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Mindsphere World e.V.

Mindsphere-Nutzerorganisation wächst und gedeiht

| Autor/ Redakteur: Bernhard Müller-Hildebrand / Jürgen Schreier

Nichts Geringeres als das „Android der Industrie 4.0“ will die weltweite Nutzerorganisation Mindsphere World e.V. schaffen. Namhafte Industrieunternehmen machen bereits mit. Erfahrungen teilen, Anwendungen voranbringen: Das verbindet und macht die Community stark.

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34 namhafte Unternehmen aus aller Welt sind inzwischen Mitglied der Nutzerorganisation MindSphere World e.V.
34 namhafte Unternehmen aus aller Welt sind inzwischen Mitglied der Nutzerorganisation MindSphere World e.V.
(Bild: Siemens)

Siemens-Vorstandsmitglied Klaus Helmrich wagte auf der Hannover Messe 2018 einen Blick in die Zukunft: „Am Ende wird es weltweit eine Handvoll starker IoT-Plattformanbieter geben“, so seine Überzeugung. Und Siemens werde auf jeden Fall dazugehören. Denn neben einer „Anfangsinvestition in Millionenhöhe“ zähle vor allem die einfache Skalierbarkeit der Infrastruktur und die installierte Basis, um schnell ein Momentum zu erreichen. Siemens mit seinen zahlreichen globalen Kunden aus dem Bereich der Automatisierungs-, Gebäude-, Verkehrs- und Medizintechnik sieht sich da bestens aufgestellt. Denn die „wollen sich auf ihre Anwendungen konzentrieren, nicht auf den Plattformbetrieb“.

Offene Struktur von Mindsphere bringt Anwendern zahlreiche Vorteile

Ein wesentlicher Faktor für den Erfolg ist für Klaus Helmrich aber auch ein umfassendes Ökosystem aus Anwendern, Partnern und Entwicklern. Dazu trägt vor allem der Anfang des Jahres gegründete Verein Mindsphere World e.V. bei. Zusammen mit namhaften Gründungsmitgliedern wie Chiron Group, Festo AG, Grob-Werke, Kuka AG, Index-Werke, Rittal, Sick AG und Trumpf Werkzeugmaschinen soll nichts Geringeres als das „Android für Industrie 4.0“ entstehen. In Hannover konnte der Siemens Vorstand den Beitritt von 16 weiteren Firmen bekanntgeben, darunter der Sensortechnikhersteller Balluf, der Experte für Additive Fertigung EOS und der Maschinenbauer Haas Schleifmaschinen.

Auf der Hannover Messe 2018 sind weitere Industriefirmen Mitglied des Vereins Mindsphere World e.V. geworden.
Auf der Hannover Messe 2018 sind weitere Industriefirmen Mitglied des Vereins Mindsphere World e.V. geworden.
(Bild: Siemens)

„Die offene Struktur von Mindsphere hat für uns als Anwender zahlreiche Vorteile, insbesondere durch die herstellerunabhängige Anbindung von Maschinen und Anlagen und bei der Entwicklung von Apps. Im Rahmen von Mindsphere World können wir nun außerdem mit anderen Nutzern darüber diskutieren, wie disruptive Technologien die Wirtschaft im Allgemeinen verändern und welche Geschäftspotenziale für IoT-basierte Lösungen sich daraus ergeben könnten“, unterstrich Bruno Geiger, Mitglied des Vorstands von Mindsphere World und COO/CTO des Anlagenbauers Eisenmann aus Böblingen.

Neben dem Ziel, das Ökosystem rund um Mindsphere weltweit auszubauen, soll der Verein die einzelnen Mitglieder bei der Entwicklung und Optimierung von IoT-Lösungen auf Mindsphere sowie der Erschließung neuer Märkte in der digitalen Wirtschaft unterstützen. Dazu gehören auch Vorschläge zu Anforderungen für die Weiterentwicklung des IoT-Betriebssystems und Empfehlungen zur Schaffung einheitlicher Spielregeln für die Datennutzung. Die Entwicklung von Standards spielt ebenfalls eine wichtige Rolle. Deshalb wollen die Vereinsmitglieder gemeinsam Empfehlungen für die Standardisierung von Mindsphere-basierten Anwendungen erarbeiten, um die Interoperabilität zwischen verschiedenen Lösungen auf der Plattform zu ermöglichen.

Siemens gewinnt Microsoft als neuen Technologiepartner

Auch bei der Kooperation mit Technologieanbietern kann Siemens weitere Erfolge vorweisen. So stellte sich auf der Hannover Messe neben SAP, Atos, der Software AG und Amazon Web Services jetzt auch Microsoft als Partner vor. Ab sofort ist Mindsphere für ausgewählte Anwender in einer Vorabversion auf Microsoft Azure verfügbar. Kunden und Partner beider Unternehmen können somit sehr schnell mit der Entwicklung und Umsetzung von Industrial IoT-Lösungen starten, ihre Wertschöpfung beschleunigen und innovative Lösungen entwickeln. „Der Aufbau von industriellen IoT-Lösungen ist komplex, zugleich verlangen Kunden nach Einfachheit", nannte Sam George, Partner Director IoT bei Microsoft, als Grund für die enge Partnerschaft. Im vierten Quartal 2018 werde die Vorabversion von Mindsphere auf Microsoft Azure allgemein verfügbar sein.

Auch mit Orange Business Services, dem B2B-Geschäftsbereich des französischen Telekommunikationsanbieters Orange, wurde kürzlich eine europaweite Zusammenarbeit vereinbart. Der Fokus liegt dabei zunächst auf der Entwicklung von Lösungen rund um Asset-Tracking und Asset-Monitoring, um die Supply Chain zu optimieren und die Effizienz zu steigern. Weitere erste Fokusbereiche sind die Entwicklung von digital verbesserten Produkten zur Steigerung der Kundenzufriedenheit und die Entwicklung neuer Geschäftsmodelle.

Kooperationen: Schlüssel für neue Geschäfte

In Hannover konnte ebenfalls eine Gold-Partnerschaft mit dem britischen IoT-Enabler Telit verkündet werden. „Kooperationen sind ein Schlüssel, um mit Hilfe der besten Lösungen am Markt neues Geschäft machen zu können“, betonte David DeLaRosa, Vice President bei Telit für DeviceWISE Industry 4.0. Den Industriekunden beider Unternehmen eröffneten sich dadurch weitere Möglichkeiten zur Verbesserung ihrer Wettbewerbsfähigkeit. Aber auch Siemens selbst ist auf Expansionskurs. Der internationale Rollout der Mindsphere-Plattform soll bereits im Mai 2018 weitergehen. Dann ist Italien an der Reihe - ein Land mit einem traditionell starken Maschinenbau.

Bernhard Müller-Hildebrand ist Fachjournalist in Düsseldorf und spezialisiert auf die Themen Digitalisierung, Internet oft Things und Industrie 4.0.
Bernhard Müller-Hildebrand ist Fachjournalist in Düsseldorf und spezialisiert auf die Themen Digitalisierung, Internet oft Things und Industrie 4.0.
(Bild: Autor)

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