Digitale Produktentwicklung

Mit Digitalisierung Produkte und Prozesse optimieren

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Kollaborative Produktentwicklung: Alle Disziplinen arbeiten im Team

Die Entwicklung aktueller Produkte wird also zunehmend komplexer, was Teamarbeit erforderlich macht. Prof. Dr. Albert Albers, Leiter des Instituts für Produktentwicklung (IPEK) am Karlsruher Institut für Technologie (KIT), fasste das in einem Interview mit Bosch Rexroth zusammen: „Der geniale Daniel Düsentrieb kann die benötigte fachliche Tiefe nicht mehr leisten. Spezialisten müssen ihr Wissen auf einer gemeinsamen Ebene bündeln, auf der dann die Innovationen entstehen.“

Doch warum ist diese Zusammenarbeit vieler Disziplinen für die Produkt- und Prozessoptimierung von Bedeutung? Zum einen ist es wichtig, das Projektmanagement mithilfe der entsprechenden Software zu optimieren: einheitliche Strukturen im PLM- und ERP-System, Kollaborationsplattformen für die Zusammenarbeit unterschiedlicher Abteilungen oder Unternehmen und die Möglichkeit der durchgängigen Datenkonsistenz. Zum anderen muss das Team – jeder für seinen Bereich – parallel arbeiten. Jeder ist über den Projektfortschritt informiert; sogar Terminpläne des gesamten Projekts können generiert werden. Durch diese enge Zusammenarbeit schon in der Konstruktionsphase erkennt man Fehler oder Qualitätsmängel deutlich schneller und kann sie gemeinsam beheben, was wiederum die Markteinführung des Produktes beschleunigt. Durch solch eine Optimierung hat Olbrich, ein Maschinen- und Anlagenbauer aus Bocholt, mithilfe von CIM Database des PLM-Anbieters Contact Software den Zeitaufwand alleine für die Angebotserstellung um 50 % reduzieren können. Ein großer Vorteil ist außerdem die hohe Transparenz aller Projekte, sodass man viel früher als vorher eingreifen kann, wenn Zeit oder Budget über den geplanten Werten liegen.

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Den Zwilling die Arbeit erledigen lassen

Die Zusammenarbeit unterschiedlichster Fachrichtungen ist die Basis, um einen digitalen Zwilling des physischen Produkts zu erstellen. Dieser Zwilling wird mit der Produktidee geboren, dient bei der Fertigung als Vorlage, wächst danach im Produktentwicklungsprozess immer weiter mit an und bleibt über den gesamten Lebenszyklus mit ihm verbunden. Er kann sowohl getestet als auch in einer virtuellen Welt produziert werden. Ein solches Konzept besteht aus drei Teilen: dem physischen Produkt in der realen Welt, dem virtuellen Produkt in der virtuellen Umgebung sowie den vorhandenen Daten und Informationen, die das virtuelle und das reale Produkt verbinden. Je mehr Informationen und Daten vorhanden sind, desto eher lässt sich das Produkt nicht nur virtualisieren, sondern auch in seinem Verhalten und in seiner Leistung testen. Treten hier bereits Probleme oder Fehler auf, dann können diese direkt an die Entwickler zurückgegeben werden, ohne dass bereits ein Prototyp hätte gebaut werden müssen. Auf diese Weise können zudem mehrere Produktvarianten vorab im Hinblick auf ihre Performance getestet werden.

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Über den Autor

 Stefanie Michel

Stefanie Michel

Journalist, MM MaschinenMarkt