Studie

Künstliche Intelligenz und die Ethik

| Autor / Redakteur: Heidemarie Schuster / Lisa Marie Waschbusch

Mit KI muss vertrauensvoll umgegangen werden.
Mit KI muss vertrauensvoll umgegangen werden. (Bild: Pixabay)

Wer Künstliche Intelligenz einsetzt, muss auch verantwortungsvoll damit umgehen, da die Technologie auch Auswirkungen auf den Alltag von Verbrauchern haben kann. Das haben einer Forbes-Umfrage zufolge viele Unternehmen bereits verstanden und schulen ihre Mitarbeiter dementsprechend.

Weltweit setzen 72 Prozent der Unternehmen Künstliche Intelligenz bereits in einem oder mehreren Geschäftsbereichen ein. 51 Prozent der Unternehmen, die KI einsetzen, sagen, dass die Implementierung ein echter Erfolg gewesen sei – und nennen als Verbesserungen unter anderem präzisere Vorhersagen und fundierte Entscheidungsfindung, höhere Abschlussquote in der Kundenakquise sowie eine Steigerung der operativen Produktivität. 46 Prozent der KI-Unternehmen hat die Technologie bereits umfassend implementiert. Andere sind noch in der Experimentier- oder Prototypenphase. Das sind die Ergebnisse einer aktuellen Studie von Forbes Insights.

KI und die Mitarbeiter

Mitarbeiter jenseits des Managements sehen KI etwas positiver entgegen: So meinen 55 Prozent, dass ihr Engagement in diesem Bereich erfolgreich ist. Dies sagen nur 38 Prozent der Führungskräfte. Zahlreiche Unternehmen sehen zudem Vorteile für ihre Belegschaft, insofern als sich die Rollen verändern und Aufgaben anspruchsvoller werden. 64 Prozent bestätigen, dass sich ihre Mitarbeiter dank KI mehr auf strategische als auf operative Aufgaben konzentrieren können.

Trotz dieser positiven Effekte spüren immer noch fast 20 Prozent deutliche Widerstände ihrer Mitarbeiter aus Sorge um ihren Job. 57 Prozent der Arbeitgeber äußern konkrete Besorgnis bezüglich der Auswirkungen, die KI auf die Beziehung zu ihren Mitarbeitern haben könnte, da sich Mitarbeiter womöglich bedroht oder überfordert fühlen könnten.

Der Einsatz von KI

Immer wichtiger wird der verantwortungsvolle Umgang mit KI im Business-Umfeld. So gaben 70 Prozent der Unternehmen an, die KI bereits einsetzen, ethische Trainings für ihre Mitarbeiter in der IT durchzuführen. 63 Prozent verfügen sogar über Ethikkommissionen, um den Umgang mit KI zu bewerten.

Die Ergebnisse zeigen laut Forbes einen klaren Zusammenhang zwischen Thought Leadership und ethischem Bewusstsein. Unternehmen, die ihre KI-Implementierung als erfolgreich bezeichnen, übernehmen auch die Verantwortung für die eingesetzte KI: 92 Prozent der führenden KI-Unternehmen (sogenannte KI-„Leaders“) trainieren ihre Technologieexperten in ethischen Fragen, im Vergleich zu gerade mal 48 Prozent der Unternehmen, die in Sachen KI-Nutzung noch nicht soweit sind.

Da diese Technologie Auswirkungen auf den Alltag von Verbrauchern hat, ist ein ethischer Rahmen, wie ihn auch Rumman Chowdhury als KI-Verantwortlicher bei Accenture Applied Intelligence fordert, umso wichtiger: „Unternehmen haben damit begonnen, Bedenken und Fehltritte im Zusammenhang mit KI zu adressieren. Das ist eine positive Entwicklung, reicht aber nicht aus. Benötigt werden vorausschauende, spezifische und technische Richtlinien für die Entwicklung von KI-Systemen, die sicher, transparent, nachvollziehbar und in den Verantwortlichkeiten klar zuzuordnen sind. Denn nur so lassen sich unerwartete Konsequenzen und Compliance-Herausforderungen vermeiden, die Einzelpersonen, dem Geschäft und der Gesellschaft schaden. Data Scientists brauchen solche Richtlinien dringend.“

Führende KI-Unternehmen erkennen auch den Zusammenhang zwischen dem erfolgreichen Einsatz dieser Technologie und Analytics. 79 Prozent dieser „Leaders“ geben an, dass Analytics eine entscheidende Rolle für KI in ihrem Unternehmen spielt; dies sagen nur 14 Prozent von den bisher weniger erfolgreichen KI-Anwendern.

„Diejenigen, die KI implementiert haben, verstehen, dass Erfolg mit KI und Erfolg mit Analytics eng zusammenhängen“, erklärt Oliver Schabenberger, COO und CTO von SAS. „Für diese Unternehmen spielt Analytics bereits eine zentrale Rolle für KI.“

Kontrollen der KI

Eine zwar verbreitete aber falsche Annahme ist, dass KI ohne menschliches Mitwirken funktioniere. Die Studie zeigt, dass führende KI-Unternehmen eine Kontrolle der Technologie als unerlässlich ansehen. 74 Prozent berichten von mindestens wöchentlichen Reviews ihrer KI-Ergebnisse, nur 33 Prozent der KI-„Nachzügler“ führen solch regelmäßige Kontrollen durch. 43 Prozent der KI-„Leaders“ haben einen Prozess, um fragwürdige Ergebnisse zu überarbeiten (bei den anderen sind dies lediglich 28 Prozent).

Von den Unternehmen, die bereits KI einsetzen oder dies planen, sagen 60 Prozent aus, dass sie sich um die Auswirkungen von KI auf die Kundeninteraktion sorgen – sei es, dass ihre Aktionen weniger Empathie signalisieren oder dass Kunden ihnen weniger vertrauen könnten.

Über die Studie

Für die Studie „AI Momentum, Maturity and Models for Success“, die Forbes Insights mit Unterstützung von SAS, Accenture Applied Intelligence und Intel durchgeführt hat, wurden 305 Business-Leader weltweit befragt, von denen mehr als die Hälfte Chief Information Officer, Chief Technology Officer oder Chief Analytics Officer sind.

Dieser Beitrag ist ursprünglich auf unserem Partnerportal IT-BUSINESS erschienen.

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