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App- & Software-Entwicklung Low-Code ist integrativ, automatisiert und smart

| Autor / Redakteur: Dirk Pohla / Sebastian Human

Das Konzept Low-Code erfreut sich wachsender Beliebtheit, da es ein effizientes Mittel zur Software-Entwicklung ist, wenn die eigenen IT-Kapazitäten begrenzt sind. Sind die Grenzen des Machbaren damit bereits erreicht?

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Das teils mühsame Coding einzelner Programmierzeilen gehört mit dem modularen Low-Code-Ansatz der Vergangenheit an.
Das teils mühsame Coding einzelner Programmierzeilen gehört mit dem modularen Low-Code-Ansatz der Vergangenheit an.
(Bild: gemeinfrei / Pexels )

Was früher eingeweihten IT-Professionals ein Begriff war, ist heute im Bereich der Software- und Applikationsentwicklung nicht mehr wegzudenken. Von der Automotive-Industrie bis zum Pharma-Unternehmen – vom Mittelständler bis hin zum Global Player. Sie alle nutzen es und die Einsatzmöglichkeiten sind nahezu grenzenlos. Die Rede ist von Low-Code.

Schneller, leistungsfähiger, effektiver und kostengünstiger müssen sie sein, die digitalen Prozesse und Anwendungen. Die Prämisse der Digitalisierung gilt für alle Unternehmen, insbesondere für die Entwicklung von Unternehmenssoftware und Geschäftsprozess-Anwendungen.
In Zeiten steigender Anforderungsprofile, eines zunehmenden Fachkräftemangels und überlasteter IT-Teams ist eine Low-Code-Automatisierungsplattform oftmals ein probates Mittel, um Entwicklungszeit einzusparen, Kosten zu senken und die eigenen Applikationen stets auf dem neuesten Stand zu halten. Gerade für IT- und Fachabteilungen bietet sich damit die Möglichkeit, dem hohen Bedarf an Anwendungen und anderen Tätigkeiten gerecht zu werden. Ist das Thema rund um die „vereinfachte Programmierung“ bereits ausgereizt, sind die Grenzen des Möglichen erreicht? Wohin geht sie nun, die künftige Reise?

Ein Trend wird Mainstream

In nur wenigen Jahren mauserte sich die Entwicklungstechnologie Low-Code zum Gütesiegel für Entwicklungseffizienz und zu einem klaren Wettbewerbsvorteil für Unternehmen.

Statt mühsamen Codings einzelner Programmierzeilen wird bei Low-Code mit Hilfe eines modularen Prinzips gearbeitet. Vorgefertigte Bausteine ersetzen textbasiertes Coding. Dies spart Unternehmen viel Zeit und Geld – und entlastet die knapp bemessenen Ressourcen hauseigener IT-Teams. Beim modularen Baukastenprinzip des Low-Code-Development wird mit Hilfe von Applikationsdesignern, grafischen Methoden und Bibliotheken gearbeitet, um individuelle Softwarelösungen und Geschäftsprozessanwendungen zu erstellen. So können neue Funktionen mit immer komplexeren Anforderungsprofilen in kurzer Zeit umgesetzt werden. Gerade auch Anpassungen oder Erweiterungen bereits bestehender Anwendungen werden so problemlos möglich. Einer der weltweit führenden Low-Code-Spezialisten bietet mit einer Hersteller-Garantie die verbriefte Umsetzung einer Applikation innerhalb von acht Wochen an. Hierbei handelt es sich nicht um eine zyklische Erweiterung beziehungsweise eine Art Update. Garantiert wird die komplette Neuentwicklung einer Anwendung. Was früher oftmals viele Monate, gar Jahre dauerte, ist nun innerhalb weniger Wochen möglich. So wundert es nicht, dass sich Low-Code heute nicht mehr nur an die sogenannten Citizen-Developer in den Fachabteilungen von Unternehmen, sondern gerade auch an professionelle Entwickler richtet.

