Mobile Datenerfassung Logistik 4.0 fordert die Handhelds

Autor / Redakteur: Alfons Nüßl / Dipl.-Betriebswirt (FH) Bernd Maienschein

Smarte Systeme und Technologien, cybertronische Produkte im Kontext der Industrie 4.0 und des Internets der Dinge verlangen auch höhere Intelligenz und Flexibilität von Handheld-Computern, die üblicherweise in den Kernbereichen der Intralogistik und der Distributionslogistik eingesetzt werden. Neuartige Handhelds sind darauf ausgerichtet.

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Das SH7-Taskbook von Soredi begleitet seine Anwender zuverlässig bei allen Aufgaben der Distributions- und Intralogistik.
Das SH7-Taskbook von Soredi begleitet seine Anwender zuverlässig bei allen Aufgaben der Distributions- und Intralogistik.
(Bild: Soredi)

Die Digitalisierung von Wertschöpfungs- und Logistikketten kommt für viele überraschend. Wer als Taxifahrer nur den Funkanweisungen der Zentrale folgt oder am Stand auf Passagiere wartet, wird bald auf der Strecke bleiben. Schon jetzt wird er von Kollegen wirtschaftlich überholt, die Mobilfunkdiensten wie „My Taxi“ folgen. Und durch neue Milliardeninvestitionen in Logistikalgorithmen und digitales Kartenmaterial könnte Uber bald das ganze Geschäftsmodell kippen: In San Francisco wartet ein Uber-Fahrer nur zwischen 60 und 90 s auf einen neuen Fahrgast.

Bald werden kundenspezifische Produkte die Empfängerdaten mit sich führen; selbst wenn das Gesamtkonzept der Industrie 4.0 eine Vision für die Zukunft bleibt: Teilfortschritte sind schon erreicht. Was wäre, wenn Uber ab morgen auch Warenbeförderungen übernehmen würde? Die Logistik wird weiterhin einen raschen Wandel durchlaufen. Fraktale Beförderungsketten, Smart Logistics, Warenabruf nach Ortung per GPS, Zustandsdokumentation per Kamera bei der Warenübernahme, die RFID-Technologie statt Barcodes und QR-Scans sind nur einige aktuelle Herausforderungen der Distributionslogistik. Herkömmliche Handheld-Computer werden wegen ihrer engen Kommunikations- und Leistungsgrenzen derartigen Anforderungen nicht gerecht werden.

Flexibilität für Veränderungen

Wie muss nun ein Handheld Rugged Computer beschaffen sein, der bereits heute auf neue Herausforderungen ausgelegt ist? Die Entwicklung bei Smartphones und Tablets zeigt, dass die Offenheit der Benutzerschnittstelle über einen erfolgreichen Einsatz entscheidet. Die Multitouch-Technologie erlaubt neue, intuitive Steuerungsmöglichkeiten, die inzwischen bereits jeder Jugendliche beherrscht. Als Technologieführer bei IPC mit Multitouch-Bedienung hat Soredi Touch Systems ein 7-Zoll-Display entwickelt, das sogar eine Benutzung mit Handschuhen ermöglicht. In vielen Bereichen sind Arbeitshandschuhe vorgeschrieben – nun müssen sie für Bildschirmeingaben nicht mehr abgelegt werden. Da resistive Touchpanels bei dauerhafter Benutzung in rauer Umgebung Abnutzungserscheinungen zeigen können, hat der Anbieter sein Touchpanel hinter 1,6 mm starkem Gorillaglas aufgeschmolzen. Dies bietet auch Schutz gegen Bruch und Splitter. Eine Bildschirmdiagonale von 7 Zoll verbindet Handlichkeit mit Lesbarkeit, ausreichender Tastaturgröße bei eingeblendetem Keyboard und hoher Genauigkeit bei der Bedienung per Fingerdruck, denn die WSVGA-Auflösung beträgt 1024 × 600 Bildpunkte. Eine LED-Hintergrundbeleuchtung mit 420 cd/m² erlaubt in Verbindung mit einer neuen Entspiegelungstechnik die Benutzung unter schwierigen Lichtverhältnissen – in der Dunkelheit von Tiefkühlbereichen oder im Freien.

Ein Touch-Bildschirm scheint wegen seiner Benutzerfreundlichkeit, des platzsparenden Zusammenwirkens von (digitaler) Tastatur und umfassenden Anzeigemöglichkeiten unerlässlich. Darauf kann eine Empfangsbestätigung problemlos mit dem Finger oder einem Stift unterschrieben werden. Doch daneben erfordern Routineaufgaben wie das hundertfache Scannen von Warenetiketten weitere Eingabemöglichkeiten. Dazu hat Soredi an der Längsfront des Handhelds einen Folienstreifen mit Funktionstasten angebracht. Neben Standards wie Ein/Aus, Lautstärke und Helligkeit lassen sich diese mit Scan- und anderen Funktionen belegen.

