zur Unterstützung in der Kommissionierung umgesetzt werden.
(Bild: Xito / Fraunhofer IPA)

Eine offene IT-Plattform für die Entwicklung von Robotersystemen – das ist das Ziel des aktuellen Projektes „Seronet“ vom Fraunhofer Institut für Produktionstechnik und Automatisierung IPA. Mit der Plattform Xito-One soll es Nutzern ermöglicht werden, Anwendungen mit Servicerobotern einfacher und wirtschaftlicher umzusetzen.

Die IT-Plattform bietet wiederverwendbare Komponenten für professionelle Servicerobotik-Anwendungen und zeigt auf, welche Anbieter und Komponenten am Markt verfügbar sind. Im Moment bietet Xito-One bereits über 40 Komponenten.

Das Projekt erhält Fördermittel aus dem Technologieprogramm „Paice“ des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie.

Für wen ist die Plattform interessant?

Im Projekt wurden Marktanalysen durchgeführt, die einen erheblichen Bedarf an einfach umsetzbaren Roboterlösungen gezeigt haben. Seronet adressiert mit seinen Werkzeugen zur Umsetzung von Robotersystemen genau diesen Bedarf – von der ersten Anwendungsidee bis zur Inbetriebnahme. Die Online- Plattform Xito-One bringt Anwender und Lösungsanbieter unkompliziert zusammen.

Sie vereinfacht durch zielgruppenspezifische Onlinewerkzeuge die gesamte Projektabwicklung von der Anfrage über die Spezifikation und Realisierung mit einem Baukastensystem bis zur Auslieferung einer Roboterlösung. So kann der Software-Entwicklungsaufwand in der professionellen Servicerobotik gesenkt werden. Gemeinsam verfolgen die Projektpartner das Ziel, die Servicerobotik in Deutschland perspektivisch weltweit konkurrenzfähig zu machen.

Anwendungsbeispiele: Mobile Roboter und Materialflusslösungen

Im Projekt wurde beispielsweise bereits erfolgreich eine Kommissionierungslösung in der Pharmalogistik umgesetzt, bei der Artikel unterschiedlichster Form automatisiert kommissioniert werden. Derzeit liegt der Fokus auf anspruchsvollen Intralogistik-Lösungen in unterschiedlichsten Branchen. Weitere Beispiele dazu sind eine Maschinenbestückung mit mobilen Robotern bei einem Kunststoffspritzgusshersteller oder eine Materialflusslösung bei einem Automobilzulieferer.

Endanwender-Challenge

Das Projekt bietet zudem eine besondere Chance: Kleine und mittlere Unternehmen (KMU) werden in der Endanwender-Challenge aufgerufen, Problemstellungen, Aufgaben und Anwendungen einzusenden, die ihre Wertschöpfung durch Roboter und Automatisierung steigern können. Alle teilnehmenden Unternehmen erhalten eine kostenlose Einschätzung zur Realisierbarkeit sowie die Chance auf eine kostenlose Umsetzung ihrer Anwendung als Prototyp.Die Teilnahme ist bis zum 30. Juni 2021 möglich.

Verantwortlich für das Projekt ist ein interdisziplinäres Team von Forschungseinrichtungen, Systemintegratoren, Endanwendern und Roboterherstellern:

  • Fraunhofer IPA
  • FZI Forschungszentrum Informatik (Karlsruhe)
  • Hochschule Ulm
  • Universität Stuttgart (ISW)
  • Kuka Deutschland GmbH
  • Universität Paderborn
  • Ruhrbotics GmbH
  • Daimler TSS
  • Transpharm Logistik GmbH
  • Klinikum Mannheim Dienstleistungsgesellschaft mbH

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