Smart Farming

Landwirtschaft - Speerspitze der Digitalisierung?

| Autor / Redakteur: Hans-Gerd Birlenberg / Jürgen Schreier

In der Landwirtschaft ist moderne Robotertechnik weit verbreitet - zum Beispiel zur Fütterung.
In der Landwirtschaft ist moderne Robotertechnik weit verbreitet - zum Beispiel zur Fütterung. (Bild: Pixabay / CC0)

Das Denken in Prozessketten war schon immer Erfolgsgarant im Agribusiness. Deshalb ist die Landwirtschaft schon vom "Mindset" her bestens gerüstet für die Digitalisierung - und sie ist viel weiter als andere Branchen.

Digitalisierung und Vernetzung in der Landwirtschaft sind die moderne Ausprägung von Idealen, die als „Ganzheitliches Denken“ begriffen werden. Das Denken in Prozessketten war schon jeher ein Garant für den Erfolg im landwirtschaftlichen Sektor. Für große Teile der Agrarbranche ergeben sich durch die Digitalisierung erweiterte Zuständigkeitsbereiche und auch veränderte Tätigkeitsfelder.

Die Mitarbeiter sind nicht mehr nur für landwirtschaftliche Routineaufgaben oder eine bestimmte Maschine zuständig. Für diese teilweise neuen Tätigkeitsfelder müssen Mitarbeiter entsprechend befähigt oder aber neue Mitarbeiter an Bord geholt werden. Sie benötigen unter anderem zusätzliche Fachkenntnisse, die mit der klassischen Landwirtschaft nicht mehr viel gemeinsam haben.

Smart Farming umfasst die ganze Wertschöpfungskette

Laut einer aktuellen Befragung im Auftrag des Deutschen Bauernverbandes (DBV) unterstützt vom Digitalverband Bitkom unter 850 landwirtschaftlichen Betriebsleitern, geben sich zwei Drittel (67 Prozent) der Landwirte in Sachen Digitalkompetenz durchschnittlich die Schulnote eins bis drei. Dies unterstreicht die aktuelle Bedeutung von Smart Farming. Die Landwirtschaft 4.0 betrifft nicht nur den Erzeuger selbst, es bringt auch den Verbraucher näher zum landwirtschaftlichen Unternehmen und birgt mehr Transparenz.

Durch die Digitalisierung kann der Endverbraucher direkten Einblick in die landwirtschaftliche Produktionskette nehmen. Die landwirtschaftlichen Abläufe im Bereich des digitalen Hofes umfassen sehr viele Bereiche von der Viehhaltung (Melkroboter, Futterautomat, gesundheitliche Überwachung der Tiere, etc.) über die Pflanzenproduktion (Feldroboter) bis hin zur Wartung von Landmaschinen oder dem führerlosen Mähdrescher.

Im Märzen der Bauer das Tablet bedient

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13.08.17 - Digitalisierung, Internet of Things und Datenverarbeitung: Diese Begriffe sind Alltag in vielen Branchen - auch in der Landwirtschaft. Egal ob AGCO/Fendt, John Deere, Deutz-Fahr, CLAAS oder CASE IH: Dank moderner Landmaschinen ist der "Bauer" mittendrin in der Digitalisierung. lesen

„Auf dem Bauernhof funktioniert heute ohne Digitalisierung fast nichts mehr. Prozesse und Abläufe werden nicht nur zunehmend digital gesteuert, sondern auch immer stärker integriert und miteinander vernetzt. Umso wichtiger wird die Digitalkompetenz“, sagt Bernhard Krüsken, Generalsekretär des Deutschen Bauernverbandes.

