Hessischer Gründerpreis Maschinen- und Automobilbau sowie Sensoren: Diese Start-ups sind im Halbfinale

Redakteur: Hendrik Härter

Beim Hessischen Gründerpreis sind 48 Unternehmen ins Halbfinale eingezogen. Wir stellen neun Firmen und Start-ups vor, die sich mit den Themen Maschinen- und Automobilbau, Elektro- sowie Sensor- und Messtechnik beschäftigen.

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Hessischer Gründerpreis: Neun Unternehmen beschäfitgen sich mit den Themen Maschinen- und Automobilbau, Elektro- sowie Sensor- und Messtechnik. Sie sind im Halbfinale.
Hessischer Gründerpreis: Neun Unternehmen beschäfitgen sich mit den Themen Maschinen- und Automobilbau, Elektro- sowie Sensor- und Messtechnik. Sie sind im Halbfinale.
(Bild: Gerd Altmann / Pixabay )

Sensoren finden wir überall in unserem Alltag: In Fahrzeugen, Alltagsgegenständen und in der Industrie. Sie sind die Schnittstelle zwischen der physischen Welt und der digitalen. Mit ihnen lässt sich die Lebensdauer von Teilen voraussagen oder die Wartung von Maschinen oder Rüstzeiten optimieren. Die gewonnenen Daten lassen sich mithilfe von künstlicher Intelligenz analysieren. Somit profitieren nicht nur Anwender, sondern auch Prozesse, die optimiert und damit Kosten gesenkt werden können. Zusätzlich wird der Ressourcenverbrauch reduziert, was der Umwelt nutzt.

Es sind nicht immer die großen Firmen, die mit ihrer technischen Entwicklung Einfluss nehmen. Oftmals sind es kleine Unternehmen und Start-ups. Wie die neun Start-ups im Halbfinale beim Hessischen Gründerpreis (Kasten), deren Geschäftsmodelle aus Maschinen- und Automobilbau, Elektro- sowie Sensor- und Messtechnik gehören.

Neun Start-ups und ihre Entwicklungen

Compredict – Sensoren sagen die Lebensdauer von Fahrzeugteilen voraus: Die auf künstlicher Intelligenz basierenden virtuellen Sensoren von Compredict messen Kräfte, Temperaturen, Spannungen oder Ströme von Fahrzeugkomponenten. Daraus lassen sich Vorhersagen zu Verschleiß und mögliche Ausfälle vorhersagen. Das Startup wurde 2016 an der TU Darmstadt gegründet und hat namhafte Automobilhersteller als Kunden, die so die Qualität ihrer Produkte optimieren und den ökologischen Fußabdruck minimieren können.

HCP Sense – Sensorlager in Maschinen verhindern deren Überlastung: Das Sensorlager von HCP Sense aus Darmstadt erfasst Lagerkräfte und Schmierstoffzustand von Maschinen. So lassen sich Fertigungsprozesse schnell und wirtschaftlich überwachen und einer Überlastung von Bauteilen kann entgegengewirkt werden. Das bedeutet verbesserte Wartungsqualität und verhindert ungeplante Stillstände. Das HCP-Sensorlager kann in alle neuen oder bestehenden Maschinen eingebaut werden.

Otto ID Solutions – RFIDgestützte Prozessüberwachung für Medizinprodukte: Das System überwacht medizinische Geräte und Verbrauchsmaterialien. Es verbessert Wiederbeschaffung, Dokumentation und Einsatzfähigkeit im Rettungsdienst und Gesundheitswesen. Durch RFID-gestützte Prozessüberwachung können sich Fahrzeuge oder Materialschränke selbstständig auf Vollständigkeit überprüfen und automatisch informieren, wenn etwas fehlt oder nicht stimmt. Das spart kostbare Zeit und erhöht die Sicherheit, etwa durch die Reduzierung der Rüstzeiten von Rettungs- und Feuerwehrfahrzeugen durch Fahrzeugchecks binnen Sekunden.

LAIR – Raumluftsensor misst die Luftqualität: Der Raumluftsensor von LAIR bestimmt die Konzentration verschiedener Stoffe wie etwa CO2 in der Innenraumluft. In geschlossenen Räumen kann die CO2 Belastung einen bedenklich hohen Wert erreichen, wodurch die menschliche Leistungsfähigkeit rapide abnimmt und das Risiko für bakterielle und virale Infektionen erheblich steigt. Basierend auf den Daten der Sensoren informiert die LAIR-App mit Hilfe eines Ampelsystems, wann es Zeit zum Lüften ist.

