Industrie 4.0 Mixed-Reality-Szenarien: Einsatz in Unternehmen mit Fachhochschule entwickelt

Redakteur: Lena Sattler

Produktionsprozesse werden zunehmend digital. Häufig wird dafür Mixed-Reality-Technik – kurz MR – eingesetzt. Forschungsanstalten wie die FH St. Pölten und Unternehmen entwickelten konkrete Anwendungsfälle für den Einsatz von MR.

Firmen zum Thema

Gemeinsam mit dem Kartonproduzent Mayr-Melnhof hat das Projektteam Einsatzmöglichkeiten für MR-Endgeräte entwickelt, die in einer virtuellen Produktionsanlage eingesetzt werden können.
Gemeinsam mit dem Kartonproduzent Mayr-Melnhof hat das Projektteam Einsatzmöglichkeiten für MR-Endgeräte entwickelt, die in einer virtuellen Produktionsanlage eingesetzt werden können.
(Bild: FHSTP Alexander Schlager)

Die FH St. Pölten hat gemeinsam mit Unternehmen konkrete Anwendungsfälle für Mixed-Reality-Technik entwickelt. Die Mixed-Reality-Szenarien stammten aus vier Themenbereichen:

  • Unterstützung der Produktion direkt an der Maschine,
  • Remote Support für räumlich verteilten Anlagen-Service rund um die Welt
  • Schulung und Training etwa in der modernen Lehrlingsausbildung
  • Präsentation von Produkten in virtuellen Schauräumen

„Das Projekt hat gezeigt, dass der konkrete Mehrwert für die Unternehmen beim Remote Support sowie bei Training und Schulung am größten ist“, sagt Projektleiter Thomas Moser, Leiter der Forschungsgruppe Digital Technologies an der FH St. Pölten.

Virtuelle Pinnadeln im Werk

Gemeinsam mit dem Kartonproduzent Mayr-Melnhof hat das Projektteam Einsatzmöglichkeiten für MR-Endgeräte entwickelt, wie z. B. Smartphones oder Headsets. Mitarbeiter können die Instandhaltungsdokumentation und Hilfestellungen einblenden, ohne den Ort der Wartung verlassen zu müssen. Durch eine Verbindung zur Materialbeschaffung können Instandhalter leicht über das Lager Material bestellen, das ihnen gebracht wird.

Mit „virtuellen Pinnadeln“ werden Informationen in Form von Texten, Bildern oder auch Skizzen an realen Objekten angebracht. So können in einer industriellen Produktionsanlage alle Mitarbeiter Wartungsbedarf oder Auffälligkeiten an einer Maschine berührungslos mit ihrem Smartphone markieren.

Die beteiligten Firmen und Forschungseinrichtungen haben vor allem Software für verschiedene Anwendungen entwickelt und evaluiert. Hardware wie etwa verschiedene Datenbrillen oder MR-Headsets wurde getestet und genutzt.

„Es hat sich gezeigt, dass die Standard-Geräte in der Industrie meist noch das Smartphone und das Tablet sind. Datenbrillen und MR-Headsets stecken noch zu sehr in den Kinderschuhen und ihr Tragekomfort ist noch nicht hoch genug, um jemandem das Tragen 8 Stunden lang zuzumuten. Wir haben sie aber trotzdem im Projekt getestet“, sagt Moser, der derzeit ein Folgeprojekt mit einem ähnlichen Projektkonsortium plant.

Open-Source-Software

Die Rechte für die entwickelte Software bleibt bei den Firmen, falls die Software firmenspezifisch ist. Software, die auch für andere Unternehmen interessant sein kann, wird in circa einem halben Jahr als Open Source zur Verfügung gestellt.

Das Projekt „Mixed Reality Based Collaboration 4 Industry” wird im Rahmen des Programms Collective Research von der Österreichischen Forschungsförderungsgesellschaft FFG gefördert. Die Unternehmen bringen Geld für die Anwendungsfälle ein.

Partner im Projekt sind:

  • Ecoplus (Koordination)
  • Fotec Forschungs- und Technologietransfer GmbH
  • IMC FH Krems
  • FH Oberösterreich Campus Steyr
  • TU Wien

(ID:47361758)