Intelligentes Verkehrsmanagement

Mit digitalen Kfz-Kennzeichen gegen Stau und Smog

| Redakteur: Jürgen Schreier

Das digitale Autokonnzeichen IDePLATE von Tönnjes E.A.S.T. verfügt über einen integrierten RFID-Chip.
Das digitale Autokonnzeichen IDePLATE von Tönnjes E.A.S.T. verfügt über einen integrierten RFID-Chip. (Bild: Tönnjes E.A.S.T.)

Das Verkehrsaufkommen in den Mega-Metropolen Asiens ist gigantisch und wächst rapide. Um die Blechlawinen zu bändigen, setzen viele Kommunen auf smarte Verkehrsmanagementsysteme. In Manila kommen z.B. Kfz-Kennzeichen mit RFID-Technologie zum Einsatz.

Tokio, Delhi und Shanghai sind nach der Statistik der Vereinten Nationen die einwohnerstärksten Städte der Welt. Das Wirtschaftswachstum in Asien lockt viele Menschen aus den Provinzen in urbane Ballungsräume. Das Zuzugstempo ist dabei höher, als es die Infrastrukturen verkraften. Staus, Luftverschmutzung und Unfälle sind Folgen der des stark gestiegenen Mobilität.

Mit intelligenten Leit- und Fahrzeugerkennungssystemen wollen die Kommunen das Chaos in den Griff kriegen. Denn fest steht: Nicht alle Autos passen gleichzeitig auf die Straßen. Eine deutsche Technologie kann für eine eindeutige Fahrzeugerkennung sorgen und den Weg für digitales Verkehrsmanagement ebnen.

RFID-basierte Systeme verhindern Betrug

Tönnjes E.A.S.T. hat ein RFID-basiertes System entwickelt, das Autos im stehenden und fließenden Verkehr kontaktlos und automatisch identifiziert. Es besteht aus dem Kfz-Kennzeichen IDePLATE und dem Windschutzscheibenaufkleber IDeSTIX. Beide enthalten einen passiven Chip. Autorisierte Lesegeräte empfangen eine darauf gespeicherte, verschlüsselte Identifikationsnummer und gleichen sie mit dem Halteregister ab. Da die Nummer bei jedem Auslesen neu codiert und verschlüsselt wird, ist kein Tracking möglich. Zugriff auf die Datenbank hat nur die Behörde. In der Millionenmetropole Manila und dem Rest der Philippinen tragen alle Fahrzeuge bereits den IDeSTIX; Autos in der Frontscheibe und Roller auf der Vorderlampe (HeadLampTAG)

In China regelt der Staat, anhand der Kennzeichen, welche Autos wann fahren dürfen. Ausschlaggebend ist, ob die letzte Ziffer gerade oder ungerade ist. „Eine pragmatische, aber schwer kontrollierbare Methode“, meint Dietmar Mönning, Geschäftsführer von Tönnjes E.A.S.T.. Das IDePLATE-System wäre eine sinnvolle Alternative dazu. Die lediglich optischen Merkmale bei den chinesischen Zufahrtsbeschränkungen können durch die Manipulation von Nummernschildern umgangen werden. „Betrüger könnten gestohlene Kennzeichen am Auto anbringen – je nachdem welche Ziffer benötigt wird.“ Wohlhabende Chinesen kaufen sich deswegen mehrere Wagen, um die Regelung zu umgehen.

Im indischen Delhi kommen täglich 1200 neue Fahrzeuge hinzu. Und das zu Lasten der Luft: Inzwischen leidet jeder siebte Verkehrspolizist in Delhi an Atemwegserkrankungen. „Fraglich ist, ob die Metropolregion überhaupt ein intaktes Halteregister hat“, so Mönning. Das sei die Basis für mögliche Verkehrsleit- und Zufahrtsysteme, die die Umwelt entlasten. In Nairobi hat Tönnjes E.A.S.T. die örtlichen Behörden bei der Schaffung eines zentralen Registers unterstützt und für alle Fahrzeuge in Kenia einen IDeSTIX geliefert.

Digitale Fahrzeugerkennung entlastet Staat und Behörden

Städte nehmen nur zwei Prozent der Erdoberfläche ein, aber verursachen laut Fraunhofer 80 Prozent der globalen CO2-Produktion. Mehr als die Hälfte der Menschheit lebt inzwischen in urbanen Ballungsräumen und muss sich auf engstem Raum fortbewegen. „Vielen Megastädten droht der Verkehrskollaps, wenn sich nicht bald etwas ändert“, sagt Mönning. Halteregister, Zufahrtskontrollen und Leitsysteme können Lösungen dafür sein. Bei der hohen Anzahl an Menschen und Fahrzeugen bedarf es jedoch einer effizienten Methode, die sich modular an die jeweiligen Bedürfnisse anpassen lässt.

Das IDePLATE-System kann diverse Anwendungen der eindeutigen Fahrzeugerkennung erfüllen und entlastet Staat und Behörden. Denn im Gegensatz zur optischen Erfassung, beansprucht das IDePLATE kaum Personal. Gleichzeitig verhindert das System Manipulation, Diebstahl und Missbrauch, da es aufgrund optischer und elektronischer Sicherheitsmerkmale wie Wasserzeichen, Hologrammen oder digitaler Signaturen nicht fälschbar ist.

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