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"Data-Driven" statt Bauchgefühl Mit aktiver Datennutzung zur Marktführerschaft

| Redakteur: Jürgen Schreier

Daten sind das Öl (wahlweise auch Gold) des 21. Jahrhunderts. Selbst wenn man diese Redewendung langsam nicht mehr hören kann - sie stimmt! Studien zeigen: Unternehmen, die datenbasiert entscheiden, erreichen im Schnitt bessere Geschäftsergebnisse als die der "Aus-dem-Bauch"-Fraktion.

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Dateninnovatoren haben die Chance, ihre Mitbewerber abzuhängen und in ihrer Branche Marktführer zu werden.
Dateninnovatoren haben die Chance, ihre Mitbewerber abzuhängen und in ihrer Branche Marktführer zu werden.
(Bild: gemeinfrei / Unsplash)

Raten Sie mal: Was ist die am meisten gehasste Tätigkeit im Büro? Die manuelle Eingabe von Daten in den Computer. Zu diesem gar nicht so erstaunlichen Resultat kommt eine Umfrage, die von OnePoll im Auftrag des RPA-Anbieters Automation Anywhere durchgeführt wurde.

Doch nicht nur beim " Büropersonal", auch bei vielen Managern sich die Liebe zu den Daten in Grenzen. Das zeigt der Report "Unlocking Growth" von Oracle NetSuite. Statt auf der Grundlage fundierter Daten, wird in den "Teppichetagen" so mancher Unternehmen lieber aus dem Bauch heraus entscheiden. Der Grund: Fast alle (93 Prozent) der von Oracle befragten Führungskräfte fühlen sich während des Entscheidungsprozesses von Daten regelrecht "überhäuft". Das hat offenbar zur Folge, dass viele Executives vor solchen Datenlawinen kapitulieren. 67 Prozent der Befragten gaben an, bislang keine stark datengesteuerten Entscheidungen zu treffen.

Aktive Datennutzung macht Unternehmen erfolgreicher

Doch genau kann ein Fehler sein. So offenbart eine Studie von Splunk, Anbieter einer "Data-to-Everything-Plattform", den durchaus innigen Zusammenhang zwischen Datennutzung und Unternehmenserfolg. Die weltweit angelegte Studie quantifiziert wirtschaftliche Auswirkungen und den Wert von Daten in Unternehmen.

Die Studienergebnisse belegen, dass eine anspruchsvollere Datenstrategie positive Auswirkungen hat und zu mehr Umsatz, geringeren Betriebskosten, mehr Innovationen, kürzerer Time to Market sowie zu besserer Kundenzufriedenheit und -loyalität führt. Die Rentabilität stieg im Durchschnitt um 12,5 Prozent des Bruttogesamtumsatzes. Außerdem ermöglicht sie in allen Branchen und Ländern bessere und schnellere Entscheidungen.

Stark vertreten sind die Dateninnovatoren unter den Technologieunternehmem.
Stark vertreten sind die Dateninnovatoren unter den Technologieunternehmem.
(Bild: Splunk)

In der Studie wurde ermittelt, wie Unternehmen mithilfe von Daten Geld sparen und ihren Umsatz steigern können. Dabei wurden verschiedene Reifegrade der Datennutzung unter Anwendung entsprechender Kriterien identifiziert, u a. die Anwendung moderner Analysewerkzeuge und Kenntnisse sowie die Effizienz der Datennutzung im Unternehmen. Die befragten Unternehmen konnten in drei Kategorien eingeordnet werden:

  • Stufe 1: Datenverwalter – Unternehmen, die am Anfang der Implementierungsphase ihrer Datenstrategie stehen.
  • Stufe 2: Datennutzer – Unternehmen, die ihre Daten bereits sinnvoll nutzen, bei denen aber noch Verbesserungen möglich sind.
  • Stufe 3: Dateninnovatoren – Unternehmen, die ihre Daten enorm strategisch nutzen und die eine anspruchsvolle Strategie verfolgen, mit der ein echter geschäftlicher Mehrwert erzielt wird.

