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Expertenbeitrag

 Karsten  Noack

Karsten Noack

Gründer & CEO, Scopeland Technology GmbH

Dieser Beitrag ist im Rahmen des Themenspecials "Industrie 4.0" erschienen.

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Low-Code-Technologie Low-Code bringt die Digitale Transformation voran

| Autor / Redakteur: Karsten Noack / Sebastian Human

Datenbank-Anwendungen, wie solche, die mit Low-Code-Plattformen erstellt werden, spielen bei der Digitalen Transformation eine entscheidende Rolle. Manuelle Prozesse werden digitalisiert, und das schnell, effizient und kostensparend.

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Dank digitaler Technologien, wie auch Low Code, gehören Aktenordner bald der Vergangenheit an.
Dank digitaler Technologien, wie auch Low Code, gehören Aktenordner bald der Vergangenheit an.
(Bild: Copyright (C) Andrey Popov)

Social Media, Big Data, Cloud Services, Smart Devices, Internet of Things und Blockchain begleiten uns tagtäglich – mal bewusst und mal weniger bewusst. Sowohl im Privatleben, als auch im Job nutzen wir wie selbstverständlich Apps, Anwendungen und Services, die uns sämtliche Prozesse erleichtern. Die erheblichen Veränderungen des alltäglichen Lebens durch den Gebrauch von digitalen Technologien, sowohl in der Wirtschaft als auch in der Gesellschaft, werden als Digitale Transformation oder Digitaler Wandel bezeichnet. Datenbank-Anwendungen spielen dabei eine entscheidende Rolle, denn für Unternehmen ist es heutzutage unmöglich, sich nicht auf die Digitalisierung einzulassen, um effizient zu sein und den Mitarbeitern und Kunden den bestmöglichen Service zu bieten.

Auch wenn es nur langsam vorwärts geht: einige der besonders zukunftsweisenden Technologien kommen im Praxiseinsatz an.
Auch wenn es nur langsam vorwärts geht: einige der besonders zukunftsweisenden Technologien kommen im Praxiseinsatz an.
(Bild: bitkom)

Die Low-Code-Technologie bietet ein hohes Potenzial, manuelle Prozesse in agile und maßgeschneiderte Lösungen zu überführen - und das schnell, effizient und kostensparend. Vorgefertigte Funktionalitäten werden fast wie bei einem Baukastensystem individuell zu einer Anwendung zusammengestellt: Die Daten werden besser und vor allem zuverlässiger als bei manuellen Prozessen erfasst und verarbeitet. Doch wie ist eigentlich der Stand der Dinge in Sachen Digitalisierung in deutschen Unternehmen? Und welche konkrete Rolle spielt Low-Code?

Deutschland hinkt bei der Digitalisierung noch hinterher

Im April 2019 veröffentlichte der Digitalverband Bitkom die Studie Digitalisierung der Wirtschaft. Zwar steigt das Bewusstsein über die Notwendigkeit digitaler Prozesse in Deutschland, jedoch fehle es noch an konkreten Handlungen. Lediglich 22 Prozent, und damit jedes fünfte Unternehmen, will in diesem Jahr in die Entwicklung neuer digitaler Prozesse investieren. Genauso viele Befragte (21 Prozent) haben noch keinerlei Mittel zur Digitalisierung ihres Unternehmens eingeführt. Die Zahl der Firmen, die keinerlei Strategie zur Bewältigung des digitalen Wandels verfolgt, ist mit 26 Prozent ebenfalls besorgniserregend. Nur 15 Prozent der Befragten beschäftigen in ihren Unternehmen bereits einen Chief Digital Officer (CDO).

Bei den Firmen, die auf digitale Technologien wie Big Data, Internet of Things und Künstliche Intelligenz setzen, gibt es jedoch eine positive Entwicklung (vgl. Abbildung 1).

Was sind die Gründe, warum so viele Firmen noch zurückhaltend beim Einsatz neuer digitaler Technologien sind? Sind diese doch eigentlich unverzichtbar, denn das Geschäft von morgen ist digital.

74 Prozent, und damit drei Viertel der Befragten, sehen den Datenschutz als größte Hürde bei der Digitalisierung. Danach folgen die Anforderungen an die technische Sicherheit (57 Prozent), der Fachkräftemangel (48 Prozent), zu wenig Zeit (37 Prozent), langwierige Entscheidungsprozesse (21 Prozent) und fehlende finanzielle Mittel (20 Prozent).

