Cybersicherheit

Labor für industrielle IT-Sicherheit in Lemgo eröffnet

| Autor: Jürgen Schreier

Am Fraunhofer-Anwendungszentrum in Lemgo wurde in Kooperation mit dem Institut für industrielle Informationstechnik der Hochschule OWL am 16. März 2017 das neue "Lernlabor Cybersicherheit für die Produktion" eröffnet.

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Zahlreiche Gäste aus Politik und Wirtschaft nahmen im Centrum Industrial IT in Lemgo der Eröffnung des Lernlabors Cybersicherheit teil.
Zahlreiche Gäste aus Politik und Wirtschaft nahmen im Centrum Industrial IT in Lemgo der Eröffnung des Lernlabors Cybersicherheit teil.
(Bild: CIIT)

Das Labor in Lemgo ist eines der insgesamt sechs Lernlabore für Cybersicherheit, die von der Fraunhofer-Gesellschaft derzeit an verschiedenen Standorten in Deutschland eröffnet werden. In dem Labor des Fraunhofer IOSB-INA werden Verfahren und Techniken für die IT-Sicherheit in der Produktion erforscht und zugleich Komponenten und Software-Module für den Schutz dieser Anlagen entwickelt. Die Forscher simulieren dabei Cyberattacken und suchen nach Schwachstellen. Ziel ist die schnelle Erkennung und die Abwehr solcher Angriffe.

Industrie 4.0 ohne Sicherheitskompetenz nicht umsetzbar

"In Lemgo werden wir mit Blick auf die Bedarfe der Wirtschaft aktuelle Erkenntnisse aus der Forschung unmittelbar in Qualifizierungsprogrammen umsetzen, sagte Fraunhofer-Präsident Prof. Dr.-Ing. Reimund Neugebauer. IT- und Sicherheitsbeauftragten, Fach- und Führungskräften oder Produktionsleitern steht ab sofort ein berufsbegleitendes modulares Weiterbildungsangebot zur Verfügung und soll Unternehmen dabei helfen, vorhandene Sicherheitslücken in den Produktionssystemen wirksam zu schließen. .

"Industrie 4.0 wird ohne IT-Sicherheitskompetenz im Mittelstand nicht umsetzbar sein", erklärte Prof. Dr.-Ing. Jürgen Jasperneite, Leiter des Fraunhofer-Anwendungszentrums und des Instituts für industrielle Informationstechnik der Hochschule OWL.

Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) fördert die Fraunhofer-Initiative dauerhaft mit einem jährlichen Betrag von 6 Mio. Euro. Wie Thomas Rachel, parlamentarischer Staatssekretär im BMBF erläuterte, biete die Digitalisierung eine Fülle neuer Chancen für die Wirtschaft – gerade im Bereich der industriellen Produktion. "Die Region Ostwestfalen-Lippe ist hier ganz vorne mit dabei: Hier werden innovative Lösungen für vernetzte, intelligente Produktion aber auch für die Sicherung solcher Anlagen vor Cyberangriffen und Cyberspionage entwickelt. Deshalb passt das neue Lernlabor »Industrielle Produktion", so der Politiker.

Cyberattacken verursachen Milliardenschäden

Warum ist mehr IT-Sicherheit so wichtig? Die Nutzung des Internets für die Vernetzung von Maschinen und Anlagen eröffnet weitreichende Möglichkeiten für Manipulationen und Diebstahl. Aktuell häufen sich Angriffe auf kritische Infrastrukturen und Industrieanlagen. Datendiebstahl, Spionage und Sabotage erzeugen nach Angaben des ITK-Verbandes BITKOM einen jährlichen Schaden von über 22 Mrd. Euro für die deutsche Industrie.

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