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IOTA / eCl@ss / Industry Marketplace Maschinen werden zu autonomen Wirtschaftsakteuren

| Redakteur: Jürgen Schreier

Ein Marktplatz, auf dem Maschinen miteinander Verträge schließen, Aufträge anstoßen und bezahlen: Diese Vision könnte alsbald Wirklichkeit werden. Möglich macht das der Industry Marketplace, der auf der Distributed-Ledger-Technologie der IOTA Foundation und dem eCl@ss-Stardard zur Beschreibung von Produkten und Dienstleistungen basiert.

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IOTA und eCl@ss machen es möglich: Maschinen gehen selbstständig auf Shoppingtour.
IOTA und eCl@ss machen es möglich: Maschinen gehen selbstständig auf Shoppingtour.
(Bild: gemeinfrei / Pixabay)

Das eCl@ss-Mitglied IOTA hat auf dem letzten eCl@ss-Kongress den "Industry Marketplace" vorgestellt: hier kann man die Zukunftsthemen Kryptowährung, Smart Contract und eCl@ss direkt miteinander verbinden. Die Plattform wurde mit Blick auf die Welt von Industrie 4.0 entwickelt.

In dieser Welt wird die Automatisierung "König" sein. Geräte werden nicht nur Informationen oder Anweisungen enthalten, sondern selbst zu aktiven Entscheidungsträgern und Optimierern werden. Dies ermöglicht es Maschinen, von einem prozessorientierten zu einem zielorientierten Paradigma überzugehen, was allerdings voraussetzt, dass den Geräten Ressourcen zugewiesen werden, damit sie ihre Ziele erreichen können. Die Geräte im Industrie-4.0-Umfeld sind dann selbstständige Wirtschaftsakteure, die nach marktwirtschaftlichen Prinzipien zusammenarbeiten.

Was ist der Industrie-Marktplatz von IOTA?

Genau hier setzt der "Industry Marketplace" von IOTA an. Er dient als hersteller- und branchenneutrale Plattform, die den Handel mit Waren und Dienstleistungen sowohl physisch als auch digital automatisiert. Basierend auf der Distributed-Ledger-Technologie (DLT), unveränderlichen Auditprotokollen und standardisierten maschinenlesbaren Verträgen erfüllt der Marktplatz die Vorgaben der Plattform Industrie 4.0, Deutschlands Netzwerk zur Förderung der digitalen Transformation in der Fertigung.

Das wichtigste Merkmal des Marktplatzes ist das dezentrale Geräte-Identifikationssystem. Wie Jörg Nagel, Geschäftsführer von Projektpartner Neoception, erklärt, ist "das dezentrale Identitätssystem der IOTA ist sogar in der Lage, einen aktuellen industriellen Bedarf an der Identifizierung physischer Geräte zu lösen, was eine Voraussetzung für die Anbringung einer Asset Administration Shell an das physische Gerät ist."

Der Industry Marketplace ist eine Open-Source-Initiative und steht allen offen, die sich dem bestehenden Gründerkreis anschließen können. Diesem gehören an: der eCl@ss-Verein, der IIoT-Spezialist Neoception (Pepperl + Fuchs-Gruppe), die Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg, die Helmut-Schmidt-Universität Hamburg, WeWash sowie die IOTA-Stiftung.

Mit IOTA physische Geräte eindeutig identifizieren

"Der Branchenmarktplatz wurde entwickelt, um die aktuellen Probleme bei der Schaffung einer gemeinsamen Standardsprache für die Kommunikation zwischen autonomen Maschinen und Maschinen zu lösen", erläutert Thorsten Kroke, Head of Digital Processes & Standards bei eCl@ss. "Dies ist ein wesentlicher Aspekt von Industry 4.0, wo ein sicherer Datenaustausch ohne Verlust von Schlüsselinformationen für die Entscheidungsfindung grundlegende Anforderungen sind."

"Das dezentrale Identitätssystem IOTA ist in der Lage, ein industrielles Bedürfnis zu lösen: die Identifizierung physischer Geräte. Identität ist eine Voraussetzung, um eine Asset Administration Shell an ein physisches Gerät anzubringen", sagt Jörg Nagel, Managing Director von Neoception, "Die vom Industry Marketplace verwendete DID mag einigen futuristisch erscheinen, aber sie löst ein echtes Problem für die Branche, indem sie global eindeutige IDs bereitstellt".

"Der Industry Marketplace ebnet den Weg für einen sicheren automatisierten Handel im Fertigungsbereich", sagte Holger Köther, Direktor für Partnerschaften der IOTA-Stiftung. "Der Einsatz des IOTA Tangle, einer Open-Source-Technologie für verteilte Ledger, die fühlbar und skalierbar ist, gewährleistet Stabilität und Robustheit für den Marktplatz und seine Teilnehmer. Wir freuen uns nun darauf, den Teilnehmerkreis zu erweitern, den Marktplatz unter produktionsnahen Bedingungen zu demonstrieren und seine Entwicklung mit unseren Industriepartnern fortzusetzen."

Schlüsselkomponenten des Industry Marketplace

Industrie 4.0 Komponenten müssen in der Lage sein, miteinander zu kommunizieren, Dienstleistungen anzubieten und gegebenenfalls Aufgaben zu verhandeln und Zahlungen anzubieten. Industrie-4.0-Maschinenkomponenten agieren über die Komponenten des Industry Marketplace als unabhängige Dienstleister und Verbraucher, die für die erbrachten Dienstleistungen bezahlen oder bezahlt werden und von einer gemeinsamen Infrastruktur unterstützt werden.

Asset Administration Shell (AAS): Eine AAS ist eine standardisierte virtuelle Darstellung einer Anlage, die die Speicherung von Anlageninformationen ermöglicht. Beispiele für solche Assets sind Maschinen, Geräteeinheiten, Software usw. AAS und Asset bilden zusammen eine Kommunikationsschnittstelle der Komponente.

eCl@ss: eCl@ss ist der weltweite, ISO/IEC-konforme Datenstandard zur Klassifizierung und eindeutigen Beschreibung von Produkten und Dienstleistungen. eCl@ss-Beschreibungen bieten eine klare Datenstruktur in einer M2M-Umgebung. Maschinen können sich selbst oder die Fähigkeiten eines Gegenübers identifizieren und verstehen.

IOTA Tangle: The IOTA Tangle ist eine Distributed-Ledger-Technologie (DLT), die den Datenaustausch in einem sicheren und unveränderlichen Protokoll aufzeichnet. Zahlungen können global und unmittelbar nach Erhalt der gekauften Waren, nach Vertragsverhandlungen oder nach Zuschlag erfolgen.

Am Industry Marketplace teilnehmen: Wie geht das?

Der Industry Marketplace wurde als Open-Source-Initiative entwickelt und ist frei zugänglich. Mit einer einfache Demo, die man am Schreibtisch durchführen kann, lässt sich Potenzial des neuen Marktplatzes erkunden. Die IOTA Foundation unterstützt Interessenten bei der Integration der Infrastruktur in den Industry Marketplace und hilft ihnen beim ersten Proof of Concept. Weitere Infos: industry@iota.org oder https://discord.iota.org.

Quelle: eCl@ss-Newsletter November 2019, Artikel von Holger Köther, IOTA

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