Mit Low-Code-Anwendungen die Digitalisierung voranbringen

Aktuell wird die Zahl der Low-Code-Anbieter weltweit auf etwa 200 geschätzt, doch der Markt wächst permanent. Der US-Analyst Forrester Research, dessen Vice President John Rymer auch erstmals den Begriff Low-Code im Jahr 2014 verwendete, prognostiziert für 2020 einen Gesamtmarkt für Low-Code-Plattformen von 15,5 Milliarden US-Dollar. In fast jedem Wirtschaftsbereich kommen Low-Code-Anwendungen zum Einsatz und bringen die Digitale Transformation voran.

Wo sich vorher Aktenordner stapelten und Daten händisch in Excel-Listen übertragen werden mussten, kommen heute Programme zum Einsatz, die automatisch Daten erfassen und verwalten. Genaue Rollen- und Rechtesysteme, die Möglichkeit der Offline- und Onlinenutzung, die Einhaltung von Sicherheitsbestimmungen und die Möglichkeit der Nutzung durch mehrere User gleichzeitig machen es möglich, zeit- und kostensparend mit den maßgeschneiderten Anwendungen zu arbeiten.

Beispiele, wie die Digitale Transformation im tagtäglichen Arbeitsalltag aussieht, gibt es unzählige. Doch wie sieht die Arbeit mit Low-Code konkret aus beziehungsweise welche Vorteile bietet die Technologie? Zwei Beispielprojekte aus der Öffentlichen Verwaltung zeigen, wie unterschiedlich das Themen- und Anforderungsspektrum an die Low-Code-Technologie sein kann.

Die Kostenverwaltung bei der Feuerwehr
Wie wird bei der Feuerwehr eigentlich ermittelt, welche Kosten bei Einsätzen entstehen, und wie werden diese beglichen? Amtshandlungen der Feuerwehr sind grundsätzlich gebühren- beziehungsweise kostenpflichtig. Ausnahmen bilden Maßnahmen zur Rettung von Menschen und Tieren aus Notlagen oder der Bekämpfung von Katastrophen. Die Gebühren und Kosten müssen ermittelt, festgesetzt und übermittelt werden.

Vor der Erstellung der Anwendung musste jeder Einsatz händisch erfasst und bearbeitet, die Kostenbescheide manuell erstellt und verschickt und die Zahlungseingänge kontrolliert werden. Die Hamburger Feuerwehr arbeitet stattdessen nun mit einem vollständig papierlosen Verwaltungssystem. Dieses wird für die Erstellung und Verwaltung von Gebühren- und Kostenerstattungsbescheiden nach Einsätzen genutzt, mit Ausnahme der Einsätze des Rettungsdienstes. Seitdem hat sich die Abarbeitungsquote deutlich erhöht und die Fehlerquote minimiert.

Automatische Unterwasserschallmessungen beim Bau von Windkraftanlagen
Werden neue Offshore-Windkraftanlagen gebaut, müssen Unterwasserschallmessungen zum Schutz des maritimen Lebensraumes vorgenommen werden. Zu Forschungszwecken sollten diese Daten automatisch erfasst, aufbereitet und zur Verfügung gestellt werden. Vor der Nutzung einer entsprechenden Anwendung musste das Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH) die enorm große Zahl an Daten händisch am Arbeitsplatzrechner übertragen und verwalten - und viele Daten blieben unbearbeitet. Dank einer agilen Low-Code-Anwendung werden diese nun automatisch per Knopfdruck erfasst und zur Forschung zur Verfügung gestellt. Die Daten werden über externe Messinstitute erhoben und durch signal-analytische Auswertungen zu nutzbaren Daten umgewandelt. Sie werden verwendet, um Ergebnisse und Auswirkungsprognosen zu verifizieren, spezielle Fragestellungen zu beantworten oder auch Datenabfragen von externen Stellen zu bearbeiten. Übergeordnetes Ziel dieser Auswertungen ist der Schutz des maritimen Lebens und das Einleiten entsprechender Maßnahmen.

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Über den Autor

 Karsten  Noack

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Gründer & CEO, Scopeland Technology GmbH