Forschungsprojekt Neues Forschungsnetzwerk möchte Quantentechnologien realisieren

Redakteur: Alina Hailer

Ein neues Forschungszentrum in Thüringen soll Vorreiter der technologischen Revolution werden. Das Ziel: Quantentechnologien der zweiten Generation ermöglichen.

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Bereits heute werden verschiedenste Quantentechnologien der ersten Generation wie beispielsweise Mikrochips in unserem Alltag genutzt.
Bereits heute werden verschiedenste Quantentechnologien der ersten Generation wie beispielsweise Mikrochips in unserem Alltag genutzt.
(Bild: iStock / metamorworks)

Unsere Welt besteht aus kleinen Licht- und Energiebausteinen. Diese kleinen Teilchen unterliegen eigenen Gesetzen und physikalischen Prinzipien, die unserem Alltagsverständnis scheinbar widersprechen. Manche dieser Phänomene sind seit vielen Jahrzehnten bekannt, wir nutzen heute jedoch nur wenige davon als Basis für moderne Technik wie beispielsweise Mikrochips oder das Breitband-Internet – sogenannte Quantentechnologien der ersten Generation.

Andere Eigenschaften dieser Energiebausteine, die man beispielsweise Verschränkung oder Überlagerung nennt, könnten für neue, revolutionäre technische Lösungen genutzt werden. Mit dem Forschungsnetzwerk „Quantum-Hub-Thüringen“ sollen solche Quantentechnologien der zweiten Generation ermöglicht werden.

Wegbereiter im technologischen Umbruch

Fachleute erwarten in den nächsten Jahren eine Quantenrevolution, die unsere Gesellschaft so verändern wird, wie dies in den letzten 100 Jahren nur durch die Einführung der Mikroelektronik geschehen ist. Das Quantum-Hub-Thüringen will diesen bevorstehenden technologischen Umbruch entscheidend mitgestalten und den Freistaat Thüringen zu einem führenden Hightech-Standort für Quantentechnologien machen.

Das Ziel: Im Quantum-Hub sollen hocheffiziente Technologien entwickelt werden, die die Leistungsfähigkeit konventioneller Computer weit übersteigen. Dies soll in drei verschiedenen Teilbereichen der Quantentechnologie geschehen:

  • Quantenkommunikation
  • Quantensensorik
  • Quantenbildgebung

„Am Quantum-Hub-Thüringen sollen Demonstratoren mit Leuchtturmcharakter entstehen, die als Prototypen die Zukunftsfähigkeit der Quantentechnologie aufzeigen sollen“, so Prof. Jens Müller, Ko-Sprecher des Forschungsnetzwerkes und Vizepräsident für Internationale Beziehungen und Transfer der TU Ilmenau. Zudem habe das Forschungsnetzwerk das Ziel, Quantentechnologien frühzeitig in gesellschaftlich relevanten Anwendungsfeldern zu realisieren.

Prof. Jens Müller ist der Ko-Sprecher des Forschungsnetzwerkes Quantum-Hub und Vizepräsident für Internationale Beziehungen und Transfer der TU Ilmenau.
Prof. Jens Müller ist der Ko-Sprecher des Forschungsnetzwerkes Quantum-Hub und Vizepräsident für Internationale Beziehungen und Transfer der TU Ilmenau.
(Bild: TU Ilmenau/Michael Reichel)

Beteiligt am Quantum-Hub-Thüringen sind elf verschiedene Forschungseinrichtungen:

  • Friedrich-Schiller-Universität Jena
  • Technische Universität Ilmenau
  • Helmholtz-Institut Jena (HIJ)
  • Leibniz-Institut für Photonische Technologien (IPHT), Jena
  • DLR-Institut für Datenwissenschaften, Jena
  • Fraunhofer-Institut für Digitale Medientechnologie (IDMT), Ilmenau
  • Fraunhofer-Institut für Optronik, Systemtechnik und Bildauswertung, Institutsteil für Angewandte Systemtechnik (IOSB-AST), Ilmenau
  • Fraunhofer-Projektzentrum für Mikroelektronische und Optische Systeme für die Biomedizin Erfurt (MEOS) (Antragstellung über Fraunhofer-Institut für Angewandte Optik und Feinmechanik IOF, Jena)
  • IMMS Institut für Mikroelektronik- und Mechatronik-Systeme gemeinnützige GmbH (IMMS GmbH), Ilmenau
  • CiS Forschungsinstitut für Mikrosensorik GmbH, Erfurt.

Das Projekt wird mit sechs Millionen Euro über eine Laufzeit von 32 Monaten vom Freistaat gefördert.

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