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Stammdaten-Management

Ohne Stammdaten kein vernetztes Business

| Autor/ Redakteur: Christa Friedl / Frank Jablonski

Daten sind Grundlage für unternehmerischen Erfolg - das gilt umso mehr in Zeiten von Losgröße 1 und Industrie 4.0. Dennoch: Viele kleine und mittlere Unternehmen wirtschaften mit veralteten, falschen und unstrukturierten Stammdaten. Hilfe tut not.

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(Bild: gemeinfrei / Pixabay / CC0)

Wer mit einem schon lange nicht mehr aktualisierten Navi unterwegs ist, wird sich mit hoher Wahrscheinlichkeit verfahren, zu spät ankommen oder den Weg überhaupt nicht finden. Ganz ähnlich ist es mit den Stammdaten eines Unternehmens: Betriebe, die Adressen von Kunden und Lieferanten, Produkt- und Anlagendaten nicht hegen und pflegen, finden sich über kurz oder lang in einer vernetzten Industriewelt nicht mehr zurecht. „Digitalisierte Produktion und Industrie 4.0 gehen nicht ohne wirksames Stammdatenmanagement“, konstatiert Volker Schnittler, Referent für Unternehmenssoftware beim Branchenverband VDMA.

Unter Stammdaten verstehen Fachleute alle zustandsorientierten Informationen, die der Identifizierung und Beschreibung von realen Geschäftsobjekten dienen: von Auslaufsteuerung bis Zolltarifnummer, von Arbeitsplan bis Zahlungsbedingungen. Stammdaten bilden die Grundlage für Planung, Steuerung und Controlling. Erst sie ermöglichen effiziente Produktion, korrekte Abwicklung von Aufträgen und die Erfüllung behördlicher Vorgaben. Sie mindern das Risiko für Lieferengpässe, Produktionsfehler und Forderungsausfälle.

Dennoch wird das Thema Datenqualität in kleineren und mittleren Betrieben des Maschinen-und Anlagenbaus oft vernachlässigt. Viele KMU verwalten ihre betriebsinternen Daten in Excel-Tabellen und von Hand. Geschäftsführer sehen in der Pflege ihrer Stammdaten vor allem ein notwendiges Übel. „Dies liegt daran, dass Potenzial und Nutzen nicht transparent sind,“ weiß Schnittler.

So ist es zwar ein offenes Geheimnis, dass schlechte Daten zu Reklamationen, Missverständnissen, Rückfragen und doppelten Beständen führen. Doch meist werden im Tagesgeschäft Fehler und Widersprüche toleriert, weil erfahrene Mitarbeiter sie immer wieder ausmerzen.

Alle Intelligenz im Betrieb ist nur so klug, wie es die Stammdaten zulassen

In Zeiten von Industrie 4.0 reicht das aber nicht mehr: Sämtliche „intelligenten“ Systeme für digitalisierte Abläufe sind immer nur so klug, wie die Stammdaten eines Betriebs das zulassen. Dazu gilt beispielsweise für so genannte Enterprise-Resource-Planning(ERP)-Software, mit der heute vielfach Prozesse beschleunigt und automatisiert werden. Jede dritte ERP-Einführung wird derzeit durch schlechte Stammdaten gefährdet, meldet das Aachener Beratungsunternehmen knapp:consult. Auch bei Fusionen, wenn zwei Unternehmen ihre Datensätze abgleichen und verschmelzen müssen, fallen Lücken und Fehler schmerzhaft auf. Und was passiert, wenn der letzte Mitarbeiter, der dank seiner Erfahrung die Schwachstellen der Betriebsdaten kennt und falsche Informationen von Hand korrigiert, in Rente geht?

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