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Intralogistik-Messe von Covid-19 "befallen" LogiMAT 2020: Dematic, Still und Interroll sagen Teilnahme ab

| Redakteur: Jürgen Schreier

"Trotz Coronavirus: LogiMAT 2020 findet planmäßig statt": Aktuell ist das nach wie vor Fakt. Allerdings haben wichtige Aussteller - darunter Dematic, Still, Linde, Jungheinrich, Interroll, SSI Schäfer und Mitsubishi Logisnext - der Intralogistik-Messe wegen der Coronavirus-Problematik den Rücken gekehrt. Insgesamt gab es Presseberichten zufolge 72 Stornierungen.

Auch die Intralogistik-Fachmesse LogiMAT 2020, die in der kommenden Woche in Stuttgart stattfindet, wird mittlerweile von der Ausbreitung des Coronavirus (Covid-19) beeinträchtigt.
Auch die Intralogistik-Fachmesse LogiMAT 2020, die in der kommenden Woche in Stuttgart stattfindet, wird mittlerweile von der Ausbreitung des Coronavirus (Covid-19) beeinträchtigt.
(Bild: Nicolas Maack )

Gesundheit und Sicherheit haben Vorrang: Deshalb will Dematic, ein echtes Schwergewicht er Materialflusstechnik, an der Intralogistik-Fachmesse LogiMAT 2020 nicht teilnehmen. Grund dafür sei das sich immer schneller verbreitende Coronavirus. „Dematic steht seit Jahrzehnten für größtmögliche Sicherheit. Die Gesundheit und das Wohlergehen von Kunden und Mitarbeitern haben für uns jederzeit oberste Priorität“, erklärt Rainer Buchmann, CEO der Dematic CE.

Bei einer Großveranstaltung wie der LogiMAT könne man nicht ausschließen, dass es bei Messebesuchern oder Standcrew zu Infektionen mit dem Coronavirus (SARS-CoV-2) kommen kann. Rainer Buchmann: „Daher haben wir uns entschieden, unsere Teilnahme an der Messe abzusagen.“

Das eigentlich für die LogiMAT 2020 vorgesehene Produktportfolio soll nun den Kunden, die sich bei für die Dematic-Präsensentation auf der LogiMAT 2020 angemeldet hatten, zeitnah im mehrfach ausgezeichneten Imagination Center der Dematic in Heusenstamm exklusiv präsentiert werden. „Zusätzlich wird die MHLC Europe verschoben. Ein Ersatztermin ist seit heute in Findung“, so Rainer Buchmann. Mit einem Alternativtermin sei innerhalb der nächsten sechs Monate zu rechnen. Dies trage den Wünschen der Teilnehmer und der Speaker aufgrund der aktuellen Situation Rechnung.

Material Handling & Logistics Conference Europe 2020 wird verschoben

Die MHLC Material Handling & Logistics Conference Europe 2020 sollte am 8. und 9. März 2020 ebenfalls in Stuttgart stattfinden. Bei dieser Konferenz steht die Digitalisierung der Supply Chain im Fokus .- unter anderem die "Roboterisierung" der Logistik, die Nutzung von von Big Data sowie der Einsatz Künstlicher Intelligenz und Advanced Analytics.

Zu den weiteren Top-Playern der Materialflusstechnik-Branche, die auf eine Teilname an der LogMAT verzichten werden, gehört STILL. Der Hersteller von Gabelstaplern und Lagertechnik-Geräten wird seinen Kunden aktuelle Neuigkeiten, intelligente Lösungen und leistungsstarke Produkte auf digitalen Kanälen sowie anderen Branchentreffs im Verlauf des Jahres vorstellen, heißt es in einer Mitteilung.

Für STILL stehe die mit dem Unternehmen verbundenen Menschen im Mittelpunkt des Handelns, heißt es. Im Markenleitbild der Firma sei das Ziel, für Partner Mehrwert zu generieren, fest verankert. Dazu gehört auch das Thema Sicherheit. Aus diesem Grund hat STILL sich dazu entschlossen, in diesem Jahr nicht an der Intralogistik-Messe LogiMAT teilzunehmen.

Linde Material Handling und Jungheinrich fehlen ebenfalls

„Selbst unter Berücksichtigung der höchsten Sicherheitsstandards kann auf Großveranstaltungen mit hohen Besucherzahlen aktuell nicht garantiert werden, dass eine Verbreitung des Coronavirus ausgeschlossen werden kann. Da der Schutz sowohl unserer Besucher als auch unseres Messeteams für uns an oberster Stelle steht, haben wir uns gegen die Teilnahme an der Ausstellung entschieden“, so Thomas A. Fischer, Geschäftsführer Vertrieb, Marketing und Service der STILL GmbH in Hamburg.

