Scripting Low-Code-Visualisierung eröffnet Optimierungspotenzial

Ein Gastbeitrag von Jürgen Bäurle*

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Um ihre Prozesse verbessern zu können und Optimierungspotenziale zu entdecken, benötigen Unternehmen die Unterstützung der IT. Diese kämpft jedoch oft schon im ersten Schritt mit knappen Ressourcen. Low-Code-Plattformen können hier die Antwort sein.

Low-Code-Plattformen reduzieren den IT-Aufwand.
Low-Code-Plattformen reduzieren den IT-Aufwand.
(Bild: gemeinfrei / Pixabay)

Die digitale Erfassung, Zusammenführung und Echtzeitvisualisierung von Daten kann einen hohen IT-Aufwand bedeuten, insbesondere dann, wenn unterschiedliche Quellen angebunden werden sollen. Eine Lösung muss, um IT-Ressourcen zu schonen, hierfür gerüstet sein und zahlreiche Datenquellen einfach integrieren können. Ist dies gewährleistet, stehen Unternehmen anschließend vor der Herausforderung, die gesammelten Daten so darzustellen, dass sie schnell einen spürbaren Nutzen entfalten. Außerdem wollen die Verantwortlichen flexibel auf neue Informationsbedarfe reagieren.

Bei der Erstellung eines Dashboards zur Echtzeit-Visualisierung von Produktions- und Logistikdaten müssen sich die Projektverantwortlichen mit der Arbeitsoberfläche des Anbieters vertraut machen. Den Einstieg zu finden und erste Schritte zu gehen, ist umso aufwendiger, je komplexer diese ist. Sobald Anforderungen an Dashboards steigen, stoßen außerdem auch technisch affine Anwender schnell an ihre Grenzen, wenn sie sie in Eigenentwicklung umsetzen wollen. Komplexität erhöht die Fehlerquote sowie die Hemmschwelle, mit der Implementierung einer solchen Lösung überhaupt zu beginnen: Der Programmier- und generelle IT-Aufwand zum Start und bei späteren Anpassungen erscheint zu hoch.

Mit vorprogrammierten Code-Bausteinen schnell zum Dashboard

Hier setzen spezifische Low-Code-Lösungen an, indem sie beispielsweise mit vorprogrammierten Code-Bausteinen arbeiten. Bausteine sind in diesem Kontext frei einsetzbare Code-Einheiten, die dem Nutzer als farbig markierte Balken erscheinen und wie Puzzleteile ineinandergefügt werden können. Ist eine gewünschte Kombination zweier Bausteine nicht möglich, lässt das Tool sie optisch getrennt. Zusätzlich informieren visuell unterschiedlich gestaltete Schnittstellen bereits vor dem Versuch über die Unvereinbarkeit. Nicht nur das freie Verknüpfen von Blöcken ist ein Vorteil der Methode, sondern auch das ebenso flexible Entfernen.

Code-Bausteine sind als Prinzip bereits Bestandteil der Ausbildung von Programmierern. Sie erlernen auf diesem Weg das Coden, indem sie zunächst mit den Bausteinen trainieren und sie anschließend immer weiter auflösen, um den in ihnen vorhandenen Code selbstständig erzeugen zu können. Ausbildungsstätten nutzen Code-Bausteine also, um Menschen an das komplexe Skripten heranzuführen. Unternehmen können sie umgekehrt verwenden, um komplexes Skripten zu minimieren oder vollständig zu ersetzen.

Code-Bausteine sparen Programmieraufwand.
Code-Bausteine sparen Programmieraufwand.
(Bild: Peakboard)

Drag-and-drop statt tiefer Syntax-Kenntnisse

Fertige Code-Bausteine sparen Programmieraufwand, weil sie keine Kenntnisse der Syntax voraussetzen. Komplexe Logik für die Datenaufbereitung oder den Ablauf eines interaktiven Dashboards lässt sich stark vereinfacht darstellen und gestalten, die Komplexität wird deutlich reduziert. Vorprogrammierte, per Drag-and-drop arrangierbare Blöcke ermöglichen es damit auch Nicht-Programmierern, individuell zugeschnittene Dashboards, die einer zusätzlichen Programmierung bedürfen, zu erstellen und später an veränderte Bedürfnisse anzupassen, ohne Hilfe von Experten zu beanspruchen. Die Mitarbeitenden aus den Fachbereichen können auf diese Weise ihr Fachwissen über die Prozesse direkt einbringen und ohne Reibungsverluste in die Gestaltung eingreifen.

