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Berufsausbildung

Metall- und Elektro-Jobs werden "digitalisiert"

| Autor: Jürgen Schreier

Neue Berufsbilder schaffen oder lieber IoT-fit machen? So lautete bisher die Frage. Nun sind sie Würfel gefallen. Die Industrieverbände und Sozialpartner in der Metall- und Elektroindustrie legen Handlungsempfehlungen zur Aus- und Fortbildung für Industrie 4.0 vor.

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Die Aus- und Fortbildung im Metall- und Elektrobereich soll sich künftig an den Anforderungen von Industrie 4.0 orientieren.
Die Aus- und Fortbildung im Metall- und Elektrobereich soll sich künftig an den Anforderungen von Industrie 4.0 orientieren.
(Bild: Bosch)

Ob für Industrie 4.0 komplett neue Ausbildungsberufe nötig sind oder nicht, wurde in den zuständigen Wirtschafts- und Industrieverbänden sowie seitens der Tarifpartner durchaus kontrovers diskutiert. Nun aber wollen alle Beteiligten eine gemeinsame Marschrichtung einschlagen vor: Ausbildung und Fortbildung in der Metall- und Elektroindustrie müssten aktualisiert werden, damit sie auch für die Welt von Industrie 4.0 passen. Dafür brauche es aber keine neuen Berufsbilder, heißt es in einem gemeinsamen Presseerklärung vom 31. März 2017. Vielmehr müssten die Curricula um neue Inhalte erweitert werden, zum Beispiel um das Thema Datensicherheit. So sollen die Ausbildungsordnungen der industriellen Metall- und Elektroberufe im Rahmen einer Teilnovellierung überarbeitet werden. Nur so könne sichergestellt werden, dass künftig der Umgang mit digitaler Arbeit gelinge.

Vorschläge in einem „agilen Verfahren" zügig umsetzen

Für weitergehende Anforderungen in einzelnen Berufen sollen Zusatzqualifikationen vorgesehen werden. Das haben Gesamtmetall, VDMA, ZVEI und IG Metall als Sozialpartner für Ausbildung und Qualifizierung in der M+E-Industrie in gemeinsam erarbeiteten Handlungsempfehlungen vorgeschlagen. Zusätzlich sei es wichtig, Umsetzungshilfen für die Ausbildung im Kontext von Digitalisierung und Industrie 4.0 bereitzustellen und fachdidaktische und medientechnische Konzepte für Schule und Betrieb zu erstellen.

Die Vorschläge sollen nun mit den zuständigen Bundesministerien und Entscheidungsträgern abgestimmt und in einem „agilen" Verfahren zügig umgesetzt werden. Ziel sollte es sein, so die vier beteiligten Partner, dass die Unternehmen vom August 2018 an in den aktualisierten Berufen ausbilden können.

Gesamtmetall, VDMA, ZVEI und IG Metall hatten sich im Frühjahr 2016 in einer Sozialpartnervereinbarung darauf verständigt, die Industrie-4.0-relevanten Ausbildungsberufe und die Fortbildungen im M+E-Bereich auf die Anforderungen der Digitalisierung hin zu untersuchen. Nach einem knappen Jahr liegt das Ergebnis in Form der gemeinsamen Handlungsempfehlungen vor. Diese wurden mit Vertretern aus Unternehmen, Berufsschulen und der Wissenschaft diskutiert und nach Auswertung bereits vorliegender Studien entwickelt.

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