Der Flurförderzughersteller Linde Material Handling, wie STILL, Teil des Kion-Konzerns, bleibt der LogiMAT 2020 ebenfalls fern.

Mit Jungheinrich hat ein weiterer Großaussteller angekündigt, nicht an der der LogiMAT 2020 teilnehmen zu wollen. Stattdessen will der Hersteller von Flurförderzeugen und Lagertechnik auf seiner Homepage über die Innovationen und Highlights informieren, die das Unternehmen auf der Messe in Stuttgart präsentiert hätte.

Interroll plant virtuelle Messe auf der Homepage

Interroll hat ebenfalls seinen Auftritt auf der LogiMAT 2020 in Stuttgart abgesagt. Statt einer physischen Messe vor Ort plant das Schweizer Unternehmen im selben Zeitraum eine virtuelle Messe auf seiner Homepage. Dort werden Messeneuheiten, eine Live-Demo sowie Chats mit Experten aus dem Vertrieb sowie aus dem Produktbereich angeboten. Kunden, Besucher und Interessenten werden entsprechend direkt und über die Interroll-Webseite zu den Angeboten informiert werden.

"Als global führender Partner auf Augenhöhe für Materialflusslösungen schätzen wir natürlich den persönlichen Kontakt. Dennoch: Wir tragen auch globale Verantwortung", so Paul Zumbühl, CEO der weltweiten Interroll-Gruppe. "Diese nehmen wir nun wahr, indem wir unsere Mitarbeiter und Kunden schützen und maßgeschneiderte Alternativen zur physischen Präsenz auf der LogiMAT bieten und dabei trotzdem den Kundenkontakt aufrechterhalten."

Die Interroll Gruppe, 1959 gegründet, beliefert Systemintegratoren und Anlagenbauer mit einem umfassenden Sortiment an plattformbasierten Produkten und Services in den Kategorien "Rollers" (Förderrollen), "Drives" (Motoren und Antriebe für Förderanlagen), "Conveyors & Sorters" (Förderer & Sorter) sowie "Pallet & Carton Flow" (Fließlager).

Software-Unternehmen sagen ab

Und noch eine Absage ist in diesen Minuten in unserer Mailbox gelandet: Cargoclix widerruft die geplante Teilnahme an der LogiMAT 2020. Der Freiburger Anbieter von Logistik-Software möchte mit Live-Chats und Videokonferenzen die Messegespräche ersetzen. Trotzdem bleibe für das mittelständische Softwarehaus die LogiMAT grundsätzliche eine der zentralen Messeplattformen. Geplant war unter anderem die Präsentation des weiterentwickelten Zeitfenstermanagementsystems SLOT. Mit der cloudbasierten Plattform lassen sich Prozesse an der Rampe verbessern und Lkw staufrei abfertigen.

Zwei weitere IT-Unternehmen haben die Teilnahme kurzfristig abgesagt: die dbh Logistics IT AG sowie die S&P Computersysteme GmbH. „Mit etwas Wehmut blicken wir auf die vielen LogiMAT-Jahre zurück. Mit großartiger Stimmung und belebten Messeständen wurde das „Heimspiel“ für S&P in Stuttgart immer wieder ein Erfolg. Gleichzeitig freuen wir uns aber auch schon jetzt auf die nächste LogiMAT.“ erklärt Rémy El Abd, Geschäftsführer der S&P Computersysteme GmbH. Die Produkte, die man auf der L0ogiMAT 2020 gezeigt hätte, sollen den Interessenten über andere Kanäle nahegebracht werden.

dbh Logistics IT AG bietet Lösungen in den Bereichen Zoll und Außenhandel, Compliance, Transportmanagement, Hafenwirtschaft, SAP und Cloud Services. Die S&P Computersysteme GmbH erstellt Leitrechnerlösungen im Bereich der innerbetrieblichen Logistik.

Auch wenn die LogiMAT 2020 trotz der Absagen im geplanten Zeitraum stattfindet, ist nicht auszuschließen, dass - auch wegen der Verschiebung der MHLC 2020 - weniger Besucher den Weg nach Stuttgart finden als erwartet. Die Elektronikmesse embedded world 2020 in Nürnberg hatte beträchtliche Besuchereinbußen hinnehmen müssen.

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