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Ohne Cloud geht es nicht

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Device-to-App: wertvolle Zusatzinformationen

In unzähligen Automatisierungsbaugruppen stecken inzwischen sehr wertvolle Zustandsdaten, auf die innerhalb der normalen Betriebsumgebung nicht zugegriffen werden kann. So haben zum Beispiel pneumatische Subsysteme vielfach eine interne Intelligenz, die Condition Monitoring-Daten erzeugt und speichert. Aus diesen Daten lässt sich beispielsweise bestimmen, wie oft ein Ventil oder eine Hydraulikeinheit benutzt wurde und wann sie gewartet bzw. ausgetauscht werden sollte. Da sehr häufig als einzige Schnittstelle eine Verbindung zur übergeordneten Steuerung existiert, von der lediglich Aktorbefehle empfangen werden, bleiben solche wichtigen Daten ungenutzt, weil im normalen Betrieb keine Zugriffsmöglichkeit besteht.

In umgekehrter Richtung sieht es ähnlich aus. Intelligente Sensor- und Aktorbaugruppen bieten vielfältige Konfigurationseinstellungen und Diagnosemöglichkeiten. Für die Steuerung stehen in der Regel eine Programmierschnittstelle und die entsprechende Engineering-Softwarewerkzeuge zur Verfügung. Für periphere Funktionseinheiten hingegen nicht. Der Zugriff auf die Daten ist nur einem Servicetechniker mit entsprechender Spezialausrüstung möglich.

Mit Hilfe der Bluetooth Low Energy (BLE)-Bausteine aus dem IoT-Technologie-Stack lässt sich mit relativ geringem Aufwand eine Nahbereichsfunk-Schnittstelle nachträglich hinzufügen, zum Beispiel durch ein „CAN-2-BLE-Mikro-Gateway“. Eine solche Schnittstelle ermöglicht einer speziellen Smartphone-App das direkte Auslesen selektiver Zustandsdaten und – falls erforderlich – auch schreibende Zugriffe auf bestimmte Konfigurationsdaten. Die App besitzt neben dem BLE-Link eine IP-basierte Verbindung zu einem Docker Container oder sogar direkt in die Cloud. Dadurch lässt sich der jeweilige Ist-Zustand von Zeit zu Zeit per entsprechendem Service im Internet speichern und auswerten. Für den Hersteller des Ventils oder der Hydraulikeinheit entstehen dadurch wertvolle Zusatzinformationen zur Produktnutzung, die als Basis für serviceorientierte Angebote und Produktweiterentwicklung dienen können.

NFC: RFID-ähnliche Funktechnik

Neben BLE ist in der Thinglyfied-Roadmap auch NFC (Near Field Communication) vorgesehen. Diese RFID-ähnliche Funktechnik ist integraler Bestandteil aller neueren Smartphones und Tablets mit dem Android-Betriebssystem. Wird eine Komponente mit einem NFC-Interface (zum Bespiel als intelligentes Typenschild) ausgerüstet, kann ein Techniker sein Smartphone einfach auf das Typenschild halten, um über eine App die aktuellen Zustandsdaten auszulesen und beispielsweise über ein geplantes „CAN-2-NFC-Mikro-Gateway“ Parameter ändern.

Dieser Beitrag erschien ursprünglich bei elektrotechnik.

* Klaus-Dieter Walter, Geschäftsführer, SSV Software Systems

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