Qualitätssicherung Neue Norm für industrielle additive Produktionsstätten

Redakteur: Marie Lücke

TÜV Süd Product Service zertifiziert industrielle additive Produktionsstandorte nach der neuen Norm ISO/ASTM 52920. Sie beschreibt die Anforderungen an die Qualitätssicherung. Die Norm gehört zur ISO/ASTM 52900-Reihe, die grundlegend ist für die noch junge Branche.

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TÜV Süd unterstützt Anwender, Auftraggeber und Hersteller bei der Qualitätssicherung der additiven Fertigung.
TÜV Süd unterstützt Anwender, Auftraggeber und Hersteller bei der Qualitätssicherung der additiven Fertigung.
(Bild: TÜV SÜD)

Der TÜV Süd Product Service zertifiziert industrielle additive Produktionsstandorte nach einer neuen Norm, wie die technische Prüforganisation in einer Pressemitteilung vom 11. Oktober 2021 bekannt gab. Die ISO/ASTM 52920 definiert Qualitätssicherungsmaßnahmen entlang des Fertigungsprozesses und legt die werkstoff- und fertigungsunabhängigen Anforderungen an Teilehersteller fest, die additive Fertigungsverfahren einsetzen.

„Mit Hilfe der neuen Norm können Bauteilehersteller Lieferantenaudits immens verschlanken“, sagt Simon Schlagintweit, Lead Auditor Additive Manufacturing bei TÜV Süd. „Das erleichtert die Prüfung und sichert die Qualität der industriellen additiven Fertigung über die gesamte Wertschöpfungskette.“

Schon kleinste Abweichungen beim Ausgangsmaterial oder dem Kalibrieren der Maschinen beeinträchtigen mitunter die Stabilität von Bauteilen. Deshalb definiert die ISO/ASTM 52920 sowohl qualitätsrelevante Faktoren in der Prozesskette als auch Abläufe am Fertigungsstandort.

Die ISO/ASTM 52920 gliedert sich in die drei Segmente „Qualifizierung des Fertigungsprozesses“, „Qualitätssicherung“ und „Verifizierung der Bauteilanforderungen“. Teilaspekte umfassen die Datenvorbereitung, die Systemvorbereitung oder die Nachbearbeitung. Ein ständiger Verbesserungsprozess, Bauteilspezifikationen oder ein Validierungsplan sind weitere essenzielle Punkte.

Ganzheitlich statt produktspezifisch

Außerdem hat die neue Norm einen ganzheitlichen statt produktspezifischen Ansatz, der auch für regulierte Industrien zielführend ist, wie die Automobilbranche, den Bahnsektor, die Luft- und Raumfahrt oder die Medizintechnik. Sie gilt für alle Verfahren, die im Rahmen der ISO/ASTM 52900 zum Einsatz kommen dürfen.

Die Inhalte entstanden aus der Zusammenarbeit der technischen Komitees ISO/TC 261 „Additive manufacturing“ und CEN/TC 438 „Additive Fertigungsverfahren“, die bei der französischen Normungsstelle Association française de normalisation (AFNOR) angesiedelt sind. Auf deutscher Seite beteiligt war der Arbeitsausschuss „Additive Fertigung“ im DIN-Normenausschuss Werkstofftechnologie (NWT).

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