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Blockchain

Maersk und IBM gründen Blockchain-Joint-Venture

| Redakteur: Jürgen Schreier

Blockchain erweist sich immer mehr als vielseitige Technologie jenseits der bekannten Kryptowährungen. So wollen der IT-Gigant IBM und die dänische Container-Reederei Maersk mithilfe von Blockchain Lieferketten digitalisieren und den Warenverkehr über Ländergrenzen hinweg vereinfachen.

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Das neue Joint Venture soll mit seiner Blockchain-Lösung den internationalen Warenhandel vom Papierkrieg befreien und beschleunigen.
Das neue Joint Venture soll mit seiner Blockchain-Lösung den internationalen Warenhandel vom Papierkrieg befreien und beschleunigen.
(Bild: Maersk)

Maersk und IBM planen die Gründung eines Joint Venture. Ziel der Zusammenarbeit beider Unternehmen ist, durch die Nutzung von Blockchain-Technologie effizientere und sicherere Methoden für den globalen Handel anzubieten. das Joint Venture soll eine gemeinsam entwickelte digitale Plattform für den globalen Handel bereitstellen, die auf offenen Standards basiert und auf den Schiffstransport zugeschnitten ist. Die Plattform soll mehr Transparenz beim Transport von Gütern über Landesgrenzen und Handelszonen hinweg schaffen und ihn auf diese Weise einfacher machen.

Waren im Wert von mehr als vier Billionen US-Dollar werden jährlich verschifft. Über 80 Prozent aller Güter, die täglich konsumiert werden, kommen über das Meer. Die maximalen Kosten für die erforderlichen Dokumente zur Abwicklung des Handels erreichen für viele Güter ein Fünftel der tatsächlichen physischen Transportkosten. Das World Economic Forum geht davon aus, dass der Welthandel durch die Beseitigung von Barrieren in den internationalen Lieferketten um fast 15 Prozent wachsen könnte, was eine höhere Wirtschaftsleistung und mehr Jobs bedeuten würde.

Blockchain ermöglicht Zugriff auf die vertrauenswürdigen Daten in Echtzeit

Die Möglichkeiten der Blockchain-Technologie bieten eine ideale Grundlage für große Netzwerke mit vielen verschiedenen Partnern. Sie funktionieren nach der Art eines gemeinsamen Kassenbuchs (Shared Ledger) und ermöglichen die gemeinsame, unveränderbare Aufzeichnung aller Transaktionen, die innerhalb dieses Netzwerkes stattfinden.

Zudem ermöglicht die Blockchain-Technologie den jeweils berechtigten Partnern den Zugriff auf die vertrauenswürdigen Daten in Echtzeit. Mit der Nutzung dieser Technologie kann ein völlig neues System von Anweisungen und Zustimmungen in den Informationsfluss eingeführt werden. Die verschiedenen Handelspartner bekommen eine von allen verabschiedete gemeinsame Sicht auf die Transaktion, bei der darüber hinaus die Vertrauenswürdigkeit und der Datenschutz sichergestellt sind.

Maersk, weltweit führend im Bereich Container-Logistik, und IBM, Anbieter für Blockchain, Supply Chain-Visibilität und interoperable Enterprise-Lösungen, werden Blockchain-Technologien sowie weitere Cloud-basierte Open-Source-Technologien, Künstliche Intelligenz, IoT-und Analytics-Anwendungen für die neue Plattform nutzen, die über IBM Services bereitgestellt werden. Sie sollen Unternehmen helfen, den Weg ihrer Güter über internationale Grenzen zu tracken.

Blockchain kreiert neue Geschäftsmodelle

„Dieses neue Unternehmen stellt einen Meilenstein in unseren strategischen Bemühungen dar, die Digitalisierung des globalen Handels voranzutreiben. Das Potenzial, durch eine neutrale, offene digitale Plattform für einen sicheren und einfachen Informationsaustausch ist groß und alle Beteiligten entlang der Suppy Chain können davon profitieren“, ist Vincent Clerc, Chief Commercial Officer bei Maersk und zukünftiger Vorstandsvorsitzender des Joint Ventures, überzeugt. „Durch die Zusammenführung unseres Wissens über den Handel mit den Fähigkeiten der IBM bei den Themen Blockchain und Enterprise Technologien sind wir überzeugt davon, dass dieses neue Unternehmen einen echten Unterschied für die Zukunft des Handels machen kann.“

Die Blockchain-Plattform von IBM gibt Hunderten von Kunden und Tausenden von Entwicklern die Möglichkeit, Netzwerke jeder Größenordnung für komplexe Einsatzzwecke aufzubauen, unter anderem für grenzüberschreitende Zahlungen, für Lieferketten und die digitale Identifikation.

"Die großen Fortschritte, die IBM beim Thema Blockchain gemacht hat, zeigen, dass diese Technologie die Entstehung neuer Geschäftsmodelle beflügeln und eine wichtige Rolle dabei spielen kann, wie die Welt beim Aufbau smarter Geschäftsbeziehungen zukünftig zusammenarbeiten wird," sagt Bridget van Kralingen, Senior Vice President, IBM Global Industries, Solutions and Blockchain.

IBM und Maersk starteten im Juni 2016 eine Zusammenarbeit, um gemeinsam neue Blockchain- und Cloud-basierte Technologien zu entwickeln. Seither haben verschiedene Unternehmen und Organisationen wie DuPont, Dow Chemical, Tetra Pak, Port Houston, Rotterdam Port Community System Portbase, die Zollbehörden der Niederlande und die U.S. Customs and Border Protection die Plattform getestet.

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