März 2018: Bitkom initiiert die erste Digital Farming Conference

Viele Landwirte besitzen durch die Vielzahl an technischen Geräten, die sie bedienen und betreuen, eine hohe Affinität zur Technik und teilweise auch eine ausgeprägte Digitalkompetenz. „Landwirte sind in Sachen Digitalisierung schon weiter als mancher Industriebetrieb. Digitalisierung bringt uns vor allem dann weiter, wenn sie nicht nur von der Landtechnik her gedacht, sondern als integraler Teil der Unternehmensführung verstanden und umgesetzt wird“, so Krüsken weiter.

15 spannende Startups aus dem Bereich Digital Farming

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24.09.17 - Die Digitalisierung hat auch in der Landwirtschaft Einzug gehalten. Vernetzte Maschinen, optimierte Produktionsprozesse und Anwendungen, die eine Vielzahl von Daten analysieren und austauschen sind in vielen Bereichen bereits Status Quo. Neben den etablierten Konzernen mischt auch eine Vielzahl junger, dynamischer Startups die Branche auf. lesen

Im März 2018 initiiert der Bitkom die erste Digital Farming Conference in Berlin, um mehr als 150 Entscheider aus Landtechnikindustrie, Agrar- und Digitalwirtschaft, Politik und Wissenschaft zusammen zu bringen und über den Einsatz digitaler Technologien in der Agrarwirtschaft zu diskutieren. Hauptpunkte der Agenda sind: Precision Farming, Robotik, Sensorik und die vernetzte Landwirtschaft. „Die Digitalisierung stellt auch Landwirte vor ständig neue Herausforderungen. Noch fehlt es vielfach an Orientierung. Messen wie die Agritechnica geben hier den notwendigen Überblick“, sagt Bitkom-Hauptgeschäftsführer Dr. Bernhard Rohleder. „Wer als Landwirt wettbewerbsfähig bleiben will, muss sich jetzt ganz aktiv mit der Digitalisierung auseinandersetzen“, so Rohleder weiter.

Landwirtschaft wird zur digitalen Vorzeigebranche

Fazit: Die Landwirtschaft ist in punkto 4.0 sehr fortschrittlich und entwickelt sich zur Vorzeigebranche. Dennoch gilt es für viele Betriebe, sich selbst und die Mitarbeiter digital fit zu machen und die digitalen Kompetenzen auszubauen sowie ergänzendes Know-how an Bord zu holen. Häufig bedarf es externer Unterstützung, um mit weitreichendem Netzwerk und einem ausgeprägten Kennerblick die passende Nadel im Heuhaufen zu finden.

Autor: Hans-Gerd Birlenberg ist Bereichsleiter der Business Unit Agribusiness & Distribution bei der Hager Unternehmensberatung. Er war nach dem Diplom der Betriebswirtschaftslehre in Köln in verschiedenen Top-Managementpositionen tätig, zuletzt als Vorstandsvorsitzender eines führenden Agrarunternehmens.
Autor: Hans-Gerd Birlenberg ist Bereichsleiter der Business Unit Agribusiness & Distribution bei der Hager Unternehmensberatung. Er war nach dem Diplom der Betriebswirtschaftslehre in Köln in verschiedenen Top-Managementpositionen tätig, zuletzt als Vorstandsvorsitzender eines führenden Agrarunternehmens. (Bild: Dirk Beichert BusinessPhoto)

Über die Hager Unternehmensberatung

Die Hager Unternehmensberatung GmbH ist Partner von Horton International und bietet ihren Kunden weltweit an über 40 Standorten in den global wichtigsten Wirtschaftsregionen Lösungen rund um den Arbeitslebenszyklus an: Employment Lifecycle Solutions. Diese zielgerichteten Lösungen rund um den Arbeitslebenszyklus finden ihre Entsprechung in unseren einzelnen Unternehmensbereichen: Bei der Platzierung der passenden Kandidaten, bei der Evaluierung der Mitarbeiterpotenziale, bei der Entwicklung, um die persönlichen Mitarbeiterfähigkeiten weiterzuentwickeln, bis hin zur Begleitung bei individuellen Veränderungsprozessen.

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