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Werkzeugüberwachung Neff schützt Umformwerkzeuge mit Visual Die Protection

| Redakteur: Jürgen Schreier

Ende 2019 hat der Hausgeräte-Hersteller Neff das Werkzeug-Überwachungssystem „Visual Die Protection“ von Schuler angeschafft. Bereits kurz nach der Installation erkannte das kameragestützte System, dass im Werkzeug ein Bauteil falsch lag, stoppte die Presse sofort und konnte damit einen Schaden verhindern.

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Schuler hatte das kamerabasierte System Ende September 2019 auf den Protec-Technologietagen erstmals der Öffentlichkeit vorgestellt.
Schuler hatte das kamerabasierte System Ende September 2019 auf den Protec-Technologietagen erstmals der Öffentlichkeit vorgestellt.
(Bild: Schuler)

„Auf eine solche Lösung haben wir gewartet“, zeigt sich Leonardo Serosi von der Fertigungsbetreuung bei Neff Hausgeräte begeistert. „Wir haben die ‚Visual Die Protection‘ bei einer Vorführung gesehen und wollten sie schnellstmöglich haben. Es war uns sofort klar, wie viel Kosten wir sparen können, wenn sich damit Werkzeug- und Maschinenschäden vermeiden lassen.“

Umformtechnik-Spezialist Schuler hatte das System Ende September 2019 auf den Protec-Technologietagen erstmals der Öffentlichkeit vorgestellt. Nur wenige Tage später startete der Testlauf bei Neff in Bretten – mit erfolgreichem Ergebnis: „Visual Die Protection“ identifizierte eine Fehlorientierung der Bauteile und hielt die Presse noch vor dem Aufsetzen der Werkzeuge an.

System läuft aktuell auf zwölf kritischen Werkzeugsätzen

Aktuell läuft das intuitiv bedienbare System auf zwölf kritischen Werkzeugsätzen, deren Einstellungen sich schnell abrufen lassen. Schuler entwickelt es in enger Zusammenarbeit mit Neff derzeit ständig weiter. Darüber hinaus ergänzen die Experten nun weitere Industrie-4.0-Funktionen zur Dokumentation des Produktionsprozesses und zur Beseitigung von Fehlerquellen. Sie bauen außerdem die eingesetzten Technologien zur künstlichen Intelligenz und zum maschinellen Lernen aus.

Das kameragestützte System erkennt frühzeitig mögliche Ursachen für Werkzeugschäden dank künstlicher Intelligenz (KI). Das ermöglicht das Einleiten präventiver Maßnahmen, sodass ein Schaden gar nicht erst entsteht. Teure Reparaturen für die Werkzeuge werden so vermieden. Stillstandszeiten oder gar ein Produktionsausfall lassen sich mit der intelligenten und optischen Erfassung vermeiden.

Folgende Prüfungen werden vorgenommen:

  • Set-up Check: Prüft die Übereinstimmung des Werkzeugs mit dem Produkt und die korrekte Anbringung von Anschlüssen.
  • Fremdkörper-Erkennung: Kontrolliert, ob Fremdkörper wie z.B. Schraubenschlüssel oder Stanzreste im Werkzeug liegen.
  • In-Prozess-Prüfung: Prüft, ob Teile korrekt eingelegt, umgeformt und entnommen werden.
  • Werkzeugspezifische Prüfung: Überwacht bestimmte Bereiche wie Zentrier- oder Auswerfstifte mit erhöhter Präzision.
  • Qualitätsprüfung: Prüft die Bauteilqualität hinsichtlich Rissen oder Kratzern.

Schnelle und unkomplizierte Einrichtung

Die Einrichtung des Systems erfolgt laut Schuler schnell und unkompliziert. Bei der Einrichtung neuer Werkzeuge werden zunächst alle zu überwachenden Regionen definiert und vom System aufgezeichnet. Der Vorgang der Definition wird umgangssprachlich "teachen" genannt.

Mit Hilfe der entstehenden Aufzeichnungen wird eine Referenz bzw. Norm gebildet, gegen die alle zukünftigen Aufzeichnungen abgeglichen werden. Abweichungen werden so erkannt. Wird dasselbe Werkzeug erneut in die Anlage eingesetzt, wird kein neues Teaching notwendig.

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