PipePredict – Mittels KI Wasserrohrbrüchen vorbeugen: PipePredict aus Darmstadt analysiert Sensordaten, um Wasserrohrbrüche mit Hilfe von künstlicher Intelligenz zu verhindern. Leckagen in Wasserleitungen bleiben oft lange Zeit unbemerkt, daraus können Rohrbrüche entstehen. PipePredict bildet Versorgungsnetze digital ab, überwacht diese und analysiert Echtzeitdaten mit einem digitalen Zwilling und KI-Algorithmen.

Core Sensing – intelligente Kraft- und Drehmomentsensoren: Die smarten Kraft- und Drehmomentsensoren aus Darmstadt helfen dabei, Ausfälle planbar zu machen und Prozesse zu optimieren. Die Sensorelemente sind mit autarker Energieversorgung, Intelligenz und Bluetooth ausgestattet, lassen sich in jedes Bauteil integrieren und liefern wertvolle Einblicke in Maschinen und Fertigungsanlagen. Kunden erhalten dadurch Informationen über den Verschleiß und die verbleibende Lebensdauer seiner Komponenten.

SK LASER – Sondermaschinen mit Lasertechnik zu vertretbaren Preisen: Mit den Lasermaschinen von SK Laser können Industriekunden unterschiedliche Materialien gravieren, markieren, abtragen und schneiden. Die Lasersysteme werden kundenspezifisch gebaut und auf sechs Kontinenten vertrieben. 2019 wurde der Wechsel auf die nächste Familiengeneration vollzogen, um generationsübergreifende Stabilität zu bieten. Neue Ideen der Nachfolgerin geben Impulse für die Zukunft, damit das Unternehmen einer der führenden Produzenten von Laseranlagen in Deutschland bleibt.

Small World Vision – Hochpräzise 3D-Scanner für kleine und komplexe Objekte: Durch die hohe Komplexität der Oberflächen von Insekten waren detailgetreue 3D-Modelle lange nicht möglich. Das Team von Small Vision World aus Darmstadt entwickelt und verkauft hochpräzise 3D-Scanner für solche kleinen, komplexen und farbenprächtigen Objekte, die die Möglichkeit geben, farb- und maßstabsgetreue 3D-Modelle mit hochauflösenden Texturen und Echtfarben zu erstellen. Für Museen sind solche hochauflösenden Scanner im Bereich der Forschung und Archivierung von großem Interesse.

MOCO Maschinen- und Apparatebau – maßgeschneiderte Schredderlösungen: Das Viernheimer Unternehmen MOCO Maschinen- und Apparatebau entwickelt, produziert und vertreibt seit 1971 Zerkleinerungsanlagen. Im Rahmen einer Nachfolgeregelung wurde die Zukunft des Betriebes nachhaltig geregelt. Die maßgeschneiderten Schredderlösungen finden Anwendung in mehr als 130 Industriebereichen und unterstützen jede Stufe des Kreislaufwirtschaftsgesetzes. Im Moco-Testzentrum können Kunden das Zerkleinerungsergebnis am Originalmaterial erleben.

Hessischer Gründerpreis

Im Jahr 2021 haben sich 167 junge Unternehmen um den Hessischen Gründerpreis beworben. Zum Vergleich: Vor fünf Jahren waren es noch knapp 100. Davon werden sich 48 Halbfinalisten im September vor einer großen Jury pitchen, die dann in jeder Kategorie auf drei Finalisten reduziert. Zu den vier Kategorien gehören: Innovative Geschäftsidee, zukunftsfähige Nachfolge, gesellschaftliche Wirkung und Gründung aus der Hochschule. Von den jungen Unternehmen in Hessen initiiert sind 1.207 neue Arbeitsplätze entstanden. Die Hälfte davon sind Vollzeitstellen, 367 Menschen arbeiten in Teilzeit und 187 freiberuflich für Start-ups. Auch 37 Ausbildungsplätze sind entstanden.

Die Halbfinalisten des Hessischen Gründerpreises (externer Link)

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