Offen für Softwareanwendungen

Eine wichtige Voraussetzung für einen dauerhaften Einsatz besteht in der Fähigkeit, branchenübliche Standardsoftware ohne Kompromisse in Bezug auf Leistung ausführen zu können. Neben der Größe des Displays entscheidet darüber der Prozessor. Ein Intel 3825 mit 2 × 1,33 MHz Prozessorleistung und 2 GB DRAM Arbeitsspeicher bietet eine gute Grundlage für den Betrieb von Windows-Betriebssystemen. Diese eröffnen eine weite Bandbreite moderner Anwendersoftware. So kann die gesamte Bandbreite der Anwendungen des ERP-Systems von SAP mit allen seinen für Logistikprozesse relevanten Modulen direkt betrieben werden. Leistungsverluste und Übertragungsverzögerungen durch Schnittstellen oder Zusatzprodukte sind ausgeschlossen. Viele Warenwirtschafts-, Lager- und Logistikprogramme – on Premise oder in der Cloud – stellen diese Anforderungen. Wer aufgrund vorhandener Programme auf Windows Embedded Compact 7 setzen muss, wird ebenfalls nicht enttäuscht. Der Handheld-Computer SH7-Taskbook erfüllt alle Voraussetzungen an einen vollwertigen PC. Wer spezielle Touch-Benutzeroberflächen oder eine digitale Tastatur für seine Anwendung benötigt, muss das Rad nicht neu erfinden: Der Hersteller bietet dazu bewährte Softwaremodule an. So lassen sich unterschiedlichste Transportaufträge kommissionieren, erfassen, dokumentieren und unterschreiben.

Kommunikationsplattform im IoT

Beste Netzwerkleistungen und zahlreiche Standardschnittstellen machen einen Handheld zur Kommunikationsplattform im Internet der Dinge. Beim SH7-Taskbook unterstützt sogar der Massenspeicher die Kommunikation: Das C-Fast-Speichermedium mit 32 bis 120 GB Memory lässt sich über eine Klappe aus dem gekapselten Gehäuse nehmen. Ein WLAN-Modul von Intel übernimmt die Kommunikation im Netzwerk und über Bluetooth 4.0 mit Energiesparmodus. Mobilfunkmodule für UMTS, LTE und GPS ermöglichen schnelle Zugriffe mit ausreichender Bandbreite. Die Antennentechnik dazu wurde in das Gehäuse integriert.

Ein mobiles, auf das Grundgehäuse aufsteckbares Griffmodul erleichtert das Kommissionieren, die Warenannahme oder die Inventur im Lager. Dazu gibt es wahlweise einen Short-Range-Imager von Intermec mit 1 m Lesereichweite für 1D-Barcodes oder einen Auto-Range-Imager Ex 25 mit bis zu 8 m Wirkungsbereich für 1D- und 2D-Barcodes. Ein RFID-Leser kann ebenfalls integriert, Personaldaten können mit Legic oder Mifare identifiziert werden. Das ergonomische Griffmodul erlaubt sicheres Anvisieren von Etiketten und einen ermüdungsfreien Dauerbetrieb, denn es enthält zusätzlich zu dem in das Gehäuse integrierten Li-Ion-Akku mit 20 Wh zwei Batstar-Schnellwechselakkus von Honeywell mit je 17,8 Wh. Während die Standardakkus im Griffmodul ausgetauscht werden, versorgt sich das Taskbook über die integrierte Spannungsversorgung. Diese sichert einen netzunabhängigen 24-Stunden-Dauerbetrieb.

Ultimative Robustheit

Das Gehäuse des SH7-Taskbook wurde mit den Erfahrungen aus der Industrie eigens für raue Umgebungen entwickelt. Es übersteht durch seine robuste Bauweise mit Gummipuffern mehrfache Stürze aus bis zu 1,5 m Fallhöhe. Trotz gnadenloser Hafenanlagen voller Meersalz, staubiger Containerbahnhöfe oder der arktischen Kälte einer Kühlkette ermöglicht es schnellere Abläufe im Warenein- und -ausgang, in der Verladung ebenso wie bei der Auslieferung, Dokumentation und Warenverfolgung. Eine Temperaturüberwachung sichert den lüfterlosen Betrieb in dem gekapselten Gehäuse. Bewegungssensoren richten die Bildschirmanzeige aus und ermöglichen Stoß- und Fallprotokolle für spätere Diagnosen. Eine hohe Widerstandsfähigkeit gegen Staub, Schmutz, Spritzwasser und Feuchtigkeit dokumentiert sich in der Schutzklasse IP65. ■

* Dipl.-Ing. (FH) Alfons Nüßl ist geschäftsführender Gesellschafter der Soredi Touch Systems GmbH in 82140 Olching, Tel. (0 81 42) 4 22 38-0, info@soredi-touch-systems.com

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