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Quo Vadis Prozessautomatisierung?

Moore's Law und die Folgen für die Prozessautomatisierung

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Nächster Punkt ist die Digitalisierung. Die eben erwähnte Raman-Spektroskopie wäre ohne Technologien der Halbleiterindustrie, ohne Signalprozessoren und Software nicht denkbar und schon gar nicht auf einem Kostenniveau, welches nun den breiten Einsatz in „Process Control“ möglich macht.

So wird Plug and Play zur Realität

Auf der diesjährigen Hannover Messe waren auf dem Stand von Pepperl+Fuchs 2-Draht-Feldgeräte von Endress+Hauser mit Ethernet-Schnittstelle ausgestellt: Zweidraht – Hilfsenergie auf den zwei Drähten, Eigensicherheit und Ethernet – alles zusammen. Eindrucksvoll zu sehen, wie sich das Projekt selbst aufbaute, wenn der Stecker des Ethernet-Kabels in die I/O des Leitsystems gesteckt wurde. Wohlgemerkt, der Stecker befand sich auf der Leitsystemseite, nicht etwa im Feldgerät. Dort fanden sich robuste Klemmen – so wie es sein soll. Hier war kein zusätzliches „klicken“ mehr erforderlich und auch nicht die Installation eines DTM oder einer DD oder irgendeiner anderen Datei. Alle Daten sind nun im Feldgerät selbst.

Zum ersten Mal kommt die Branche dem oft postulierten und nie erreichten „Plug und Play“ nun also nahe. Ethernet im Feld: Das könnte die Antwort sein auf die digitalen Feldbusse, welche sich seit 20 Jahren im Markt etabliert und doch nur 15 bis 20 % Marktanteil gegenüber der analogen 4–20 mA-Technik mit überlagertem Hart-Protokoll erreicht haben.

Ethernet im Feld erst durch Moore's Law möglich

Warum wird das nun möglich und war doch nicht möglich, als Profibus und Foundation Fieldbus sich im Markt etablierten? Warum ist die Branche nicht gleich in diese Richtung gegangen? Vermutlich war es technisch schlicht nicht umsetzbar – wegen der Leistungsaufnahme, der Kosten, des Platzbedarfs. Nun wird es machbar, weil Moore`s Law seine Wirkung entfaltet. Dabei sollten wir vielleicht zunächst einmal feststellen, dass dieses „Gesetz“ überhaupt kein Naturgesetz ist. Es ist eine statistische Beobachtung. Gordon Moore, einer der Gründer des Halbleiterherstellers Intel hat es formuliert. Es besagt, dass sich die Prozessorleistung auf einem Chip – oder die Zahl von Transistoren auf einer gegebenen Chip-Fläche – alle 18 Monate verdoppelt. Moore hat dieses Gesetz 1965 formuliert. Seither hat sich diese Prognose mit erstaunlicher Präzision bewahrheitet.

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