Suchen

Expertenbeitrag

 Christian Mühlroth

Christian Mühlroth

Chief Commercial Officer, Itonics GmbH

Machine Learning Künstliche Intelligenz als Innovationsbeschleuniger

| Autor / Redakteur: Christian Mühlroth / Vivien Deffner

Dank Künstlicher Intelligenz (KI) können neu aufkommende Trends oder neue Technologien frühzeitig erkannt werden – gerade in Krisenzeiten ein bedeutender Wettbewerbsvorteil. Doch wie kann KI richtig genutzt werden?

Firmen zum Thema

Künstliche Intelligenz kann das Innovationsmanagement im Unternehmen unterstützen und aufkommmende Trends schneller identifizieren.
Künstliche Intelligenz kann das Innovationsmanagement im Unternehmen unterstützen und aufkommmende Trends schneller identifizieren.
(Bild: Itonics/Shutterstock)

KI ist unbefangen

Abweichungen vom Status Quo werden vom Menschen oftmals als Bedrohung wahrgenommen. Hierfür gibt es unzählige Beispiele, angefangen bei der Dampfmaschine und der Industrialisierung, bis hin zu dem Aufkommen des Automobils; heute sind es unter anderem die Themen erneuerbare Energien, Digitalisierung und KI. Eine KI kennt diese menschliche Befangenheit nicht. Und das ist ihr großer Vorteil, denn eine KI handelt ausschließlich faktenbasiert. Einmal eingerichtet können beliebig viele KI-Bots eine unbegrenzte Anzahl an Themen und Suchfeldern für Unternehmen beobachten – mit einem wichtigen ökonomischen Effekt. Denn eine KI senkt damit stark die Kosten von Vorhersagen und kann Unternehmen produktiver machen.

Neue Trends voraus

Die Technologien rund um KI und maschinelles Lernen sind inzwischen sehr weit fortgeschritten, so dass sie Geschäftsmodelle durch Prognosen grundlegend verändern können. Beispielsweise können im front-end of innovation (also den frühen Phasen des Innovationsprozesses) mit Hilfe von KI frühzeitig wichtige Signale erkannt werden. So bleibt den Unternehmen mehr Zeit, um diese zu analysieren und mit den passenden Antworten neue Wachstumschancen zu erarbeiten. Gerade in turbulenten Märkten kann dies zu einem bedeutenden Wettbewerbsvorteil führen. So kann eine KI beispielsweise den Ausfall von Systemen und Maschinen vorhersagen, oder wie sich Verkehrs- und Warenströme unter bestimmten Bedingungen entwickeln.

Alle Mitbewerber im Blick

Mit der strategischen Wettbewerbsbeobachtung basierend auf maschinellem Lernen können bekannte Marktbegleiter, aber auch Startups und Venture-Capital-Investments beobachtet und eingeordnet werden. Auch lässt sich die Beobachtung auf geografische Gebiete wie Regionen und Länder anwenden. Typische Fragestellungen sind hier zum Beispiel “Wer entwickelt die Technologien, die ich brauche?”, “Welche Unternehmen besetzen welche Themen- und Technologiefelder und warum?” und “Wohin bewegt sich der Markt?”.

KI im Innovationsmanagement

Collaboration Tools wie Roadmapping oder Trend/Technologie-Radare sind ein schneller und einfacher Einstieg in das Thema Innovation und strategische Planung. Ein Risk-Radar hilft, die Auswirkungen und die Wahrscheinlichkeit aktueller Risiken zu bewerten und zu überwachen. Diese Erkenntnisse dienen Unternehmen wiederum als Grundlage, um individuelle Risikominderungsstrategien zu entwickeln. Beim Einsatz von KI im Innovationsmanagement – zum Beispiel als KI-Algorithmen und -Features in einer digitalen Innovationsplattform – ist es zunächst wichtig, erste schnelle Erfolge mit einfachen Use Cases zu erzielen. Im nächsten Schritt können die Integrationstiefe und Komplexität der Anwendungen sukzessive ausgeweitet werden. Damit KI dauerhaft implementiert werden kann, gilt es, Vertrauen zu schaffen. Die Mitarbeiter müssen von Anfang an in den agilen und schrittweisen Implementierungsprozess mit einbezogen werden - wie bei allen Change Prozessen.

Wie sieht die Zukunft aus?

Der Begriff “AI Augmentation” beschreibt die kurzfristig zu erwartende Entwicklung in diesem Bereich sehr gut: Der Mensch wird nach wie vor im Zentrum stehen, und um ihn herum wird die KI seine Fähigkeiten erweitern, vertiefen und die Geschwindigkeit extrem erhöhen. Auf kurze Sicht wird damit eine Vielzahl neuer Anwendungsfälle entstehen. So gibt es bereits erste erfolgreiche Einsätze von KI im Innovationsmanagement zur Generierung und vor allem zum Prüfen neuer Geschäftsideen, zur Bewertung von Startups, zum Zusammenstellen von Teams für Innovationsvorhaben, als auch zur Unterstützung im Branding und in der Positionierung von Innovationen. Auf lange Sicht geht die Forschung bereits einen Schritt weiter: Sie entwickelt derzeit eine neue Technologie, welche Investmentstrategien und -entscheidungen vollautomatisch und KI-gesteuert abwickelt. Damit sollen neue Innovationen nicht nur bereits im Vorfeld bewertet, sondern auch automatisch durchgeführt werden.

(ID:46557614)

Über den Autor

 Christian Mühlroth

Christian Mühlroth

Chief Commercial Officer, Itonics GmbH