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DFKI/IAV Automotive Engineering Motorenentwicklung: Labor für Deep Learning und KI eröffnet

| Redakteur: Jürgen Schreier

Das neue Forschungslabor "Lernen aus Prüfdaten“ (FLaP) im DFKI soll Analysemethoden der Künstlichen Intelligenz für den Einsatz in Prüfverfahren in der Automobilentwicklung erforschen und entwickeln. Industrieller Partner ist das Engineering-Unternehmen IAV.

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V.l.: Prof. Dr. Andreas Dengel, Leiter des Forschungsbereichs Smarte Daten & Wissensdienste am DFKI, und Matthias Schultalbers, Executive Vice President for Powertrain Mechatronics bei IAV
V.l.: Prof. Dr. Andreas Dengel, Leiter des Forschungsbereichs Smarte Daten & Wissensdienste am DFKI, und Matthias Schultalbers, Executive Vice President for Powertrain Mechatronics bei IAV
(Bild: IAV/DFKI)

Das Deutsche Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI), das weltweit größte gemeinnützige Forschungszentrum für KI, und IAV, Entwicklungspartner der Automobilindustrie, eröffnen das gemeinsame Forschungslabor "Lernen aus Prüfdaten“ (FLaP). In der neuen Testumgebung, die im DFKI in Kaiserslautern beheimatet ist, werden spezielle Analysemethoden der Künstlichen Intelligenz für den Einsatz in Prüfverfahren in der Automobilentwicklung erforscht und entwickelt. Zum Einsatz kommen Technologien des Maschinellen Lernens wie Deep Learning und Zeitreihenanalyse.

Automobilsteuergeräte sollen selbstständig „lernen“

Das Anwendungspotenzial von intelligenten Datenanalysemethoden für die Überwachung und Optimierung von Prüfdaten, Steuergeräten und Prüfständen in der Automobilindustrie ist enorm. Ein modernes Motor-Steuergerät verfügt über mehr als 50.000 Einstellparameter, die maßgebend sind für Leistung, Verbrauch, Verschleiß und die gesamte Performanz des Motors. Durch Deep-Learning-Technologien - konkret: den Einsatz neuronaler Netze im Steuergerät - kann das Steuergerät selbstständig „lernen“ wie die Eingangsgrößen optimal einzustellen sind.

Die Verwendung solcher Netze bei der Zeitreihenanalyse von Motorprüfdaten ermöglicht zudem neue Ansätze für „Predictive Health Monitoring“, womit die Voraussage von Verschleiß und Wartungsfällen verbessert werden kann. Auch solche Verfahren sollen in dem neuen Forschungslabor "Lernen aus Prüfdaten“ (FLaP) erforscht und entwickelt werden.

Gleichzeitig wird sich das FLaP auch mit neuen Visualisierungsmöglichkeiten für die vielfältigen Messdaten aus den neuronalen Netzen befassen. Entstehen soll ein Werkzeugkasten von KI-Tools, die von Automobil-Ingenieuren intuitiv und passend eingesetzt werden können.

„Neben den vielversprechenden Möglichkeiten beim Einsatz auf bestehender Hardware in Serienfahrzeugen werden im FLaP auch neuartige Anwendungsfälle für selbstlernende neuronale Netze erforscht“, so Prof. Dr. Andreas Dengel, Leiter des Forschungsbereichs Smarte Daten & Wissensdienste am DFKI. „Ziel ist es, sowohl auf lange Sicht grundlegende Erkenntnisse zu erarbeiten als auch kurzfristig konkrete Lösungen zu aktuellen Problemstellungen zu entwickeln.“

Künstliche Intelligenz im Antriebsstrang

Matthias Schultalbers, Executive Vice President for Powertrain Mechatronics bei IAV: „Gemeinsam mit dem DFKI übertragen wir die vielfältigen Anwendungspotenziale der KI-Technologien in die Antriebsstrangentwicklung. Dies beinhaltet auf der einen Seite den Einsatz von KI in Steuerungssystemen, auf der anderen Seite neue Möglichkeiten zur Effizienz- und Robustheitssteigerung im Entwicklungsprozess. Als Engineering-Partner der Automobil-OEMs heben wir das Engineering durch KI und Deep Learning auf ein völlig neues Level.“

Über IAV

IAV Automotive Engineering ist mit mehr als 7.000 Mitarbeitern einer größten Engineering-Partner der Automobilindustrie. Das Unternehmen entwickelt seit über 35 Jahren innovative Konzepte und Technologien für zukünftige Fahrzeuge. Die Kernkompetenzen liegen in serientauglichen Lösungen in allen Bereichen der Elektronik-, Antriebsstrang- und Fahrzeugentwicklung. Zu den Kunden von IAV zählen weltweit alle namhaften Automobilhersteller und Zulieferer. Neben den Entwicklungszentren in Berlin, Gifhorn und Chemnitz/Stollberg verfügt IAV über weitere Standorte in Deutschland, Europa, Asien sowie Nord- und Südamerika.

Über das DFKI

Das DFKI mit den Standorten Kaiserslautern, Saarbrücken, Bremen (mit Außenstelle Osnabrück) und einem Projektbüro in Berlin ist auf dem Gebiet innovativer Softwaretechnologien die führende Forschungseinrichtung in Deutschland. In der internationalen Wissenschaftswelt zählt das DFKI zu den wichtigsten „Centers of Excellence“ und ist derzeit gemessen an Mitarbeiterzahl und Drittmittelvolumen das weltweit größte Forschungszentrum auf dem Gebiet der Künstlichen Intelligenz und deren Anwendungen. DFKI-Projekte adressieren das gesamte Spektrum von der anwendungsorientierten Grundlagenforschung bis zur markt- und kundenorientierten Entwicklung von Produktfunktionen. Aktuell forschen 485 Mitarbeiter aus ca. 60 Nationen an innovativen Software-Lösungen unter anderem zu den Schwerpunkten Smart Data & Wissensdienste, Cyber-Physical Systems, planbasierte Robotersteuerung, Educational Technologies, Wearables, Embedded Intelligence, Smart Service Engineering, Data Analytics, AR und VR sowie Sprachtechnologie und intelligente Benutzerschnittstellen.

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