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Quo Vadis Prozessautomatisierung?

Moore's Law und die Folgen für die Prozessautomatisierung

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Firmen zum Thema

Pro Minute Fahrzeit entstehen drei bis vier Gigabyte Daten über diese Systeme. Auch mit diesen Daten kann großer Nutzen gestiftet werden, wenn das Automobil zukünftig Teil des „Internets der Dinge“ wird:

  • Ihr Navigationssystem sagt Ihnen nicht nur wo das Parkhaus ist, sondern auch, wie viele freie Parkplätze es gibt.
  • Diese Parkplätze können Sie dann auch reservieren.
  • Aus den gewonnenen Daten lässt sich heute schon die Wartung des Fahrzeugs optimieren.
  • Und aus der Bewegung der Fahrzeuge in einem bestimmten Straßenbereich lassen sich perfekte Verkehrsprognosen erstellen.
  • Sie können auch einen Wetterbericht aus diesen Daten ableiten. Denken Sie an die Temperaturmessung und die Daten des Scheibenwischers. Vielleicht können Sie sogar Glatteiswarnungen ableiten, wenn die Schlupfinformation der Räder dazu ausgewertet wird.
  • Die Daten im Automobil lassen auch Rückschlüsse auf Ihr Fahrverhalten zu. Eine erste Versicherung hat angekündigt defensiven Fahrern bessere Tarife zu bieten, wenn Sie der Versicherung Zugang zu Ihren Daten im Fahrzeug ermöglichen.

Spätestens jetzt stellt sich womöglich die Frage, ob man das denn überhaupt will. Wir müssen auch klären, wem die Daten, die im Fahrzeug entstehen, eigentlich gehören? Dem Fahrer, dem Eigentümer, dem Hersteller? Es sind also viele Fragen zu klären im Zusammenhang mit der Digitalisierung, die wir auch bei der Transformation dieser Beispiele auf die Prozessindustrie stellen müssen.

Damit zu den wichtigen Themen Datenschutz und Cybersicherheit: Letzteres ist eine wichtige Voraussetzung für Industrie 4.0-Architekturen. Es geht dabei nicht nur um den Schutz auf der Komponentenseite, sondern auch um ganzheitliche Schutzkonzepte und der Definition von Schutzzielen. Es geht nicht nur um den Schutz der Vertraulichkeit von Daten, sondern auch um die Verfügbarkeit kritischer Infrastrukturen wie dem Energiesystem, der Wasserversorgung oder Verkehrsinfrastruktur.

Ergänzendes zum Thema

Weiterbildung 4.0

Und all diese Diskussionen und Erfahrungen müssen wir natürlich auch in der Prozesswelt führen und transferieren. Natürlich kauft kein Mensch auf der Welt heute Digitalisierung, Internet der Dinge oder Industrie 4.0, sondern Technologien und Lösungen. Daher braucht es mehr denn je den frühzeitigen und intensiven Austausch über die Zukunft in der Prozessindustrie. Die Diskussionen zwischen Ausrüstern und Betreibern müssen sich noch konkreter an den zukünftigen und individuellen Bedürfnissen des jeweiligen produzierenden Unternehmens ausrichten. Aber klar ist auch: Ohne intensive Weiterbildung unserer Mitarbeiter werden wir die großen Chancen aus den genannten Entwicklungen nicht heben. Ohne Weiterbildung 4.0 kein Industrie 4.0.

* * Der Autor ist COO bei Endress+Hauser sowie ZVEI-Präsident. Der Beitrag basiert auf einem Vortrag anlässlich der Achema 2015.

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