Das Prinzip ist außerdem für Nutzende interessant, die das Programmieren zwar prinzipiell im Griff haben, jedoch die jeweilige Syntax des Scriptings nicht oder nicht sattelfest beherrschen. Sie verschaffen sich mit einem Blick in den Code der Bausteine ein Gefühl für die Syntax der Sprache.

Conference & Expo: Future of Industrial Usability

Früher noch optional, wird Benutzerfreundlichkeit auch in der Industrie zunehmend zu einem obligatorischen Erfolgskriterium. Doch was bedeutet das und wo fängt man an? Wie gestaltet man eine optimale Mensch-Maschinen-Schnittstelle und erhöht so beispielsweise die Bedien- und Prozess-Sicherheit von Maschinen und Anlagen?
Die Konferenz Future of Industrial Usability am 26. und 27. Oktober in Würzburg liefert Antworten. Das neuaufgelegte Format dient als Plattform, auf der Expertinnen und Experten von neusten Entwicklungen berichten und echter Austausch möglich ist – branchenübergreifend und praxisnah.

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Conditional Formatting als Alternative zu Code-Bausteinen

Code-Bausteine sind nicht zu verwechseln mit Conditional Formatting oder bedingter Formatierung, einer anderen Methode zur Erleichterung der Dashboard-Erstellung für bestimmte Anwendungen. Dabei handelt es sich um ein separates Feature als Vorstufe zum Scripting. Code-Bausteine hingegen sind eine Erleichterung des Scriptings selbst.

Conditional Formatting ermöglicht es, Eigenschaften eines Dashboardelements oder des Dashboards insgesamt infolge eines definierten Ereignisses zu verändern, ebenfalls ohne auf komplexe Skripte zurückzugreifen. So färbt sich beispielsweise ein Dashboardelement wie der Balken eines Diagramms beim Unterschreiten eines vordefinierten Mindestbestands automatisch rot ein. Code-Bausteine hingegen gehen weit darüber hinaus und rücken digitale Dashboards noch näher an das Low-Code-Ideal.

Der Siegeszug von Low Code geht weiter

Low-Code-Plattformen reduzieren den IT-Aufwand auf ein Minimum und versetzen Verantwortliche der Fachabteilung in die Lage, Dashboards zur digitalen Echtzeit-Visualisierung ihrer Produktion und Logistik auch ohne tiefere Programmierkenntnisse autonom einzurichten. Code-Bausteine helfen dabei, die Schritte der Digitalisierung konsequent zu gehen, entlasten die IT-Units und erhöhen die Effizienz durch eine deutliche Reduktion der Entwicklungszeit. Als visuelles Code Editing sind sie damit die nächste Stufe zur Komplexitätsreduktion bei der Dashboard-Erstellung.

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Zukünftig wird es immer komplexere Bausteine geben, die in bestehenden Systemen ergänzt werden, etwa komplett vorgefertigte Bausteine für den Datenzugriff oder die Maschinensteuerung, die vom Anwender nach seinen Wünschen kombiniert werden können. So erhält die Fachabteilung kontinuierlich mehr Möglichkeiten zur Visualisierung ihrer Daten. Eine No-Code-Zukunft ist derzeit nicht absehbar. Doch selbst die heute vorhandenen Möglichkeiten, Code zu sparen und schneller zu implementieren, sind noch nicht ausgeschöpft und bergen signifikante Effizienzsteigerungen.

* Jürgen Bäurle arbeitet als Softwareentwickler bei Peakboard.

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