Expertenbeitrag

 Dirk Pohla

Dirk Pohla

Regional Vice President , Appian Software Germany GmbH

Trend-Dossier 2021 Mit Schwung aus der Krise!

Autor / Redakteur: Dirk Pohla / Lea Täufer

2020 war ein in vielerlei Hinsicht historisches Jahr. Sieben Trends und Entwicklungen aus dem vergangenen Jahr, die CIOs und IT-Verantwortliche auch im Jahr 2021 im Auge behalten sollten.

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Die Entwicklung des Internet of Things ist und bleibt unaufhaltsam. Welche Trends stehen im Jahr 2021 an?
Die Entwicklung des Internet of Things ist und bleibt unaufhaltsam. Welche Trends stehen im Jahr 2021 an?
(Bild: pixabay)

Auch im Jahr 2021 wird die Corona-Pandemie Wirtschaft und Gesellschaft noch weiterhin in Atem halten. Diese Krise hat der digitalen Transformation in vielen Unternehmensbereichen einen Schub verliehen, der auch 2021 anhalten wird. Sieben Trends und Entwicklungen haben im vergangenen Jahr besonders an Fahrt aufgenommen. CIOs und IT-Verantwortliche sollten sie deshalb auch im Jahr 2021 im Auge behalten.

BPM ist zurück

In den letzten 15 Jahren wurden Tod und Wiedergeburt des Business Prozess Management (BPM) Marktes mehrfach prognostiziert. Dennoch hat die aktuelle Krise bewiesen, dass eine schnelle und leistungsstarke Prozessautomatisierung entscheidend ist, um Menschen miteinander sowie mit den eigenen Unternehmensdaten zu vernetzen. BPM ermöglicht es, Geschäftsabläufe auch unter widrigsten Bedingungen, wie in der aktuellen Krise, aufrecht zu halten. Fragestellungen in Richtung wer macht was, wann, wie und womit, stellen sich bei effizientem Geschäftsprozessmanagement nicht.

„Hyperautomatisierung“ beschleunigt Integration zur modernen „Workforce“

Hyperautomatisierung dient der schnelleren Vereinheitlichung, Integration und Interoperabilität von Künstlicher Intelligenz und Bots mit Daten, die in gemeinsamen Arbeitsabläufen benötigt werden. 2020 standen für Unternehmen Investitionen in RPA-Bots und KI-Dienste im Vordergrund. 2021 werden Organisationen ihre implementierten Technologien skalieren, um den Mehrwert ihrer Investitionen zu realisieren. Ziel ist die Vernetzung aller am Arbeitsablauf beteiligten Akteure, um eine moderne „Workforce“ zu entwickeln, bei der der Mensch eine zentrale Kontrollfunktion einnimmt.

Low-Code ist im Mainstream angekommen

Das Analystenhaus Gartner bestätigt, dass Low-Code-Plattformen bereits heute bei der Entwicklung von Unternehmenssoftware, -applikationen und Prozessautomatisierungen im Mainstream angekommen sind.

Bis 2023 werden über 50 Prozent der großen Unternehmen Low-Code als kostengünstiges und strategisches Werkzeug nutzen und damit Unternehmensanwendungen entwickeln. Low-Code wird nicht mehr nur als monolithischer Markt anerkannt, sondern vielmehr als ein Mechanismus, der ein breites Spektrum von Unternehmensbedürfnissen erfüllt. Von Citizen Development bis hin zur komplexen Prozessautomatisierung: Low-Code-Automatisierungsplattformen bestechen durch ihre vielfältigen Einsatzmöglichkeiten.

IoT-Daten werden für Unternehmen leichter zugänglich

Auch im Bereich des Internet of Things spielen Low-Code-Automatisierungsplattformen eine zunehmend wichtige Rolle. Bis 2022 werden mehr als 50 Milliarden IoT-fähige Geräte und Sensoren mit dem Internet verbunden sein. Unternehmen profitieren, wenn die anhand von IoT-Geräten übermittelten Daten auch nutzbar gemacht werden. Entwicklungs- beziehungsweise Automatisierungsplattformen fungieren hier als Brücke zwischen Daten und Geschäftsprozessen. IoT-Daten können über eine Low-Code-Plattform mit Geschäftsprozessen verknüpft werden. Die auf IoT-Daten basierenden Workflows werden bei Bedarf automatisiert und um KI-Lösungen erweitert. Der Einsatz einer Low-Code-Automatisierungsplattform ermöglicht es Unternehmen, auf völlig neue IoT-Datenquellen zuzugreifen. Dies hilft ihnen dabei, ihre Daten zu nutzen, um Innovationen zu ermöglichen, Maßnahmen und Prozesse schneller zu ergreifen und umsetzen zu können, sowie Wettbewerbsvorteile zu erzielen.

KI wird für Unternehmen erschwinglicher

Software-Anbieter und KI-Dienstleister werden die Komplexität von KI-Anwendungen mit Hilfe von Low-Code-Technologie zunehmend reduzieren und so kostengünstigere und zugänglichere KI-Anwendungen bereitstellen. Die Nutzung vielseitig anwendbarer, smarter Lösungen, wie die KI-basierte Dokumentenverarbeitung, wird sich 2021 durchsetzen.

Verstärkter Einsatz von KI erhöht die Spannungen beim Datenschutz

Mit der steigenden Verbreitung von Künstlicher Intelligenz wird die Spannung zwischen Anbietern, die auf Daten zugreifen, und Verbrauchern, die Datenschutz und -Sicherheit wünschen, zunehmen. Eine striktere Politik zur Marktregulierung wird Software- und Dienstleistungsanbieter in die Pflicht nehmen, um dafür zu sorgen, dass Produkte und Dienstleistungen konform sind.

Disruption wird zur neuen Normalität

Operative Belastbarkeit und Anpassungsfähigkeit ist der neue Gradmesser, der über das Schicksal eines Unternehmens entscheidet. Anhaltende Marktunsicherheit, die durch die Pandemie weiterhin angeheizt wird, und die scheinbar nicht enden wollende Beschleunigung disruptiver Veränderungen machen jeden Tag zu einer potenziellen „neuen Normalität“. Die Fähigkeit einer Organisation, schnell auf Veränderungen zu reagieren, wird daher über Erfolg oder Misserfolg entscheiden. Gerade die operative Belastbarkeit wandelt sich innerhalb eines solchen Umfelds von einem bloßen Wettbewerbsvorteil zu einer Grundvoraussetzung des Überlebens.

Schwung mitnehmen

Aktuelle Berechnungen der Europäischen Kommission kalkulieren mit einem prognostizierten Wirtschaftswachstum in der Eurozone von über sechs Prozent für 2021 und stimmen grundsätzlich positiv für das neue Jahr. IT-Verantwortlichen wird trotz verbesserter konjunktureller Aussichten durch das Krisenjahr 2020 letztlich weniger Investitionskapital zur Verfügung stehen. Ob BPM, Hyperautomatisierung, Low-Code, IoT oder der integrierte Einsatz Künstlicher Intelligenz - eine Steigerung von Unternehmensagilität und Geschwindigkeit ist das Gebot der Stunde. Organisationen sollten daher die aktuellen Technologie-Trends genau im Blick behalten.

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