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Industrial Internet of Things

Maschinen einfach intelligent machen

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Zusätzlich zu den Betriebszuständen der Maschinen lässt sich aber auch mit relativ einfachen Mitteln auslesen, welche Ursachen ihre Stillstände haben. So kann beispielsweise ein Sensor mitteilen, dass kein Material mehr vorhanden ist; und wenn eine Maschine einen Fehler meldet oder ihr beispielsweise das Öl ausgegangen ist, kann das über die entsprechenden Fehlercodes ebenfalls ausgelesen werden. Ergebnis: Das Fertigungsunternehmen erhält ein gutes Fehlerbild, auf dessen Basis es die Betriebssituation gezielt optimieren kann. Der reale Auslastungsgrad der Maschinen lässt sich so oft auf bis zu 70 % erhöhen.

Weitere mögliche Optimierungen betreffen die Wartung. Wenn bekannt ist, unter welcher Auslastung die einzelnen Maschinen laufen, können sie gezielter instandgehalten werden. Bislang warten Fertigungsunternehmen ihre Maschinen meist turnusmäßig. Einige Maschinen werden damit zu früh gewartet, weil es noch gar nicht nötig wäre; andere wiederum zu spät, was zu einem betriebswirtschaftlichen Schaden führen und sogar gefährlich werden kann. In beiden Fällen entstehen vermeidbare Kosten. Orientiert sich die Instandhaltung dagegen an der tatsächlichen Nutzung, lassen sich Maschinen, die ständig unter Vollast laufen, früher warten, und diejenigen mit einer niedrigeren Auslastung erst später. Ergebnis: Die Wartung ist erheblich effizienter und kostengünstiger.

Aus Maschinenhersteller werden Service-Anbieter

Vom Industrial Internet of Things können aber nicht nur Fertigungsunternehmen profitieren, sondern auch die Maschinenhersteller – und zwar in Form neuer Geschäftsmodelle. Das zeigt das Beispiel eines Unternehmens, das besonders hochwertige und leistungsfähige Maschinen herstellt. Um sich auf dem Markt gegen die leistungsschwächeren, aber eben auch günstigeren Wettbewerbsprodukte aus Asien noch besser durchsetzen zu können, entwickelte das Unternehmen einen neuen Ansatz. Es verkauft seine Maschinen jetzt zu einem Preis, der nur geringfügig über dem der Konkurrenz liegt. Die Leistung der Maschinen wird aber über das IIoT gemessen und die Kunden verpflichten sich, für ein Mehr an Produktivität zusätzlich zu bezahlen. Der Hersteller erhält dadurch den Preis, den seine Maschinen tatsächlich wert sind; und seine Kunden haben die Gewissheit, auch wirklich nur für Mehrleistung mehr bezahlen zu müssen. Eine klare Win-Win-Situation, die dazu führte, dass das innovative Geschäftsmodell vom Markt hervorragend angenommen wird.

Eine weitere Möglichkeit, die das IIoT Maschinenherstellern eröffnet, besteht darin, als Vermittlerrolle für Fertigungsaufträge zu fungieren. So kann der Maschinenhersteller, basierend auf den IIoT-Daten Aufträge von Fertigern, die beispielsweise keine freien Kapazitäten mehr haben oder die erforderliche Maschine nicht vorhalten an Unternehmen "weiterreichen", die über die nötigen Maschinen und Kapazitäten, um diese Fertigungsaufträge abzuarbeiten. So fungiert der Hersteller nicht mehr nur als Anbieter von Maschinen, sondern auch als Saleschannel für seine Kunden.

Noch einen Schritt weiter gehen neue Geschäftsmodelle, bei denen der Maschinenhersteller überhaupt keine Produkte mehr, sondern nur noch Services wie Maschinenzeiten oder Betriebsergebnisse verkauft. Er liefert seine Maschinen an die Kunden und rechnet nur noch ihre Nutzung ab, die er über das IIoT erfasst und nachvollzieht.

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