Die Stufe der Datennutzung in einem Unternehmen entscheidet darüber, ob dieses Erkenntnisse aus den Daten ziehen und diese Erkenntnisse in Echtzeit für konkrete, datengesteuerte Entscheidungen und Handlungen nutzen kann. Grundsätzlich bestätigten alle Unternehmen, dass durch eine bessere Datennutzung Vorteile entstehen. In der Praxis gilt das vor allem für die Dateninnovatoren.

"Dateninnovatoren" haben die Nase vorn

Im Vergleich zu den Datenverwaltern konnten die Dateninnovatoren in den vergangenen zwölf Monaten um 83 Prozent gestiegene Bruttoumsätze und um 66 Prozent gestiegene Nettoumsätze verzeichnen. Zudem verfügen Dateninnovatoren über eine datenaffine Unternehmenskultur und setzen künstliche Intelligenz (AI) für die Datenanalyse ein und - was wohl am wichtigsten ist - handeln entsprechend der Auswertung.

Ferner zeigt sich, dass 97 Prozent der Dateninnovatoren ihre Ziele bezüglich Kundenbindung erreichen. Die Mehrheit (60 Prozent) konnte ihre Ziele sogar übertreffen. 93 Prozent sind der Ansicht, dass sie bessere und schnellere Entscheidungen als ihre Mitbewerber treffen und 91 Prozent geben an, dass sich ihr Unternehmen in einer optimalen Position befindet, um dem Wettbewerb in den jeweiligen Märkten über die nächsten Jahre hinweg gewachsen zu sein. In den meisten Ländern haben jedoch nur elf Prozent aller Unternehmen die Stufe des Dateninnovators erreicht. Im Umkehrschluss bedeutet das, bei fast 90 Prozent gibt es Raum für Verbesserungen.

Doug Merritt, Präsident und CEO von Splunk, erläutert: „Bis jetzt war es für Führungskräfte im Unternehmen schwer, Daten einen finanziellen Wert zuzuordnen. Diese Studie belegt, dass eine ganzheitliche Datennutzung jedem Unternehmen dabei hilft, zu einem Dateninnovatoren zu werden, seine Mitbewerber abzuhängen und in seiner Branche Marktführer zu werden. Wir bieten über 19.000 Kunden die Data-to-Everything-Plattform, über die vorhandene Daten optimal für bessere Geschäftsergebnisse genutzt werden.“

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Das Fachbuch bietet einen guten Überblick zu den in Produktion und Logistik anwendbaren Data Mining Algorithmen und stellt konkrete Use Cases vor, die mit diesen Algorithmen umgesetzt werden können.

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Viele deutsche Unternehmen sind Dateninnovatoren

Erfreulich: Deutsche Unternehmen führen im weltweiten Vergleich mit 16 Prozent die Gruppe der Dateninnovatoren an. 60 Prozent der deutschen Befragten gaben ferner an, dass die Erfassung, Integration und Analyse von Daten bei allen Aktivitäten des Unternehmens eine zentrale Rolle spielt. Sie bestätigten auch am häufigsten die Aussage, dass alle geschäftlichen Entscheidungen von quantitativen Daten gestützt und belegt sein sollten.

54 Prozent der deutschen Unternehmen haben Stufe 1 der Reife ihrer Datennutzung bereits überwunden. Diese guten Ergebnisse liegen nicht zuletzt darin begründet, dass sich die deutschen Unternehmen zunehmend dem Problem Dark Data widmen. 43 Prozent der Befragten gaben an, dass sie die Menge an Dark Data in ihrem Unternehmen im Jahr 2019 reduzieren konnten. Diese Initiative erhält auch in den nächsten zwei Jahren oberste Priorität.

