Smart Factory

Künstliche Intelligenz: Festo übernimmt Resolto

| Redakteur: Jürgen Schreier

Die ML-/KI-Anwendnung Prognos nutzt interpretierte Informationen vorausschauend, um Parameter an Anlagen aktiv zu optimieren, oder um konkrete Handlungsanweisungen an Bediener oder Entscheider zu schicken.
Die ML-/KI-Anwendnung Prognos nutzt interpretierte Informationen vorausschauend, um Parameter an Anlagen aktiv zu optimieren, oder um konkrete Handlungsanweisungen an Bediener oder Entscheider zu schicken. (Bild: Resolto Informatik)

Festo investiert in Künstliche Intelligenz. Das IT-Unternehmen Resolto Informatik GmbH, ein Spezialist für Data Science, wird Teil der Festo Gruppe. Damit will Festo einen weiteren Schritt in Richtung Smart Factory gehen.

Mit der Eingliederung der Resolto Informatik GmbH, Herford, in den Konzernverbund geht der Esslinger Hersteller von Steuerungs- und Automatisierungstechnik Automatisierung Festo einen weiteren wichtigen Schritt Richtung Smart Factory. „Mit Resolto haben wir ein führendes Unternehmen im Bereich Künstliche Intelligenz für Industrieanwendungen für uns gewinnen können", freut sich Dr. Frank Melzer, Vorstand Product and Technology Management von Festo.

Das 2003 gegründete Informatikunternehmen bietet Lösungen, die Künstliche Intelligenz für Echtzeitanwendungen in Industrieunternehmen beinhalten. Daten werden bereits im Feld und maschinennah interpretiert. Dies ermöglicht Energieeinsparungen, kürzere Zykluszeiten, weniger Maschinenausfälle und geringeren Ausschuss aus der Produktion.

Dr. Frank Melzer, Vorstand Product and Technology Management von Festo: „Das Thema Analytics und künstliche Intelligenz wird unser Produktportfolio enorm beeinflussen, indem beispielsweise KI-Algorithmen sowohl in die Cloud als auch direkt in Komponenten von Festo eingebunden werden können."
Dr. Frank Melzer, Vorstand Product and Technology Management von Festo: „Das Thema Analytics und künstliche Intelligenz wird unser Produktportfolio enorm beeinflussen, indem beispielsweise KI-Algorithmen sowohl in die Cloud als auch direkt in Komponenten von Festo eingebunden werden können." (Bild: Festo)

Resolto bleibt eigenständig

„Die Philosophie von Festo, auf der Suche nach immer neuen Innovationen, passt sehr gut zu uns", betont Tanja Krüger, Geschäftsführerin Resolto Informatik GmbH. „Zudem war es mir bei dieser Entscheidung wichtig, dass wir unsere bestehenden Kunden auch in Zukunft wie gewohnt betreuen können. Ihnen steht auch weiterhin unser gesamtes Leistungsspektrum uneingeschränkt zur Verfügung", versichert Tanja Krüger.

Tanja Krüger, Geschäftsführerin Resolto Informatik GmbH: „Prognos liefert frühzeitige und präzise Prognosen, stellt Diagnosen und gibt Handlungsempfehlungen. Die Wissensbasis des Systems wächst durch die permanente Datensammlung kontinuierlich."
Tanja Krüger, Geschäftsführerin Resolto Informatik GmbH: „Prognos liefert frühzeitige und präzise Prognosen, stellt Diagnosen und gibt Handlungsempfehlungen. Die Wissensbasis des Systems wächst durch die permanente Datensammlung kontinuierlich." (Bild: Resolto Informatik)

Auch nach der Übernahme soll Resolto ein eigenständiges Unternehmen unter dem Dach der Festo-Gruppe bleiben. Der Herforder KI-Spezialist wird seinen Kundenstamm wie bisher bedienen, sich weiterentwickeln und wird seine Führungsposition im Bereich der Künstlichen Intelligenz in industrienahen Anwendungen weiter ausbauen. „Wir nehmen unsere Kunden und die Kunden von Resolto sehr ernst und werden deshalb Resolto auf seinem Weg bestmöglich unterstützen. Den kreativen Köpfen, den Data Analysts und den Data Scientists lassen wir den notwendigen Freiraum, um spezifische, innovative und damit pfiffige Lösungen für den Maschinenbaumarkt zu entwickeln", so Dr. Frank Melzer.

Festo will KI-Algorithmen direkt in Komponenten einbinden

Neben den anderen Resolto-Produkten ist für Festo die KI-Softwarelösung Prognos besonders interessant. Die Anwendung kennt den gesunden Zustand einer Anlage und detektiert durch Echtzeit-Analyse der Sensordaten jede Anomalie. „Prognos liefert frühzeitige und präzise Prognosen, stellt Diagnosen und gibt Handlungsempfehlungen. Die Wissensbasis des Systems wächst durch die permanente Datensammlung kontinuierlich. Dies ermöglicht eine effizientere Produktion", beschreibt Tanja Krüger den großen Mehrwert der KI-Software. „Das Thema Analytics und Künstliche Intelligenz wird unser Produktportfolio enorm beeinflussen, indem beispielsweise KI-Algorithmen sowohl in die Cloud als auch direkt in Komponenten von Festo eingebunden werden können", ergänzt Festo-Manager Melzer.

Festo wächst zweistellig

Festo verzeichnete im Geschäftsjahr 2017 ein Umsatzwachstum von über 12 % auf knapp 3,1 Mrd. Euro. Auch im ersten Quartal 2018 setzte sich diese positive Entwicklung nach Unternehmensangaben fort. Stärkster Wachstumstreiber war die Elektronikindustrie. Die Kernmärkte, wie Automotive und Nahrungsmittel, trugen ebenso zum Wachstum bei, wie neue Geschäftsfelder. Insbesondere konnte das Unternehmen von dem schnell wachsenden Markt der Elektronikindustrie profitieren. „Dies zeigt, dass wir die richtigen strategischen Weichen für die Zukunft gestellt haben. Hier liegen für uns die größten Wachstumschancen“, erklärte Vorstandssprecher Alfred Goll auf der Hannover Messe 2018. Die Bereiche Electric Automation, Process Automation und LifeTech mit Medizintechnik und Laborautomatisierung entwickelten sich laut Goll ebenfalls sehr dynamisch.

Festo geht die Digitalisierung gezielt an und hat 2017 eigens den neuen Bereich "Digital Business" geschaffen. „Digitalisierung, E-Mobilität, Robotik und künstliche Intelligenz sind Trends, die das Geschäft von uns und unseren Kunden maßgeblich bestimmen. Wir reden hier nicht nur über IoT-fähige Produkte, sondern über die gesamte Digital Customer Journey, von der ersten Kundenanfrage über das Engineering bis hin zu Inbetriebnahme und Wartung. Damit können wir die Produktionsprozesse unserer Kunden schlanker, schneller und produktiver machen“, betonte Dr. Ansgar Kriwet, Vorstand Sales, vor der Presse in Hannover. Ein wichtiges Zukunftsthema in diesem Zusammenhang seien die Cloud-Services und IoT-Produkte.

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