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Shell Eco Marathon Mit nur einem Liter Benzin von London nach Rom und zurück

Autor / Redakteur: Marco Schmid* / Franz Graser

Für den diesjährigen Shell Eco Marathon hat das Schweizer Unternehmen Schmid Elektronik auf Basis von LabVIEW eine IoT-Telemetrielösung entwickelt. Inhaber Marco Schmid wird beim diesjährigen IoT-Kongress als Referent dabei sein (www.iot-kongress.de).

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Der Wagen der Prototyp-Klasse der TU München. Bei der Prototyp-Klasse ist maximale Energieeffizienz das Ziel. Deswegen sind die Fahrzeuge dieser Kategorie extrem stromlinienförmig gebaut – aber für die Fahrer/innen nicht unbedingt komfortabel.
Der Wagen der Prototyp-Klasse der TU München. Bei der Prototyp-Klasse ist maximale Energieeffizienz das Ziel. Deswegen sind die Fahrzeuge dieser Kategorie extrem stromlinienförmig gebaut – aber für die Fahrer/innen nicht unbedingt komfortabel.
(Bild: Jeff Moore/Shell)

Das Ziel des Shell Eco Marathons ist es, in einem Rennen das umweltbewusste Denken der Ingenieure der Zukunft zu fördern. Der Gewinner ist derjenige, der mit möglichst wenig Energie eine möglichst lange Strecke zurücklegen kann.

Seit 30 Jahren treten hochmotivierte Studententeams aus der ganzen Welt mehrmals im Jahr gegeneinander an und feiern diesen Spirit. Heuer fand erstmals in London ein direktes Rennen zwischen unterschiedlichen Treibstofftypen statt.

Dabei kam eine neue, LabVIEW-unterstützte Technik zum Einsatz: Die Rennfahrzeuge wurden mit mobilen Transpondern ausgerüstet, die die Fahrzeug-Betriebsdaten mit GPS-Informationen verknüpften und live über Mobilfunk an eine IOT-Plattform in der Cloud transferierten. Die dort in Echtzeit berechneten Ergebnisse fanden ihren Weg auf ein Leaderboard und auf eine Live-Karte für das mitfiebernde Publikum.

Das Rennen fand 1939 seinen Ursprung in den USA. Anlass war eine Wette zwischen Wissenschaftlern der Firma Shell. Es ging darum, wie weit man das eigene Fahrzeug mit einer Gallone (etwa 3,8 Liter) Treibstoff fahren könne. Vor 30 Jahren wurde der Shell-Eco-Marathon (SEM) in seiner gegenwärtigen Form erstmals in Frankreich ausgetragen.

Heutzutage findet das Event mehrmals im Jahr statt. Studententeams aus der ganzen Welt pilgern jeweils für eine Woche zu dieser Veranstaltung. Vor, während und nach dem Rennen werden sie von einem hochspezialisierten technischen Team betreut. Die Teams treten mehrmals gegeneinander an.

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Fahrzeugklassen und Energiekategorien

Das Rennen wird grundsätzlich in zwei Klassen aufgeteilt. Die Prototypenklasse (Beispiel siehe Aufmacherfoto) zielt auf maximale Energieeffizienz. Das sind Kleinstfahrzeuge, welche zum Beispiel die Form einer überdimensionierten Zigarre haben und in denen der Pilot in den meisten Fällen ziemlich unbequem liegt. Die teilweise durchgestylten Designs zeigen die heutigen Möglichkeiten von High-Tech für beste Umweltverträglichkeit.

Bei der Klasse der Urban Concept Cars geht es um Fahrzeuge mit minimalem Energieverbrauch, die in Städten zum Einsatz kommen können. Das Chassis des Autos der Nanyang Technologcal University aus Singapur wurde im 3-D-Drucker gefertigt.
Bei der Klasse der Urban Concept Cars geht es um Fahrzeuge mit minimalem Energieverbrauch, die in Städten zum Einsatz kommen können. Das Chassis des Autos der Nanyang Technologcal University aus Singapur wurde im 3-D-Drucker gefertigt.
(Bild: Shell)

Die Urban-Concept Klasse hingegen zeigt sich eher praxisorientiert und bietet in vielen Fällen sogar Platz für zwei Passagiere. Diese Klasse soll eine Idee aufzeigen, wie zukünftige Fahrzeuge mit minimalem Energieverbrauch aussehen und in Städten zur Anwendung kommen könnten.

Beide Fahrzeugklassen werden je nach ihrem zugrunde liegenden Kraftstoff wiederum in zwei Kategorien eingeteilt. Zu den Verbrennungsmotortypen gehören Superbenzin, Diesel, synthetischer Kraftstoff (GtL), Biodiesel (FAME) und Ethanol E100. Zur Kategorie der Elektromobilität gehören Photovoltaik, Wasserstoff (Brennstoffzelle) und Akkumulator. Der aktuelle Rekord liegt bei 4.896 Kilometern pro Liter, gehalten von einem Brennstoffzellenfahrzeug der Prototypenklasse. Das entspricht in etwa der Entfernung von London nach Rom und zurück.

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