Weitere Ergebnisse:

  • Datenanalyse und -nutzung sind wichtige Erfolgsfaktoren für die befragten deutschen Unternehmen: 60 Prozent konnten die Markteinführung aufgrund einer verbesserten Datennutzung beschleunigen. 62 Prozent der deutschen Unternehmen konnten ihre Mitarbeitereffizienz bzw. -produktivität steigern. 67 Prozent der deutschen Unternehmen konnten die Produkt- bzw. Servicequalität verbessern.
  • Durch eine bessere Datennutzung entstanden über einen Zeitraum von zwölf Monaten hinweg Kosteneinsparungen in Höhe von 3,73 Prozent. Die liegt über dem weltweiten Durchschnitt von 3,59 Prozent. Fast 60 Prozent der deutschen Unternehmen gaben außerdem an, dass Betrug und Verschwendung durch die bessere Datennutzung abnahmen.

Die Studie ermittelt die wirtschaftlichen Auswirkungen einer besseren Datennutzung im Unternehmen:

  • 65 Prozent der Technologieunternehmen konnten ihren Umsatz durch eine bessere Nutzung ihrer Daten steigern.
  • 55 Prozent der Unternehmen im Bereich Fertigung und Ressourcen konnten ihren Umsatz durch eine bessere Datennutzung steigern.

Eigene "Data Maturity" kostenlos berechnen

Damit Unternehmen ihre Datennutzung besser bewerten können, bietet Splunk ab sofort einen kostenlosen Data-Maturity-Rechner. Mit dem webbasierten Beurteilungstool können Unternehmen schnell und einfach ihren Reifegrad in Sachen Datennutzung ermitteln und sehen, ob sie ihre Daten optimal für die Erreichung ihre Unternehmensziele einsetzen. Anschließend erfahren sie, wie sie ihre Daten mithilfe der richtigen Tools bestmöglich nutzen können.

In drei Schritten zur datengetriebenen Unternehmenskultur

Der Begriff „data-driven“ ist mittlerweile mehr als nur ein Buzzword. Aber was bedeutet das eigentlich? Und wie kommen Unternehmen von einer "instinktiv" getriebenen Kultur zu einem Mindset, das auf Daten und Erkenntnissen basiert?

Ein derartiger Wandel ist mit einiger Anstrengung verbunden. Eine datengetriebene Kultur entsteht nicht von selbst, sondern muss geschaffen werden - wofür auch Experten notwendig sind. Beim Cloud-Spezialisten Rackspace ist beispielsweise ein Team von Analysten und Datenwissenschaftlern im Einsatz. Gemeinsam mit den Führungskräften erarbeitet das Team eine zielorientierte Messstrategie und umsetzbare, analytische Lösungen. Das Unternehmen hat seinen Bereich für Datenanalyse zentralisiert.

Diese Organisationsform ist nicht für jedes Unternehmen passend. Genauso können dezentralisierte Strukturen oder Centers of Excellence funktionieren. Wenn sich die Geschäftsanforderungen ändern oder die Daten solche Änderungen nahelegen, ist es unter Umständen notwendig, die gewählte Strategie anzupassen.

Uns so kommt man zu einer "Data-Driven"-Unternehmenskultur:

1. Ein Ziel festlegen: Daten können keine Entscheidungen beeinflussen, wenn sie nicht mit übergeordneten Zielen verknüpft sind. Besteht eine Gesamtstrategie mit untergeordneten Zielen, können Sie funktionale Teams bestimmen, deren Arbeit mit und rund um Daten auf bestimmte Ziele einzahlt.

2. Die richtigen Fragen stellen: Leistung ist am besten messbar, wenn man auch kritische Fragen stellt. Ist es beispielsweise wirklich wichtig zu wissen, wie viele Leads im letzten Monat generiert wurden, oder ist die Lead-Qualität wichtiger? Die richtigen Fragen zu stellen, hilft, die umsetzungsfähigen Key Performance Indicators einzugrenzen.

3. Eine gemeinsame Sprache rund um die Daten formulieren: Wenn die Führungsebene einen erklärenden Einblick in die Daten verlangt, ist eine gemeinsame und einheitliche Definition dieser Daten entscheidend. Bei Rackspace z.B. hat die Zentralisierung des Daten- und Analyseteams in einer neuen globalen Organisation diese Standardisierung und Governance im gesamten Unternehmen erleichtert.

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