Regulierung soll Unternehmenskunden helfen

Mehrheit glaubt, von digitalen Plattformen zu profitieren

| Autor: Sarah Gandorfer

Die EU will mehr Transparenz, klare Geschäftsbedingungen und Rechte im Streitfall durch die Regulierung der digitalen Plattformen sicherstellen.
Die EU will mehr Transparenz, klare Geschäftsbedingungen und Rechte im Streitfall durch die Regulierung der digitalen Plattformen sicherstellen. (Bild: Pexels / CC0)

Die großen digitalen Plattformen wie Amazon und Co. regieren den Markt im weltweiten Netz. Die Deutschen stehen diesen grundsätzlich eher positiv gegenüber. Die EU bemängelt jedoch die fehlende Transparenz und die Gefahr der Abhängigkeit für Verkäufer und Service-Anbieter.

Digitale Plattformen wie Partnerschaftsbörsen, Einkaufs-, Reise-, Job- oder Bewertungs-Portale stehen sowohl bei Privat- wie auch Geschäftskunden hoch im Kurs. Ihre Existenz, die Anbieter und Konsumenten zusammenführt, hat ganze Branchen grundlegend verändert. Zudem werden mit ihnen weltweit Milliardenumsätze erzielt.

In einer telefonischen Umfrage von Bitkom Research mit mehr als 1.000 Teilnehmern, zeigte sich, dass die Mehrheit der Bundesbürger überzeugt ist, dass alle Akteure – also Plattformbetreiber, Anbieter von Produkten und Dienstleistungen sowie die Kunden – profitieren. So sagen drei von fünf Befragten (60 Prozent), dass die Kunden profitieren. In der Altersgruppe zwischen 16 und 49 Jahre beträgt der Anteil sogar 70 Prozent. Dass die Anbieter von den Plattformen profitieren, glauben mehr als drei Viertel (77 Prozent) der Befragten und sogar 82 Prozent unter 50 Jahren. Und 95 Prozent aller Befragten sehen Vorteile für die Plattformbetreiber.

57 Prozent der Deutschen nutzen aktiv digitale Plattformen. Dabei kaufen drei von fünf Befragten (57 Prozent) auf Plattformen ein oder buchen Dienstleistungen. Jeder Vierte (27 Prozent) verkauft selbst Produkte über Plattformen oder bietet Dienstleistungen an. Dabei nutzen Jüngere Plattformen deutlich häufiger. So sagen unter den 16- bis 29-Jährigen 78 Prozent, dass sie Plattformen als Kunden nutzen, 39 Prozent sind dort als Anbieter unterwegs. Unter den 30- bis 49-Jährigen liegen die Anteile mit 76 Prozent Kunden und 36 Prozent Anbietern nur leicht darunter. Unter den 50- bis 64-Jährigen nutzt dagegen nur eine Minderheit von 43 Prozent Plattformen, unter denjenigen ab 65 Jahre sind es mit 30 Prozent nochmals deutlich weniger.

Mit digitalen Plattformen werden weltweit Milliardenumsätze erzielt und ganze Branchen grundlegend verändert.
Mit digitalen Plattformen werden weltweit Milliardenumsätze erzielt und ganze Branchen grundlegend verändert. (Bild: Bitkom)

„Digitale Plattformen sind in allen Branchen deshalb so erfolgreich, weil sie einen konkreten Nutzen und enorme Mehrwerte etwa durch die Vergleichsmöglichkeiten für die Kunden bieten. Anbieter haben so einen neuen, sehr effizienten Vertriebsweg und können neue Kundengruppen erreichen“, findet Bitkom-Präsident Achim Berg. „Wir sollten in Deutschland alles unternehmen, um international erfolgreiche Plattformen zu etablieren. Dazu müssen wir verstärkt eine Diskussion über die Chancen der Plattform-Ökonomie führen und dürfen nicht bei Verbots-Debatten und dem Ruf nach mehr Regulierung stehenbleiben.“

EU arbeitet an Regulierung

Eine Meinung, die nicht jeder mit Berg teilt. So arbeitet die Europäische Union (EU) derzeit an einer Verordnung zur Regulierung von Digitalplattformen. Es gibt bereits jetzt Regelungen, die verhindern sollen, dass Plattformen ihre Macht missbrauchen. Dazu gehört unter anderem das Wettbewerbsrecht. Doch das scheint nicht auszureichen. So bemängelt die EU-Kommission vor allem die mangelnde Transparenz. Da die Plattformanbieter, wie beispielsweise Airbnb, Uber, Amazon, Apple oder Google, als Vermittler agieren, kassieren sie kräftig mit. Dadurch können kleine Unternehmen oder Privatanbieter zwar schnell Zugang zu großen Märkten bekommen. Im Gegenzug entsteht jedoch oftmals eine Abhängigkeit. Die geplanten EU-Vorgaben sollen das Verhältnis von Unternehmen und Plattformen besser regeln.

Entsprechend müssen die Geschäftsbedingungen klar sein. Zudem soll klar dargestellt werden, nach welchen Kriterien die Unternehmen auf den Plattformen gelistet werden und welche Parameter für das Ranking entscheidend sind. Ein weiterer Punkt ist die Stärkung von Unternehmen in Streitfällen: Wenn zum Beispiel ein Shop gesperrt wird, sollen die Plattformen statt wie momentan teilweise üblich nur eine lapidare Benachrichtigung zu versenden, die Sperrung begründen.

Dieser Beitrag ist ursprünglich auf unserem Partnerportal IT-BUSINESS erschienen.

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