4 Experten zum Thema 5G

Nachgefragt: Ist 5G der Turbo für das IIoT?

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Frank Hakemeyer: Das Portfolio von Phoenix Contact umfasst bereits heute Produkte mit 2G-, 3G- und 4G-Technologie. Dabei verwenden die Komponenten die Mobilfunk-Technologien unter den gegebenen Rahmenbedingungen. Bei 5G hat Phoenix Contact das erste Mal die Chance ergriffen, die Technologie an die Bedürfnisse der Automatisierungstechnik anzupassen – und zwar nicht nur auf der Funkebene, sondern auch auf der Ebene der Nutzer- und Betreibermodelle sowie auf der regulatorischen Ebene zur Spektrumsnutzung. Dazu bringt sich das Unternehmen intensiv in die ZVEI-Arbeitsgemeinschaft 5G-ACIA (5G Alliance for Connected Industries and Automation) ein, die Phoenix Contact mit ins Leben gerufen hat.

Benedikt Rauscher: Pepperl+Fuchs ist Mitglied in der Task Force 5G im ZVEI sowie in der daraus gebildeten Arbeitsgruppe 5G-ACIA, um die speziellen Belange der Automatisierung hinsichtlich 5G in die Standardisierung einfließen zu lassen. Intern beschäftigen wir uns mit der Konzeption von 5G – speziell mit dem Slicing-Modell – und der Integration von Sensoren in 5G-Netze sowie den daraus resultierenden Anforderungen an die Infrastruktur-Komponenten und an die Sensorik selbst.

Thorsten Schröer: IBM bedient sich der kompletten Klaviatur beim Aufbau von IIoT-Infrastruktur-Lösungen. Für uns ist 5G nur eine weitere Taste auf dieser Klaviatur für das Design entsprechender Lösungen. Für IBM kommt es eben ganz darauf an, welche Aufgaben konkret bewältigt werden müssen.

Rahman Jamal: Wir arbeiten bereits seit 2010 an 5G, indem wir Forschungskooperationen aktiv unterstützen, deren Fokus auf der Entwicklung und Definition von Funksystemen der nächsten Generation liegt. Dabei geht es um Kooperationen sowohl in der Industrie als auch im Hochschulbereich. Aber auch bei der Definition von 5G ist National Instruments (NI) aktiv beteiligt. Dabei arbeiten wir mit namhaften Forschungsinstituten und -unternehmen zusammen: Alcatel-Lucent (jetzt Nokia Bell Labs), Bristol University, Intel, KU Leuven, der Lund University, AT&T, Nokia (ehemals Nokia Siemens Networks), NTT DOCOMO, NYU Wireless, Samsung, der Technischen Universität Dresden und der University of Texas in Austin. Außerdem nimmt NI am Platforms Enabling Advanced Wireless Research Program (PAWR-Programm) teil, das vom Weißen Haus initiiert wurde. Die Federführung liegt bei der National Science Foundation (NSF) und US Ignite. Dem Anwender bietet NI einen plattformbasierten Ansatz für Entwicklung und Test von Funksystemen. Dabei handelt es sich um eine Kombination aus Hardware und Softwaretools sowie Bibliotheken, die sich auf Software-Defined Radios und Funkanwendungen maßschneidern lassen. Forschern im Bereich des Funks stellt die Software nicht nur bereichsspezifische IP (Intellectual Property) bereit, sondern auch eine flexible Systemdesignumgebung mit einem einheitlichen Prozess für die Entwicklung, Simulation und die Echtzeitprototypenerstellung. Aufgrund der Kombination von Hardware und Software aus einer Hand bietet sich dem Anwender eine enge Integration, so dass sich die für die Erstellung des ersten Prototyps benötigte Zeit erheblich reduzieren lässt.

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Über den Autor

 Sariana Kunze

Sariana Kunze

Fachredakteurin Automatisierung, Vogel Commnications Group GmbH & Co. KG