Logistik 4.0

Logistik und KI: Viel Potenzial, wenig Umsetzung

| Redakteur: Lisa Marie Waschbusch

Künstliche Intelligenz bietet zwar Potenzial für die Logistikbranche, wird allerdings bislang nur wenig eingesetzt.
Künstliche Intelligenz bietet zwar Potenzial für die Logistikbranche, wird allerdings bislang nur wenig eingesetzt. (Bild: Pixabay / CC0)

Eine aktuelle Studie zeigt: Zwar ist sich die Logistikbranche des Potenzials von künstlicher Intelligenz durchaus bewusst, allerdings haben die wenigsten die Technologie bereits im Einsatz. Dabei gab es in letzter Zeit auch immer wieder Beispiele für eine gelungene Etablierung.

Laut einer aktuellen Studie von Inform wird künstlicher Intelligenz (KI) eine große Relevanz für die Logistik zugeschrieben: Über 80 Prozent der Befragten begrüßen KI als wichtiges Zukunfts- und Innovationsthema. Die Befragten bewerten KI überwiegend als lohnende Investition, die langfristig eine bessere Marktposition verspricht (90 Prozent).

Lediglich ein kleiner Teil der Umfrageteilnehmer schätzt KI als vorübergehenden Hype ohne Relevanz ein oder kann noch nicht überblicken, was es mit der Technologie auf sich hat (sechs Prozent).

DPD setzt auf Sprachsteuerung und Chatbots

Dabei zeigen insbesondere die Branchenriesen, welchen Mehrwert der Einsatz von KI bieten kann: Der Paketdienstleister DPD setzt künftig auf Sprachsteuerung und Chatbots. Wie das Unternehmen kürzlich mitteilte, bietet es eine Anwendung für den intelligenten Sprachassistenten „Google Assistant“ an. Pakete sollen sich damit per Sprachbefehl steuern und nachverfolgen lassen. Darüber hinaus setzt DPD auf künstliche Intelligenz: Intelligente Mail- und Chatbots sollen in der täglichen Arbeit der DPD-Mitarbeiter schon bald eine wichtige Rolle spielen.

Erstes Anwendungsgebiet soll ein automatisiertes Chatangebot auf der DPD-Website sein, um Fragen von Paketempfängern zu beantworten. Dieser soll beispielsweise Auskunft über den exakten Lieferzeitpunkt eines Pakets vollständig automatisiert geben können und rund um die Uhr verfügbar sein. Eine erste Anwendung soll bereits im Herbst dieses Jahres starten. „Künstliche Intelligenz ist eine Schlüsseltechnologie, um die Customer Experience beim Paketversand auf ein neues Level zu heben”, erklärt Michael Knaupe, Director Customer Experience & Communications bei DPD Deutschland.

DHL und IBM zeigen Anwendungsbeispiele

Auch DHL und IBM zeigen in einem gemeinsamen Bericht ihre Ambitionen in Sachen KI. Das Paper zeigt auf, wie künstliche Intelligenz in der Logistik eingesetzt werden kann und kommt zu dem Ergebnis, dass KI-Technologie menschliche Fähigkeiten deutlich erweitern kann. So können Logistikanbieter zum Beispiel die Kundenerfahrung durch KI-Anwendungen mit Dialogführung bereichern oder sogar Waren ausliefern, bevor der Kunde sie bestellt hat. „Die heutigen technologischen, geschäftlichen und gesellschaftlichen Rahmenbedingungen begünstigen einen Paradigmenwechsel hin zu proaktiven und vorausschauenden Logistikoperationen mehr als jemals zuvor“, erläutert Matthias Heutger, Senior Vice President und Global Head of Innovation bei DHL.

Fast die Hälfte der befragten Unternehmen gibt an, nicht ausreichend in Sachen KI informiert zu sein.
Fast die Hälfte der befragten Unternehmen gibt an, nicht ausreichend in Sachen KI informiert zu sein. (Bild: Inform)

Bei den in der Inform-Studie befragten Unternehmen hängt es bislang an der Umsetzung: Gerade einmal 26 Prozent der befragten Betriebe setzen KI bereits in ihren Logistikprozessen ein. Entsprechend sind 60 Prozent der Ansicht, KI habe in der Logistik bislang kaum Fuß gefasst. Die Gründe dafür sind vielfältig: Drei Viertel der Befragten fehlen praktisches Know-how, Investitionskraft oder ausreichende IT-Infrastruktur. Das fehlende Fachwissen wird von über der Hälfte der Befragten als Hauptgrund für die fehlende Etablierung von KI-Anwendungen angegeben (54 Prozent). Tatsächlich fühlen sich laut Studie lediglich zwölf Prozent der Befragten gut informiert. Die Studie stellt weitere Hindernisse bei der Umsetzung dar: 46 Prozent der Befragten klagen über zu hohe Kosten, eine unzureichende Infrastruktur (44 Prozent) sowie einen Mangel an zeitlichen Ressourcen (38 Prozent).

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