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Stammdaten-Management

Ohne Stammdaten kein vernetztes Business

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Auswirkungen schlechter Stammdaten im produzierenden Gewerbe

Tatsache ist: Stammdatenmanagement ist eine zentrale Herausforderung im digitalen Zeitalter. Zunehmend beschäftigen sich daher Wissenschaftler mit dem Thema, um herauszufinden, wie die Datenlage bei deutschen Unternehmen aussieht und wo Hilfe ansetzen kann. So hat die Forschungsvereinigung FIR an der Technischen Hochschule Aachen im Rahmen eines vom Bundeswirtschaftsministerium geförderten Forschungsprojekts („STAIRS“) gemeinsam mit VDMA und Partnerfirmen untersucht, welche Auswirkungen schlechte Stammdaten auf Prozesse im produzierenden Gewerbe haben und wie sich deren Qualität steigern lässt.

Eine Befragung von 132 Unternehmen durch die FIR ergab: Jedes Fünfte hat sich mit der Qualität der eigenen Stammdaten noch nie befasst, 80 Prozent haben Fehlerquoten von über zehn Prozent in ihren Datensätzen. 70 Prozent der Befragten gaben zwar an, dass sie bereits Maßnahmen zur Verbesserung der Datenqualität eingeführt haben, die wenigsten aber taten das systematisch und nur wenige waren mit den Ergebnissen zufrieden.

Das Kompetenzzentrum Unternehmenssoftware (CCIS) an der Hochschule Heilbronn kam in einer Unternehmensumfrage im vergangenen Jahr zu ähnlichen Ergebnissen. „Die meisten überprüfen und korrigieren ihre Daten erst dann, wenn ein Problem bereits da ist“, sagt CCIS-Informatiker Thomas Schäffer. „Das ist wenig zielführend, denn Stammdatenpflege ist kein kurzes Projekt, sondern eine kontinuierliche Anforderung.“

In die Datenwelt des eigenen Betriebes horchen

Problem für viele KMU: Geschäftsführer oder Betriebsleiter wissen zwar, dass ihre schlechte Datenbasis Ursache ist für Rückfragen, Mehrkosten oder höhere Durchlaufzeiten. Doch den meisten fehlt es zugleich an Personal, an einer klaren Zielsetzung und den geeigneten Werkzeugen.

Als Starterhilfe entwickelte das FIR im Rahmen von STAIRS daher ein Software-Tool. Damit können Unternehmen Schwachstellen identifizieren und sich Gegenmaßnahmen empfehlen lassen. Der Nutzer beschreibt dafür in einfachen Matrizes Struktur von Betrieb und Produkten, danach definiert er Ist- und Sollzustand seiner Stammdaten in zehn Qualitätsmerkmalen. Auf Basis dieser Angaben ermittelt und empfiehlt das Programm Verbesserungsmaßnahmen – vom simplen Vier-Augen-Prinzip bis hin zur umfassenden Klassifikation für jedes einzelne Objekt. „Unser Tool hilft, in die Datenwelt des eigenen Betriebs hineinzuhorchen“, formuliert Martin Birkmeier, Diplominformatiker am FIR. Ein weiterer Vorteil: Wer sich mit seinen eigenen Stammdaten und deren Mängeln auseinandergesetzt hat, kann sich viel gezielter externe Hilfe und Beratung suchen.

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