Industrie-4.0-Weltsprache OPC UA for Machine Tools integriert jetzt auch Bestandssysteme

Quelle: Pressemitteilung des VDW

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Neue Spezifikationen der jüngsten Version von OPC UA for Machine Tools erfassen, wie es heißt, jetzt auch wichtige Betriebsdaten und Kennzahlen. Und vorhandene Anlagen können besser integriert werden.

Eine neue Version der OPC UA for Machine Tools Companion Specification ist jetzt verfügbar. Die vom VDW getragene Joint Working Group mit der OPC-Foundation bietet damit ab sofort eine Integrationmöglichkeit bereits vorhandener Bestandssysteme. Hier die Details ...
Eine neue Version der OPC UA for Machine Tools Companion Specification ist jetzt verfügbar. Die vom VDW getragene Joint Working Group mit der OPC-Foundation bietet damit ab sofort eine Integrationmöglichkeit bereits vorhandener Bestandssysteme. Hier die Details ...
(Bild: Chiron)

Dr. Wilfried Schäfer, Geschäftsführer des VDW, freut sich über den Fortschritt und kommentiert: „Mit dem Update der Spezifikation für Werkzeugmaschinen ist ein weiterer wichtiger Meilenstein erreicht. Die Nutzung von Companion Specifications wird dadurch in Zukunft noch attraktiver und für mehr Akzeptanz unter den Abnehmern der Branche sorgen.“ Schäfer hofft, die Vorteile bereits auf den nächsten Messen demonstrieren zu können. Eine wichtige Rolle spiele dabei auch die allseits bekannte Konnektivitätsinitiative Umati, die den offenen Datenaustausch praktisch greifbar mache. In technischer Hinsicht stelle die neue Version ein ergänzendes Facet der Spezifikation OPC UA for Machine Tools (UA4MT) dar. Ein Facet ist eine Gruppe vordefinierter Parameter für eine spezielle Anwendung. Bei der UA4MT erweitert das KPI-Monitoring-Facet das Basisprofil um Parameter für:

  • den Machinery State (Ist-Zustand der Maschine);
  • den Machine Operation State (aktuelle Betriebsart der Maschine);
  • die Fehlerinformationen;
  • die notwendigen Eingriffe der Maschinenbedienenden;
  • die Effizienzkennwerte (Stückzähler über die gesamte Lebensdauer der Maschine, Fertigteilezähler, Gutteilezähler);
  • den Wartungsstatus der Maschine (Service, Inspektion, Reparatur, Upgrade).

Übergreifende Standardisierung setzt auf etablierten Systemen auf

Die Entwicklung zahlreicher OPC UA Companion Specifications für den Maschinen- und Anlagenbau gehe gut voran, denn sie schaffe offene Schnittstellenstandards zwischen Maschinen, Geräten und Software, die auf OPC UA basierten. Sie werden übrigens unter Führung des VDMA zur Global Production Language ausgebaut. Knapp 50 solcher Spezifikationen sind bereits erschienen oder werden derzeit entwickelt, betonen die Beteiligten. Bei der Umsetzung in die Praxis zeige sich jedoch, dass sich zukunftsfähige Technologien wie OPC UA erst in der Breite am Markt etablieren müssten, wenn es darum gehe, den Datenaustausch über bestehende Schnittstellen oder Systeme auf neue, offene Standards umzustellen. Dies betrifft laut VDW vor allem die in der Automobilindustrie etablierte Betriebs- und Maschinendatenerfassung (BDE respektive MDE). Meistens würden noch hausinterne Standards der Kunden angewendet, was eine übergreifende Standardisierung hemme.

Die neue Erweiterung der OPC UA for Machine Tools Companion Specification will das Problem ad acta legen. Und nachdem die erste Version das globale Monitoring des Maschinenzustands von Werkzeugmaschinen adressiert hat, werden jetzt mit Version 1.01.1 wichtige Betriebsdaten und Kennzahlen, so genannte Key Perfomance Indicators (KPI), erfasst.

Diesen Weg wird die OPC UA for Machinery gehen

Die große Zahl der daran beteiligten Unternehmen mache es möglich, die Erfahrung mit den zahlreichen BDE-/MDE-Systemen der Kundschaft einfließen zu lassen. Schlussendlich finden sich fast alle Parameter, die bis heute in diesen Systemen verwendet werden, in der KPI-Erweiterung wieder, betont der VDW. Damit sei es durch einfaches Mapping möglich, die Bestandsdaten in einem OPC-UA-Ökosystem zu nutzen, oder übergangsweise auch umgekehrt. Aktuelle Initiativen, wie das Automotive Network „Catena-X“, geben ganz klar die Richtung vor, die da heißt: integrative, plattformbasierte Ökosystemen zu schaffen, die proprietäre, also nicht unabhängige, Installationen mittelfristig ablösen, wie man erfahren darf.

Nachdem dieses Etappenziel erreicht ist, hat Dr. Alexander Broos, Leiter der Abteilung Forschung und Technik im VDW, die nächsten Schritte bereits fest im Blick: „Wir haben uns vorgenommen, unseren Umati-Demonstrator im vierten Quartal diesen Jahres auf eine sogenannte Pub/Sub-Technologie (Publish/Subscribe) upzudaten.“ Das vereinfache die Anbindung von Maschinen und Software weiter, und steigere dabei den Mehrwert der Interfaces für Cloud-Sevices.

Darüber hinaus liegen zukünftigen Entwicklungsschwerpunkte auf dem Energiemonitoring, dem Jobmanagement und dem Machine Tending (Maschinenpflege). Diese drei Aspekte werden übrigens zurzeit im Kontext der Harmonisierung über die Arbeitsgruppe OPC UA for Machinery mit dem VDMA entwickelt. In den kommenden Monaten soll auch eine eigenständige Arbeitsgruppe für die additive Fertigung gegründet werden. Für die Umformtechnik wurde schon eine neue Untergruppe der bestehenden Werkzeugmaschinen-Gruppe eingerichtet.

Das Update ist ab sofort auf der Umati-Website verfügbar.

Auf diesen Veranstaltungen kann man live dabei sein:

Auf der IMTS in Chicago (12. bis 17.09.2022, West Hall (Lakeside), Level 3), auf der AMB in Stuttgart, 13. bis 17.09.2022 (Halle 10, Stand 10 A75). Auf der JIMTOF in Tokio (8. bis 13.11.2022, Umati-Stand in East Hall 8, Stand E8016) wird Umati mit einem eigenen Stand vertreten sein und lädt hier zu Live-Demonstrationen und „Meet the Experts“-Treffen ein.

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