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Simulationsfeldstudie

Mit Big Data gegen den Stau

| Redakteur: Robert Horn

Datenanalysen können helfen, Verkehrschaos zu reduzieren. Das zeigt jetzt die Feldstudie eines IT-Dienstleisters, der mit Hilfe von Big-Data-Technologien den Verkehrsfluss in einer chinesischen Stadt optimierte. Dabei wurden mit 170 Kameras die Bewegungen von 60 Mio. Fahrzeugen aufgezeichnet.

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Mit Hilfe von Big-Data-Verkehrssimulationstechnologien wurde versucht, Ampelsignale zu kontrollieren und so Staus zu reduzieren.
Mit Hilfe von Big-Data-Verkehrssimulationstechnologien wurde versucht, Ampelsignale zu kontrollieren und so Staus zu reduzieren.
( Bild: gemeinfrei/Unsplash / CC0 )

NTT Data, ein IT-Services-Provider aus Japan, schließt erfolgreich eine Feldstudie in Guiyang, Region Guizhou, China, ab. Die Studie nutzte Big-Data-Verkehrssimulationstechnologien, um Ampelsignale zu kontrollieren und so Staus zu reduzieren. Die Studie wurde von NTT Data in Zusammenarbeit mit dem Institute of Software der Chinese Academy of Sciences (ISCAS), sowie der Stadt Guiyang vom 19. bis 30. September durchgeführt. Das ISCAS Institut gehört zur Chinese Academy of Sciences, der nationalen Akademie für Naturwissenschaften der Volksrepublik China.

Ampelsignale im Dienst von Big Data

NTT Data testete optimierte Einstellungen für Ampelsignale im täglichen Straßenverkehr auf der Basis vorheriger Datenanalysen. Dazu nutzte das Unternehmen 220 Signale an 19 Kreuzungen. Fahrzeuge, die über die Kreuzung fuhren, wurden anhand ihrer Nummernschilder identifiziert. Die Studie deckte fast den gesamten Guanshanhu Bezirk des nordwestlichen Guiyang ab – ein Bereich, der von heftigen Staus geplagt ist. Die Messungen fanden an sieben Tagen und 24 Stunden pro Tag statt. Das Ergebnis: Die durch Staus verlorene Zeit wurde um durchschnittlich 7 % und bis maximal 26 % reduziert. Die Anzahl der Fahrzeuge, die die Kreuzungen überquerten, stieg um 6,7 % – die maximale Steigerung lag bei 25 %.

NTT Data begann 2011 mit der Entwicklung von Big Data Technologien für Verkehrsvorhersagen und moderne Signalsteuerungen. Im März fand ein Test in einem begrenzten Bereich in Guiyang an zwölf Kreuzungen statt. Es handelt sich dabei im Wesentlichen um Kreuzungen einer Straße, die während der Hauptverkehrszeiten morgens und abends an Werktagen kontrolliert wurden.

Guiyang hat verschiedene Verkehrsmanagement- und Kontrollmechanismen implementiert, die Kameras und vernetzte Ampeln zur Verkehrsüberwachung nutzen. Im aktuellen Test analysierte NTT Data die Informationen vom 170 Kameras, die die Bewegungen von 60 Mio. Fahrzeugen aufzeichneten.

Kommerzielles System für Smart Cities

NTT Data will ISCAS, Guiyang und anderen chinesischen Städten nun komplett automatisierte Lösungen zur Verkehrskontrolle anbieten. Künftig arbeitet NTT Data mit Guiyang und ISCAS zusammen, um die Lösung in das umfangreiche Verkehrskontrollsystem der Stadt zu integrieren. Darüber hinaus plant das Unternehmen, ein kommerzielles System auf den Markt zu bringen, dass Verkehrsstaus dank einer automatisierten Kontrolle von Ampelsignalen verringert.

„Der aktuelle Feldversuch unterstreicht, dass sich die NTT Data Lösung und die unterstützende Big-Data-Technologie dafür einsetzen lassen, Verkehrsstaus in Echtzeit effektiv zu verringern“, erklärt Mr. Hiroyuki Kazama, Head of the Evolutional IT Center, NTT Data. „Für NTT Data ist dies ein weiterer Schritt, seine Beteiligung in Smart-City-Projekten weltweit auszubauen.“

NTT Data plant, mit Smart-City-Projekten bis zum Finanzjahr 2020 zehn Mrd. Yen (circa 100 Mio. US-Dollar) Umsatz weltweit umzusetzen.

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