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Automatica 2018 Neue Roboter für die intelligente Fabrik

| Redakteur: Jürgen Schreier

In der Roboterindustrie zeigt der Trend seit Jahren nach oben. Und ein Ende des Wachstums ist nicht in Sicht: Welche neuen Roboter-Konzepte Fabriken smart bzw. noch smarter machen, demonstriert die Branche auf der Automatica vom 19. bis 22. Juni 2018 in München.

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Hybride Roboter, Cobots, Doppelarmroboter sowie neue Vier- und Sechsachskinematiken machen den Weg frei für smarte Produktionskonzepte.
Hybride Roboter, Cobots, Doppelarmroboter sowie neue Vier- und Sechsachskinematiken machen den Weg frei für smarte Produktionskonzepte.
(Bild: Messe München GmbH)

Die Automatisierungsbranche boomt, wobei die Roboter-Industrie das Wachstum mit immer neuen, wegweisenden Entwicklungen vorantreibt. Das spiegelt sich auf der Automatica 2018 wieder. Hybride Roboter, Cobots, Doppelarmroboter sowie neue Vier- und Sechsachskinematiken sollen den Weg frei machen für smarte Produktionskonzepte. Und obwohl die Bundesrepublik mittlerweile das am stärksten automatisierte Land in Europa - auf 10.000 Mitarbeiter kommen 309 Roboter-Einheiten - ist ein Ende der Fahnenstange ist nicht in Sicht: Zwischen 2018 und 2020 wird der jährliche Absatz in Deutschland aufgrund der steigenden Nachfrage nach Robotern in der allgemeinen Industrie und in der Automobilindustrie weiterhin um durchschnittlich mindestens fünf Prozent pro Jahr wachsen. Das prognostiziert die International Federation of Robotics (IFR).

Robotiksparte von Doosan feiert Europa-Premiere

Die Top 10 der am meisten automatisierten Länder der Welt sind laut IFR: Südkorea, Singapur, Deutschland, Japan, Schweden, Dänemark, USA, Italien, Belgien und Taiwan. "Die Roboterdichte ist ein ausgezeichneter Vergleichsmaßstab, um den unterschiedlichen Automatisierungsgrad der Fertigungsindustrie in verschiedenen Ländern zu berücksichtigen", erklärt IFR-Präsident Junji Tsuda. "Aufgrund des hohen Volumens an Roboterinstallationen in Asien in den letzten Jahren weist die Region die höchste Wachstumsrate auf. Zwischen 2010 und 2016 betrug die durchschnittliche jährliche Wachstumsrate der Roboterdichte in Asien neun Prozent, in Amerika sieben Prozent und in Europa fünf Prozent."

Weltweit hat die Republik Korea die mit Abstand höchste Roboterdichte in der Fertigungsindustrie - eine Position, die das Land seit 2010 innehat. Die Roboterdichte des Landes übertrifft den weltweiten Durchschnitt um gut das Achtfache (631 Einheiten). Diese hohe Wachstumsrate ist das Ergebnis der fortgesetzten Installation einer großen Anzahl von Robotern, insbesondere in der Elektro-/Elektronikindustrie und in der Automobilindustrie.

Dabei sind die Koreaner keineswegs nur Robotikanwender, sondern auch Roboterhersteller. Auf der Automatica 2018 feiert der südkoreanische Mischkonzern Doosan die Europa-Premiere seiner Robotiksparte. Nach ersten Informationen sollen Lösungen für die Mensch-Roboter-Kollaboration im Mittelpunkt des Messeauftritts auf der Automatica 2018 stehen.

LBR iiwa soll zum Begleiter im Alltag werden

Wie schnell heute wegweisende Robotikentwicklungen den Weg von der Messe- in die Fabrikhalle finden, beweist KLARA. Der kollaborative Roboter von Universal Robots arbeitet in der Audi A4 /A5-Montage ohne Schutzzaun Seite an Seite mit Menschen. Die „Klebstoffapplikation mit Roboter Assistenz“, kurz KLARA, leistet wertvolle Unterstützung beim Einbau von CFK Dächern in das Audi RS 5 Coupé. Damit setzt der Automobilhersteller erstmals im Stammwerk Ingolstadt einen MRK-Leichtbauroboter zum Klebstoffauftrag in der Endmontage ein. Im Karosseriebau sowie in der Motorenmontage sind bereits ähnliche Roboter in die Produktion integriert.

Auf der Automatica 2018 werden die Themen Cobots und Mensch-Roboter-Kollaboration bei Roboterherstellern aus aller Welt im Mittelpunkt stehen. Wie weit die fortschrittlichsten Ansätze hier greifen, beweist KUKA unter dem Motto „industrial intelligence 4.0 beyond automation“.

KUKA hat mit dem LBR iiwa den Grundstein für die sensitive und sichere Zusammenarbeit zwischen Mensch und Maschine gelegt. Künftig soll der Roboter aber nicht mehr nur im industriellen Umfeld assistieren, sondern sich zum Begleiter des Menschen im Alltag entwickeln. Dazu müssen alle Schnittstellen vereinfacht werden – ob für Programmierung, Inbetriebnahme, Bedienung, Analyse oder Service. Auf der Automatica zeigt KUKA neue Lösungen, die den Bereich der Cobots für industrielle wie allgemeine Anwendungen abdecken.

Scara-Weltpremieren von Stäubli und Fanuc

Mit einem bunten Mix an Neuheiten kommt Stäubli nach München. Auf dem Automatica-Messestand demonstriert der Hersteller seine Vorstellung einer digital vernetzten Produktion. „Tatsächlich scheuen wir für die Automatica keinen Aufwand und zeigen in einer Smart Production Linie, wie Roboter und mobile Robotersysteme in direkter Interaktion mit Menschen im Industrie 4.0-Verbund Komponenten für Werkzeugwechselsysteme produzieren. Damit beweisen wir, dass sich mit Stäubli Lösungen Produktionsszenarien der Zukunft bereits heute abbilden lassen“, so Stäubli Robotics Chef Gerald Vogt.

Weiteres Highlight wird die Weltpremiere einer neuen Scara-Generation mit komplett gekapseltem Design und integriertem Kabelbaum sein, bei der Stäubli erstmals die von den Sechsachsern bekannte JCS-Antriebstechnik einsetzt. Durch diesen Technologiesprung lässt sich erstmals bei den Vierachsern ein Hygienedesign realisieren, das den Weg frei macht für neue Anwendungen in sensitiven Bereichen wie der Food-, Medizin-, Pharma- und Kosmetikindustrie.

Die Fabrik von heute und morgen, die individuelle Lösungen zwischen Vollautomation und manueller Arbeit erfordert, steht auch bei Fanuc im Mittelpunkt des Messeauftritts. Dabei spielen zuverlässige Komponenten, gut durchdachte Konzepte und zukunftsorientierte Datenstrukturen gleichermaßen starke Rol-len. Die Automatica bietet mit ihrer Messekonzeption eine gute Möglichkeit, die Einflussfaktoren detailliert und übersichtlich zu präsentieren. Wichtige Begriffe dabei: FIELD/Internet of Things, kollaborative Roboter, Deep Learning.

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