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Flottenmanagement Kürzere Routen und geringere Kosten

| Autor/ Redakteur: Katja Deichl* / Marlene Mahlo

Rund um die Uhr ist das Team der Avant Gebäudedienste GmbH unterwegs. Eine IoT-Lösung für das Flottenmanagement senkt bei dem mittelständischen Unternehmen Kosten um 20 Prozent und verbessert den Kundenservice.

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Mittels Drive & Track konnten die Kosten durch geringeren Spritverbrauch und optimierte Einsatzzeiten nach nur drei Monaten um 15 bis 20 Prozent gesenkt werden.
Mittels Drive & Track konnten die Kosten durch geringeren Spritverbrauch und optimierte Einsatzzeiten nach nur drei Monaten um 15 bis 20 Prozent gesenkt werden.
(Bild: Avant)

350 Mitarbeiter und 50 Fahrzeuge in drei Bundesländern steuert Avant täglich von der Erfurter Zentrale aus. Ein Standbein des Unternehmens ist die Garten- und Grünanlagenpflege. Ist ein Team unterwegs gilt so gut wie immer: ein Job pro Tag. Komplexer wird es bei den Gebäudereinigern und Hausmeistern: Sie erledigen im Durchschnitt fünf Jobs an fünf von insgesamt 500 unterschiedlichen Objekten. Diese Einsätze koordinierte Geschäftsführer Steffen Lange sowie die zuständigen Bereichsleiter bis vor kurzem per Google Maps und entlang des Auftragseingangs.

Herausforderungen: Preis, Kundenservice und qualifiziertes Personal

Die manuelle Routenplanung mittels Online-Karten stieß regelmäßig an ihre Grenzen. Besonders problematisch wurde es, sobald Kunden nach der Ankunftszeit der Reinigungstrupps fragten, spontan Zusatzleistungen beauftragten oder neue Jobanfragen hereinkamen. Hier half dem Geschäftsführer nur der Griff zum Telefon, um den aktuellen Standort seiner Mitarbeiter zu erfahren und gemeinsam mit ihnen die Routen umzudisponieren.

Hinzu kommt: In der Branche der Gebäudedienstleister herrscht ein enormer Preisdruck. Geschäftsführer Lange stellt fest, dass die Kunden am letzten Glied ihrer Ausgabenkette sparen – den Gebäudereinigern. „Wir müssen mit Zeit jonglieren können und kämpfen jeden Tag“, so Lange. Erschwerend kommt der Fachkräftemangel hinzu. Avant wollte sich daher für die Rekrutierung qualifizierter Mitarbeiter stärker positionieren: Die bis dahin angebotene Ein-Prozent-Regelung – pauschal muss monatlich ein Prozent des Pkw-Listenpreises versteuert werden – war wenig überzeugend, ein unkompliziertes elektronisches Fahrtenbuch sollte zum Einsatz kommen. Aus diesen Gründen entschied sich Avant 2018, eine IoT-basierte Lösung für das Flottenmanagement einzuführen.

IoT-Lösung als DIY-System

Der Dienstleister für Gebäudereinigung nutzt seit Sommer 2018 die Lösung Drive & Track powered by Fleet Complete der Telekom. Avant setzt Dongles ein, mit IoT-Sensoren ausgestattete GPS-Tracking-Geräte. Diese lassen sich ohne Montage als Plug&Play auf die vorhandenen OBD2-Schnittstellen in den Fahrzeugen aufstecken und werden einsatzbereit mit SIM-Karte geliefert. Lange und sein Team bauten sie innerhalb von zwei Wochen selbst ein: Diese Zeit benötigten sie, da die Fahrzeuge rund um die zehn Standorte des Unternehmens in Thüringen, Sachsen und Bayern im Einsatz sind. Die 23 Dongles kann der Dienstleister in allen Fahrzeugen flexibel einsetzen und zudem einzelnen Mitarbeitern zuweisen. Für seine Gartenarbeitsfahrzeuge brauchte er daher keine GPS-Tracker anzuschaffen – schließlich steuern die Gärtner meist nur einen Einsatzort pro Tag an.

Heute zeigt das Drive & Track-Portal Standorte und geplante Routen der über die IoT-Plattform vernetzten Fahrzeuge nahezu in Echtzeit an. Routen lassen sich mit einem Blick auf das Portal planen und anpassen. Auch erkennt Geschäftsführer Lange die Standzeiten der Wagen und kann durch Mitarbeitergespräche Arbeitszeiten optimieren. Der reduzierte Spritverbrauch und die effizienteren Einsätze machten sich bereits ab dem ersten Monat bemerkbar: als Kostensenkungen von bis zu 20 Prozent. Gleichzeitig kann Avant nun Kunden besser betreuen – sowie Mitarbeitern und Bewerbern ein elektronisches Fahrtenbuch anbieten.

Übersichtlich und unkompliziert

Im täglichen Einsatz bewährt sich die IoT-basierte Lösung vor allem durch die übersichtliche Darstellung im Drive & Track-Portal. Daher konnte Avant die Schulungen der Mitarbeiter komplett selbst durchführen. Tauchen doch Fragen auf, steht ein direkter Ansprechpartner der Telekom zur Verfügung. Ein ganz praktischer Service, meint Geschäftsführer Lange: „Er hat beispielsweise dafür gesorgt, dass die Kundenstammdaten der Reinigungsfirma automatisch in die neue Software übertragen wurden." Ohne Mehraufwand für das Unternehmen.

* Katja Deichl ist als Redakteurin bei Palmer Hargreaves tätig.

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