Low-Code-Plattformen bieten ungeahntes Potenzial

Low-Code entwickelt sich auch dank immer neuer Bedarfsprofile kontinuierlich weiter. Die zunehmenden Integrationsanforderungen mit erweiterten Automatisierungsprozessen und KI-Funktionalitäten kann daher als neueste Entwicklungsstufe betrachtet werden. Die Zukunft von Low-Code: Sie ist und bleibt integrativ, automatisiert und smart.

Darüber hinaus besteht ein zunehmender Bedarf, Prozesse und Anwendungen intelligent zu automatisieren. Der Schlüssel zu einer smarteren Anwendung heißt Robotic Process Automation (RPA) beziehungsweise Digital Process Automation (DPA) – Automatisierungen also, die von Machine Learning Algorithmen (ML) und KI-Funktionalitäten ergänzt werden. Diese intelligenten Automatisierungen unterstützen Unternehmen, eine Vielzahl bisher nicht automatisierter Prozesse zu digitalisieren. Konkrete Beispiele reichen von Klassifikationen im Schadensfall im Versicherungswesen über Kreditvergabeprozesse im Finanzbereich bis hin zu klinischen Medikamentenstudien im Gesundheitswesen. Die Einsatzmöglichkeiten sind ebenso wie das Potenzial von Low-Code nahezu grenzenlos. Die Übertragung des Low-Code-Ansatzes auf RPA/DPA sowie KI-Funktionalitäten ist somit der nächste logische Schritt.

Integrativ in die Zukunft

Forrester Research prognostiziert, dass sich der Marktanteil von Low-Code bei Business-Anwendungen innerhalb der nächsten Jahre von derzeit elf auf über 30 Prozent vervielfacht. IDC sieht in einem Whitepaper zum Thema Low-Code stark verkürzte Entwicklungszyklen und Vorteile durch Produktivitätssteigerungen von bis zu 25 Prozent.

Daher verwundert es nicht, dass Low-Code auch vermehrt für die Entwicklung geschäftskritischer Anwendungen eingesetzt wird. Leicht integrierbare KI-Funktionalitäten großer Low-Code-Partner bieten hier Unternehmen einen fundamentalen Mehrwert, der sich in den gesamten Automatisierungskreislauf integrieren lässt. Dank Machine-Learning-Algorithmen wird die eigene Software inklusive Prozesse laufend leistungsfähiger, sicherer und präziser. So lassen sich bei einem empfehlenswerten Low-Code-Experten KI-basierte Google-Anwendungen beispielsweise zur Bilderkennung, zur Sprachverarbeitung (Natural Language Processing; NLP) und zur Übersetzung in die erstellten Anwendungen einbinden. Führende Anbieter setzen zunehmend auf eine solche System-Interkompatibilität mit anderen Technologie-Anbietern. Die Technologie-Offenheit ist für eine Low-Code-Automatisierungsplattform der Schlüssel für zukünftigen Erfolg.

Positiver Teufelskreis

Das Potenzial von Low-Code ist noch lange nicht ausgeschöpft. Das Open-Source-Prinzip einer Low-Code-Automatisierungsplattform lässt die Liste an prominenten Integrationspartnern kontinuierlich anwachsen. Mit ihnen steigt gleichzeitig auch das neue Angebot an vorgefertigten Click-and-Connect-Anwendungen im modularen Baukastenprinzip. Ein Teufelskreis, der sich jedoch in einen positiven Zyklus wandeln lässt. Low-Code entwickelt sich durchweg zufriedenstellend.

Im Bereich des Geschäftsprozessmanagements leistete die Synthese von Low-Code mit RPA und KI-Funktionalitäten einen erheblichen Beitrag zur Digitalisierung. Doch der sich nun abzeichnende Entwicklungssprung von einer smarten Automatisierung zu vollständiger Autonomie lässt sich am Ende nur mit starken Partnern gemeinsam realisieren.

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