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OPC UA: Yaskawa präsentiert neue Software-Plattform

| Redakteur: Jürgen Schreier

Mit dem Yaskawa Cockpit hat Yaskawa eine neue Software-Plattform für vernetzte Produktionsumgebungen unter Nutzung von OPC UA entwickelt. Vorgestellt wurde das Cockpit auf der Automatica 2018 in München.

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Auf der Automatica 2018 in München vorgestellt wurde das Yaskawa Cockpit. Bei der neuen, zentralen Software-Plattform für vernetzte Produktionsumgebungen setzt das Unternehmen unter anderem auf die Standard-Schnittstelle OPC UA.
Auf der Automatica 2018 in München vorgestellt wurde das Yaskawa Cockpit. Bei der neuen, zentralen Software-Plattform für vernetzte Produktionsumgebungen setzt das Unternehmen unter anderem auf die Standard-Schnittstelle OPC UA.
( Bild: Yaskawa )

Mit dem Yaskawa Cockpit plant das japanische Robotik- und Automatisierungsunternehmen, relevante Prozess- und Systemdaten aus vernetzten Produktionsanlagen in einer skalierbaren Datenbank in Echtzeit zu sammeln, zu analysieren oder für die externe Weiterverarbeitung bereitzuhalten. Die Visualisierung erfolgt direkt und verständlich in der Software-Plattform.

Mit dem Yaskawa Cockpit Daten intelligent nutzen

Über die Visualisierungsfunktionen hinaus lässt sich im Yaskawa Cockpit der aktuelle Status jeder Maschine in Echtzeit abbilden und mit anderen Datenquellen in Beziehung setzen, zum Beispiel zur geplanten Produktionsmenge. „Die Daten können ebenso problemlos und unter höchsten Sicherheitsstandards an bereits vorhandene ERP-, MES-, Big-Data- oder AI-Umgebungen weitergegeben werden, um auf dieser Grundlage fundierte Entscheidungen zu ermöglichen. Gleichzeitig können dem System Daten zur Optimierung zurückgespielt werden“, nennt Bruno J. Schnekenburger, CEO der Robotics Division von Yaskawa Europe, weitere Vorteile für den industriellen Anwender.

Die Funktionalitäten des Yaskawa Cockpit zeigen sich in der Praxis sowohl im Zusammenspiel von Robotics-Live-Zellen als auch mit Steuerungs- und Antriebstechnik von Yaskawa: Beispielsweise erkennt und meldet die Software-Plattform einen verstopften Luftfilter ohne den Einbau zusätzlicher Sensoren allein durch das Monitoring des Stromflusses.

IOP UA als einheitlichen Kommunikationsstandard gewählt

„Bei der Vernetzung der Komponenten und Anlagenteile mit der Software haben wir uns bewusst für OPC UA entschieden“, sagt Andreas Waibel, Chef-Entwickler der Robotics Division der Yaskawa Europa GmbH. „Denn dieser Kommunikationsstandard wird nicht zuletzt auch vom VDMA für Umsetzung der Maschine-zu-Maschine-Kommunikation (M2M) und anderer Industrie4.0-spezifischer Anwendungen bevorzugt.“

OPC UA steht für Open Platform Communication Unified Architecture und bietet aufgrund seiner Architektur die Möglichkeit, eine plattform- und herstellerunabhängige Kommunikation über verschiedene Ebenen der Automatisierungspyramide bereitzustellen und den streng hierarchischen Datenfluss hierbei aufzulösen. Der VDMA-Arbeitskreis Robotik + Automation arbeitet konkret an der Realisierung dieser Vision.

„i³-Mechatronics“ verbindet Mechatronik mit der digitalen Welt

Das Yaskawa Cockpit bildet ein zentrales Element des Industrie 4.0-Lösungskonzepts „i³-Mechatronics“. Darin verknüpft Yaskawa klassische Mechatronik, Informations- und Kommunikationstechnologie sowie digitale Lösungen wie Künstliche Intelligenz, Big Data und das Internet der Dinge. „i3“ steht dabei für integriert – intelligent – innovativ.

Dieser integrative Ansatz umfasst aktuelle und neu entwickelte Motoman-Roboter ebenso wie Produkte und Lösungen aus der Antriebs- und Steuerungstechnik sowie eigens entwickelte Softwarelösungen. Neben Live-Applikationslösungen aus den Bereichen Antriebs- und Steuerungstechnik stehen neue Robotermodelle sowie die Themen kollaborative Robotik und Künstliche Intelligenz bei Yaskawa im Fokus.

Automatica 2018 mit dickem Plus

Die Automatica 2018, die heute am 22.Juni zu Ende ging, erreichte nach Aussagen der Messe München neue Rekorde: mehr als 46.000 Besucher (plus sieben Prozent) und 890 Aussteller (plus sieben Prozent). Messegeschäftsführer Falk Senger hob vor allem die internationale Resonanz der Roboter- und Automatisierungsschau hervor: „20 Prozent mehr Besucher kamen aus dem Ausland. Das zeigt, dass die Automatica auf globaler Ebene immer wichtiger wird.“

Branchenvertreter Dr. Norbert Stein, Vorsitzender des Fachverbandes VDMA Robotik + Automation und Geschäftsführer der VITRONIC GmbH, ist vom Messekonzept überzeugt: „Die Automatica hat wieder einmal Maßstäbe gesetzt. Sie zeigt die Zukunft der Automation und gibt Orientierungswissen auf höchstem Niveau. Besucherqualität und -quantität: erstklassig!“

Per Vegard Nerseth, Managing Director ABB Robotics, erklärt die Bedeutung der Automatica für sein Unternehmen: „Die Automatica ist die wichtigste Messe im Bereich Robotik und Automation. Hier wird viel Wert auf zukunftsorientierte Technologie gelegt. Das ist der Hauptgrund, warum wir hier in München sind.“

Ein wichtiges Thema auf der Automatica 2018 war die Künstliche Intelligenz (KI). Mit zahlreichen Vorträgen zu diesem Thema hat die Messe relevantes Fachwissen vermittelt. Denn KI-basierte Datenanalysen können nach Meinung von Fachleuten der Industrie einen enormen Wachstumsschub bescheren. Dabei sei der interdisziplinäre Dialog entscheidend. „Um Geschäftspotentiale erfolgreich zu nutzen, müssen Automatisierungs- und IT-Anbieter gemeinsam mit KI-Experten in Zukunft wesentlich enger zusammenarbeiten“, ist Ralf Bucksch, Technical Executive Watson IoT Europe, IBM Sales & Distribution, Software Sales, überzeugt.

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